Unbürokratische Hilfe made in Indien. Täglich sind hungrige und bettelnde Menschen vor dem Restaurant „Pappadavada“ von Minu Pauline im südindischen Kochi. Sie konnte es nicht länger ertragen und handelte.

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Die indische Frau stellte kurzerhand einen 420-Liter-Kühlschrank vor ihrem Restaurant auf, der denjenigen Essen anbieten soll, die es nötig haben, so berichtet India Daily.

Damit erreicht Inhaberin Minu Pauline zwei Ziele. Sie hilft Obdachlosen und Armen – und verhindert die Verschwendung von Lebensmitteln.

Kühlschrank des Lebens

Das Prinzip ist an den sogenannten „Baum des Lebens“ angelehnt. Ähnliche Initiativen gibt es auch in Deutschland: Menschen hängen Kleidung oder Essen für Obdachlose an einen Baum. Pauline rief den nanma maram (Baum des Lebens), nachdem sie eine Frau dabei beobachtete, wie sie den Hausmüll auf der Suche nach Nahrung durchwühlte.

„Stellen Sie sich die Situation vor, in der Sie eigentlich schlafen sollten, aber zu hungrig sind und deshalb raus gehen, um essen zu suchen“, sagte sie der britischen Zeitung ‚The Independent‘.

Anfangs füllte Pauline den Kühlschrank noch selbst mit Essensresten des Tagesangebots, doch die Truhe entwickelte sich zu einem „community fridge“ (Gemeinschafts-Kühlschrank).

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In Paulines Kühlschrank kann jeder Lebensmittel füllen, sodass Hungrige und Obdachlose sich eigenständig bedienen können. Um zu vermeiden, dass Essen verdirbt, muss jeder ein Datum auf seine Spenden schreiben und das Essen ordentlich einpacken.

Hier ist ein Video, dass das Restaurant und den Kühlschrank in Kochi zeigt:

Was für eine einfache und zugleich starke Idee – einfach und unbürokratisch. Und doch undenkbar bei uns. Klar, wir haben hier eine ganz andere Kultur. In Indien gibt es nicht nur viel mehr ärmere Menschen als in Deutschland – in der EU gelten Personen als arm, die monatlich weniger als 60 Prozent des nationalen Mittelwerts verdienen. In Deutschland sind das etwa 930 Euro, am Tag also 31 Euro.

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Wäre dies in Deutschland denkbar?

In Indien gibt es auch eine ganz andere Kultur des Almosengebens. In Deutschland will sich nicht jeder Wirt alle Obdachlosen der Stadt vor sein Lokal holen, und das kann man auch niemandem zum Vorwurf machen. Natürlich kann man Kochi nicht mit München vergleichen. Aber für ein kurzes Gedankenexperiment könnte man schon mal überlegen, ob man das in Deutschland auch machen könnte: einen Kühlschrank für alle auf die Straße stellen.

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Schwierig, sagt Ulrich Korb vom Bayerischen Gaststättenverband.

„In erster Linie würde das bei uns an der Hygiene scheitern. Wer soll denn dafür haften, wenn da jemand was Vergiftetes reinlegt? Das würde keine Versicherung tragen.“

Außerdem sei es in Deutschland aus sicherheitsrechtlichen Gründen kompliziert, einfach einen Kühlschrank vor sein Lokal zu stellen. „In München bräuchte der Betreiber eine Sondernutzungserlaubnis, die auch was kosten würde“, sagt Korb. Hat das Lokal eine eigene Terasse, bliebe immer noch das Hygiene-Problem.

„Wenn der Wirt den Kühlschrank ausschließlich mit eigenen Waren befüllen würde, wäre das in Ordnung. Aber nicht, wenn auch Außenstehende etwas beisteuern können.“

Wie bei so vielen innovativen Ideen schon zuvor, würde der Kühlschrank für Bedürftige vermutlich wieder einmal an der deutschen Bürokratie scheitern.

Selbst, wenn man nur originalverpackte Lebensmittel abgeben dürfte, hält Korb die Aktion in Deutschland für undenkbar. Aber nicht unmöglich!

Mina Pauline hat über Haftpflichtversicherungen und sicherheitsrechtliche Bestimmungen wahrscheinlich nicht groß nachgedacht. Das Restaurant selbst steuert jeden Tag bis zu 50 Päckchen Essen bei, die Stromkosten werden ebenfalls von der Besitzerin getragen.

„Essen ist ein wertvolles Geschenk der Natur, und wir sollten es nicht verschwenden“, sagt sie.

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Quellen:

https://www.globalcitizen.org/de/content/india-restaurant-stocks-fridge-outside-help-hungry/

http://www.berliner-kurier.de/news/panorama/bewegend–dieses-restaurant-hat-einen-kuehlschrank-mit-essen-fuer-beduerftige-23826760

http://www.jetzt.de/netzteil/ein-kuehlschrank-fuer-die-armen

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