Ro­bert Schwartz ar­bei­te­te als frei­be­ruf­li­cher Jour­na­list, als sei­ne Su­che nach dem tie­fe­ren Sinn des Le­bens ihn mit ei­nem Me­di­um in Berüh­rung brach­te, durch das ihm be­wusst wur­de, dass wir al­le spi­ri­tu­el­le Füh­rer ha­ben, mit de­nen wir be­reits vor der Ge­burt un­ser Le­ben pla­nen. Seit die­sem er­we­cken­den Er­leb­nis wid­met sich Ro­bert Schwartz in­ten­si­ven Stu­di­en zu Spi­ri­tua­lität, Me­ta­phy­sik und vor­ge­burt­li­cher Pla­nung.
Der Se­mi­nar­lei­ter geht da­von aus, das die Ent­wick­lung vom drit­ten bis fünf­ten Le­bens­jahr von uns selbst be­reits vor un­se­rer Ge­burt ge­plant wird – ge­nau­so wie al­le großen Her­aus­for­de­run­gen, Kri­sen und Schick­sals­schlä­ge.

Wi­der­stand

Lei­den stellt sich ein, wenn Sie sich Ge­füh­len wie Angst oder Wut wi­der­set­zen, die mög­li­cher­wei­se als Re­ak­ti­on auf Er­eig­nis­se in Ih­rem Le­ben hoch­kom­men. Das al­te Sprich­wort „Was ihr be­kämpft, wird euch be­herr­schen“ ist wahr. So­bald Sie sich auf et­was kon­zen­trie­ren, ge­ben Sie ihm En­er­gie, und Wi­der­stand ist ei­ne sehr star­ke Form der Kon­zen­tra­ti­on. Wie aber kön­nen Sie Ih­ren Wi­der­stand ge­gen ne­ga­ti­ve Ge­füh­le wie Angst oder Wut auf­ge­ben und zu­las­sen, dass Hei­lung statt­fin­det?

Sie müs­sen sich so ver­hal­ten, als hät­ten Sie die­se Ge­füh­le nicht! Ich hat­te zum Bei­spiel große Angst, im Vor­wort zu of­fen­ba­ren, als Kind miss­braucht wor­den zu sein. (Zu­dem schä­me ich mich für die­sen Miss­brauch.) Dies war für mich bis­her im­mer ei­ne ganz per­sön­li­che Sa­che. Be­vor ich dar­über schrieb, hat­te ich das Ge­fühl, ich wür­de mich da­mit vor der gan­zen Welt ent­blößen. Hät­te ich zu­ge­las­sen, mei­ner Angst und mei­ner Scham zu fol­gen, wä­re ich wohl zu dem Schluss ge­kom­men, die­sen As­pekt mei­nes Le­bens zu ver­heim­li­chen.

Statt­des­sen frag­te ich mich: „Was wür­de der Mut wohl jetzt tun?“ Ich mach­te mich ziem­lich ver­wund­bar, als ich mich auf die­se Wei­se of­fen­bar­te, und weil in der Ver­wund­bar­keit ei­ne große Kraft ver­bor­gen ist, be­sit­ze ich heu­te mehr Selbst­re­spekt und ein bes­se­res Selbst­wert­ge­fühl, denn ich ha­be mich mei­ner Angst und mei­ner Scham ge­stellt. Zu­dem hat sich ein Groß­teil der Angst und Scham mitt­ler­wei­le ein­fach in Luft auf­gelöst.

Wenn Sie glau­ben, Ih­nen feh­le der Mut, soll­ten Sie be­den­ken: Als Ih­re See­le Ihr Le­ben ge­plant hat, gab es die Ge­le­gen­heit, der Angst nach­zu­ge­ben und den Plan ab­zu­leh­nen. Aber Sie ha­ben ihm vol­ler Mut zu­ge­stimmt. Nur die mu­tigs­ten al­ler See­len ent­sch­ei­den sich für die In­kar­na­ti­on auf der Er­de. Sie sind ei­ne die­ser See­len. Je schwie­ri­ger der Plan ist, dem Sie einst zu­ge­stimmt ha­ben, des­to mehr Mut ha­ben Sie durch Ih­re Zu­stim­mung ge­zeigt.

Wenn Angst auf­taucht, soll­ten Sie sich Fol­gen­des ins Ge­dächt­nis ru­fen: Sie wuss­ten schon vor Ih­rer Ge­burt, dass Angst ein wich­ti­ger Be­stand­teil Ih­res ir­di­schen Le­bens sein wür­de. Angst zu er­fah­ren, wäh­rend Sie sich in ei­nem Kör­per be­fin­den, war ein Teil des Plans. Und Sie kön­nen sich ei­ner Sa­che si­cher sein: Nur die Mu­ti­gen pla­nen, Angst zu ha­ben. Der Mut, den Sie auf­brin­gen muss­ten, um die Angst in Ihr Le­ben ein­zu­p­la­nen, ist der­sel­be Mut, den Sie jetzt brau­chen, um sie zu über­win­den. Dass Sie sich in ei­nem Kör­per be­fin­den, ist Be­weis ge­nug, dass Sie den Mut be­sit­zen, der nö­tig ist, um Ih­re Ängs­te in Lie­be zu ver­wan­deln. Ihr Wunsch, Angst in Lie­be zu ver­wan­deln, ist ei­ner der Grün­de, wes­halb Sie sich ent­sch­los­sen ha­ben, sich in die­ser be­son­de­ren Zeit des Be­wusst­seins­wan­dels zu in­kar­nie­ren.

Wir sind hier, um zu hei­len

Auf der grund­le­gends­ten Ebe­ne ist der vor­ge­burt­li­che Ver­trag für al­le Men­schen gleich: Nimm al­le un­har­mo­ni­schen (lieb­lo­sen) En­er­gi­en an und ver­wand­le sie. Die En­er­gi­en, die wir in frühe­ren Le­ben nicht um­ge­wan­delt ha­ben, wer­den zu uns in die­sem Le­ben zu­rück­keh­ren, da­mit wir es tun. Wir al­le ha­ben vor un­se­rer Ge­burt um die­se Mög­lich­keit ge­be­ten.

Tatsäch­lich war dies ei­ne Vor­be­din­gung dafür, dass wir in die­ser Zeit über­haupt ei­ne Ge­burt auf der phy­si­schen Ebe­ne er­le­ben durf­ten. Da­her be­sitzt die­ses Le­ben im kos­mi­schen Ka­len­der ei­ne ganz be­son­de­re Be­deu­tung. Wir sind hier, um un­ser We­sen in sei­ner Ganz­heit zu in­te­grie­ren und da­durch die Über­res­te al­ler nicht in­te­grier­ten En­er­gi­en aus al­len frühe­ren phy­si­schen und nicht phy­si­schen Le­ben zu hei­len.

Wenn wir uns ge­gen ir­gend­ei­nen As­pekt des Le­bens weh­ren, weh­ren wir uns auch ge­gen die Hei­lung. Wenn es in ei­ner Rich­tung ei­ne Blo­cka­de gibt, sind auch al­le an­de­ren Rich­tun­gen blo­ckiert. Da­her ist schluss­end­lich der Sinn ei­ner je­den Her­aus­for­de­rung, die das Le­ben an uns stellt, der­sel­be:

Wir sol­len Ge­le­gen­heit er­hal­ten, das an­zu­neh­men, was wir bis­her ab­ge­lehnt ha­ben. Auch wird je­de Her­aus­for­de­rung des Le­bens auf die­sel­be Wei­se ge­heilt: in­dem wir die Macht un­se­rer Ge­dan­ken, Wor­te und Ta­ten an­er­ken­nen.

Die Er­fah­rung un­se­res Le­bens wird nicht von un­se­rem Le­bens­plan be­stimmt, son­dern da­durch, wie wir auf die­sen Plan re­a­gie­ren. Un­se­re Re­ak­ti­on in Ge­dan­ken, Wor­ten und Ta­ten er­schafft in je­dem Au­gen­blick un­se­re Er­fah­rung und mög­li­cher­wei­se un­se­re Hei­lung.

Da­bei sind Ein­sich­ten in die vor­ge­burt­li­che Le­bens­p­la­nung äußerst hilf­reich und hei­lend. Wenn wir ver­s­te­hen, dass wir un­ser Le­ben ge­plant ha­ben, dann wis­sen wir auch, dass al­les, was ge­schieht, ei­ne tie­fe Be­deu­tung und ei­nen tie­fe­ren Sinn hat. Wenn wir wis­sen, al­les Ge­sche­hen be­sitzt ei­ne tie­fe Be­deu­tung und ei­nen tie­fe­ren Sinn, dann wird es un­end­lich leich­ter für uns, auf lie­be­vol­le Wei­se zu den­ken, zu re­den und zu han­deln. Wenn wir vol­ler Lie­be auf das Le­ben re­a­gie­ren, wird un­se­re Empfäng­lich­keit zu Ak­zep­tanz und un­se­re Ak­zep­tanz wird in Dank­bar­keit für die Er­fah­run­gen um­ge­wan­delt, die un­ser Herz öff­nen und uns als See­le größer ma­chen.

Sie ha­ben sich jetzt auf der Er­de in­kar­niert, um sich be­wusst an sich selbst als See­le zu er­in­nern und zu er­wa­chen. Hei­lung ent­steht und wird voll­en­det, wenn Sie das Licht Ih­rer See­le er­ken­nen und wis­sen, dass Sie in Wirk­lich­keit die­ses Licht sind.

 

Der Text stammt aus dem neuen Buch von Robert Schwartz: “Jede Seele plant ihren Weg”.

Der Autor wird vom 15. bis 17. November 2013 in Deutschland (Hamburg) mit Vortrag und Wochenendseminar zu Gast sein.
Mehr Infos dazu hier.

 

Quellen:
www.kgs-hamburg.de
www.yoursoulsplan.com

 

Und hier geht es zu den inspirierenden Publikationen von Robert Schwartz:

buch_jede seele plant ihren weg     buch_mutige seelen