Wie wär`s mit uns beiden? Wie wär`s mit uns beiden?

Für eine gute Beziehung muss man nicht verliebt sein!
Susanne Wendel & Frank-Thomas Heidrich
Wie wär´s heute mit 13 Fragen an Susanne Wendel (bekannt  durch das Buch „Gesundgevögelt“) und Frank-Thomas Heidrich zu dem Thema, das unsere Welt bewegt und in Gang hält – „Liebe & Partnerschaft“! Hier die
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spannenden und aufschlussreichen Antworten des Autorenpaars, das auch im „richtigen“ Leben ein „richtiges“ Paar ist, ein Kind zusammen hat und sogar gemeinsam arbeitet. Ihre Neuerscheinung „Wie wär´s mit uns beiden“ erscheint im April 2014!

Susanne Wendel und Frank-Thomas Heidrich berichten offen, authentisch und frisch und frei, wie das alles reibungslos funktioniert...

1. Wie habt Ihr Euch kennengelernt?

Frank-Thomas/Susanne:
Das erste Mal haben wir uns im Februar 2008 in Kapstadt getroffen. Bei einer Weiterbildung zum Thema „Abenteuer Team“. Wir haben uns gesehen und festgestellt: OK, ganz nett, aber kommt als Partner keinesfalls in Frage. Passt nicht ins Beuteschema!

2. Und dann habt Ihr Euch verlobt?

Frank-Thomas/Susanne:
Dreieinhalb Jahre später, ja. Da waren wir noch immer nicht ineinander verliebt. Aber wir hatten beide die Nase voll vom Single-Sein und der ewigen Partnersuche, wir wollten beide eine Beziehung und ein Baby und wir wollten beide selbständig sein, also haben wir entschieden, ein Paar zu sein.

3. Wie ist es dazu gekommen?

Frank-Thomas:
Das ist eine abgefahrene Geschichte. Die Kurzversion: Wir sind uns wieder auf einem Seminar begegnet und Susanne hat dort beschlossen, sich innerhalb von 5 Tagen zu verloben. Sie hatte zu dem Zeitpunkt keinen Partner, aber es gab 5 Männer, mit denen sie sich das vorstellen konnte. Ich war mutig und habe sie gefragt, ob sie sich nicht mit mir verloben will. Und sie hat „ja“ gesagt.

Susanne:
Diese Aktion war glaub` ich die verrückteste in meinem ganzen Leben. Aber auch die genialste. Es heißt doch immer: Wenn Du etwas anderes in Deinem Leben haben willst, musst du etwas anderes tun als sonst. Das habe ich gemacht. Das haben wir beide gemacht.

4. Ist es nicht merkwürdig sich zu verloben, bevor man verliebt ist?

Frank-Thomas/Susanne:
Definitiv. Und in unserer Gesellschaft sowieso. Für uns war das ein Experiment, wir wollten beide eine Wende im Leben und hatten die gleichen Ziele. Im Rückblick können wir sagen, das hat uns viel mehr verbunden als „nur“ verliebt zu sein.

Liebe ohne rosarote Brille – geht das?

 

5. Was hat Euch so schnell zusammengeschweißt?

Frank-Thomas/Susanne:
Wir haben beide eine Entscheidung getroffen und uns auf den jeweils anderen eingelassen. Ohne rosarote Brille. Wir haben die Beziehung da angefangen, wo andere meistens nach ein paar Jahren sind, bei einem mehr oder weniger freundlichen Miteinander. Und dann haben wir schnell festgestellt, dass wir bei allen wichtigen Dingen wie Wohnung, Lebensstil, Kind, Selbständigkeit, das Gleiche wollen, und das war unglaublich angenehm und hat sehr starke Verbindung gebaut. Wir haben uns kaum gestritten und konnten die Dinge schnell umsetzen.

6. Ist das alte Konzept der arrangierten Ehe gar nicht so schlecht? Halten diese Beziehungen länger?

Susanne:
Das kann man glaube ich nicht pauschal sagen. Fakt ist aber, dass jeder Mensch einen riesengroßen blinden Fleck hat und andere Leute oft besser sehen, wer wirklich zu einem passt, als man selber. Gerade wenn es darum geht, in wen man sich verliebt, hat man doch eigentlich immer das gleiche Muster, und das ist oft von der ersten großen Liebe und inneren Bildern und Vorstellungen geprägt. Leute, die diesem Muster entsprechen, sind aber nicht unbedingt die, mit denen man auch eine tragfähige Beziehung führen kann. Warum nicht mal auf den Rat einer guten Freundin oder eines Coaches oder sogar der Eltern hören? Man kann sich ja auch mal positiv überraschen lassen!

„Vernünftig“ und respektvoll miteinander umgehen

7. Funktioniert eine ‚Vernunftbeziehung’ besser, weil man ohne hormonell gesteuerte Erwartungshaltung toleranter ist? Weil man aktiv und im Miteinander versucht, sich zu arrangieren?

Frank-Thomas/Susanne:
Das  Wort „Vernunftbeziehung“ weckt so viele negative Assoziationen, und das ist wahrscheinlich die Krux an der Sache. Denn wenn man in einer Beziehung mehr „vernünftig“ ist, geht man tatsächlich viel konstruktiver und einfühlsamer miteinander um, und das ist im Endeffekt für beide viel schöner! Was heute niemand bedenkt, was aber in der Generation unsere Großeltern noch alle wissen: Eine gute Beziehung wächst über viele Jahre und bedeutet für beide, sich immer wieder für den anderen zu entscheiden und vor allem, ihm immer wieder mit Respekt zu begegnen. Echte Liebe ist, wenn man sich immer wieder zusammenrauft!

8. Wie war das bei Euch? Seid ihr von Anfang an konstruktiver miteinander umgegangen, weil  das Verliebtsein fehlte?

Frank-Thomas/Susanne:
Das auf jeden Fall. Wir hatten keine Erwartungen aneinander, sondern haben uns auf den anderen eingelassen und ihn so genommen wie er ist. Ohne irgendwelche Projektionen. Wir haben genauer hingeschaut, wer der andere wirklich ist und konnten dadurch sehr viel einfühlsamer sein. Gleichzeitig haben wir uns selber mehr um die Beziehung bemüht und darauf geachtet, was wir selber tun können, damit das Ganze funktioniert. Das wünschen sich ja eigentlich alle, kriegt aber kaum jemand hin.

9. Welche Dinge waren, da Ihr Euch ja kaum gekannt habt, besonders schwer für Euch zu Anfang?

Frank-Thomas:
Eindeutig das Zusammenleben von einem Moment auf den anderen. Es gab ja es diesen  einen Sonntag im Juni, da war ich morgens noch Single und wollte Abends in meine Wohnung in Düsseldorf fahren. Stattdessen bin ich bei Susanne in München eingezogen und wusste: 5 Tage später verlobe ich mich mit dieser Frau. In diesen ersten Tagen hab ich mich gefühlt wie in einem Film. Ich denke, alle Paare sind von den Marotten des jeweils anderen irritiert, wenn man nach vielen Jahren des Alleinseins zusammen wohnt. Unterschiedliche Vorstellungen von Ordnung und Sauberkeit beispielsweise. Ich habe mich in Susannes Wohnung zu Anfang wie ein Fremdkörper gefühlt, fand es schrecklich unordentlich, hatte kaum Platz für mich und jede Menge Fluchtinstinkte. Wir haben dann sehr schnell eine neue gemeinsame Wohnung gesucht. Doch das hieß: es gibt kein Zurück mehr. Da kamen auch nochmal viele Zweifel.

Susanne:
Ich fand vor allem schwierig, dass ich nicht verliebt war. Danach habe ich mich sehr gesehnt und mich immer gefragt, ob ich das irgendwie „machen“ kann. Wir haben dann beispielsweise beschlossen, jeden Tag Sex zu haben. Das verbindet. Am Anfang war ich manchmal ein wenig verliebt, wenn Frank nicht da war. Daran konnte ich sehen, dass das alles nur in meinem Kopf und nicht real war. Real ist es erst später geworden.

Liebe aus Gemeinsamkeiten

10. Und wann bzw. bei welchem Moment ist denn das Verliebtsein gekommen?

Susanne:
Es gab verschiedene Momente, die immer mit Erlebnissen zu tun hatten, die wir beide gleichermaßen genossen haben. Die Besichtigung unserer neuen Wohnung, später Besuche in Sexclubs (das war mir wichtig, ich habe ja nicht umsonst ein Buch namens „gesundgevögelt“ geschrieben), aber auch der Augenblick, wo klar war, dass ich schwanger bin, viele Momente, in denen wir gemeinsam Business gemacht haben, die ersten Tage nach der Geburt unseres Sohnes…. Die Liebe ist aus den Gemeinsamkeiten gekommen und daraus, dass ich immer wieder verblüfft war, wie leicht alles mit Frank-Thomas ging, wo ich vorher mit meinen Ex-Partnern ewig lange Diskussionen hatte. Mit ihm habe ich zum ersten Mal gespürt was es heißt, in der Partnerschaft wirklich Rückenwind zu haben. Es hat allerdings zweieinhalb Jahre gedauert, bin ich das „Ich liebe Dich“ zum ersten Mal aussprechen konnte.

11. Gemeinsames Leben, Kind und Firma – warum gleich alles zusammen?

Frank-Thomas/Susanne:
Warum nicht? Worauf sollen wir warten? Wir haben doch lange genug gewartet. Wir sind beide über 40 und wir haben noch viel vor! Wir glauben, dass die meisten Menschen viel zu viel Zeit vergeuden, indem sie auf irgendwas warten, anstatt einfach volle Pulle los zu legen und die Dinge zu tun, die man haben will!

12. Wie sind Eure Freunde mit der Situation umgegangen. Haben Euch nicht viele davon abgeraten?

Frank-Thomas/Susanne:
Die meisten Leute, mit denen wir befreundet sind, ticken Gott sei Dank ähnlich und sind eher neugierig geworden. Die ewigen Bedenkenträger haben wir sowieso nicht mehr in unserem Freundeskreis. Was uns besonders gefreut hat, war die Unterstützung durch unsere Eltern. Die stehen hinter uns, egal was kommt, und das gibt uns viel Power.

13. Ist Euer Buch eine Anregung, dass auch andere versuchen sollten, Euer Beziehungskonzept zu leben?

Frank-Thomas/Susanne:
Es geht uns nicht um unser Beziehungskonzept, sondern darum, dass Leute ihr eigenes Ding finden und glücklich werden! Wir standen und beide ziemlich lange selber im Weg, und haben es dann einfach mal anders gemacht als es alle machen. Zum Thema Beziehung gibt es in der Gesellschaft so viele Konventionen, Tipps und Ratschläge, wir erzählen einfach eine echte Geschichte. Und es wäre  doch phantastisch, wenn andere durch uns inspiriert werden, mutiger zu werden und eine Abkürzung zu gehen. Das ewige Warten auf den Richtigen oder die Richtige ist verschwendete Zeit!

 

lebkuchenherz_web

Wer es nun ganz genau wissen möchte:
Hier gibt es weitere Informationen zu
„Nach Gesundgevögelt kommt ‚Wie wär`s mit uns beiden‘?“

 

 

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