Wenn wir an Wasserknappheit denken, entstehen bei uns im Kopf automatisch Bilder von weitentfernten Wüstenlandschaften in Krisengebieten, nicht aber die USA. Allerdings wird in der reichen Industrienation das Trinkwasser knapp oder besser gesagt, es ist schon sehr lange nicht mehr genug für alle da. Abgefüllt zeigt eine surreale Situation für ein globales Problem am Beispiel des US Bundesstaats Maine, wo Anwohner ihren Durst nach Wasser nicht mehr stillen können, weil die Gier von einem Großkonzern größer ist als das Grundbedürfnis der dort ansässigen Menschen. Aber in der Bevölkerung macht sich Widerstand breit!

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Filmtipp: Abgefüllt
Wenn ein Grundbedürfnis vermarktet wird
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Ohne Wasser kein Leben

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Unser Organismus besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser, mehr als 75 Prozent unseres Planeten ist damit bedeckt. Es ist die Grundlage für Leben und dennoch sind die Ressourcen knapp, nur ein Prozent des weltweiten Vorkommens ist trinkbares Wasser. Diese harten Fakten über das kühle Nass klingen wie ein Paukenschlag, aber das Problem geht noch viel tiefer.

Wasser ist sicht- und greifbar und erfüllt damit offensichtlich alle Voraussetzungen für Unternehmen, dass man es vermarkten sowie verkaufen kann. Aber zunächst einmal muss man an das teure Gut kommen, das weit unten im Boden verborgen liegt. Nestlé, Coco Cola, PepsiCo. und andere große Lebensmittelkonzerne haben die notwendigen Mittel als auch den politischen Einfluss, um die wertvolle Ressource so tief aus dem Boden zu pumpen, das andere sprichwörtlich leer ausgehen.

Grundrecht oder Marketingprodukt?

Abgefüllt, den wir exklusiv für maona.tv ausgewählt haben, lässt die Diskussion aufkommen, ob der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Grundrecht oder ein Handelsprodukt ist, dessen Wert von Angebot und Nachfrage bestimmt werden sollte? Im Prinzip ist die Diskussion nicht mehr aktuell, sondern schon längst beendet, denn abgefülltes Wasser ist der Verkaufsschlager überhaupt, mit drastischen Folgen. Zum einen ist es erschreckend, dass Menschen kein Zugang zu Trinkwasser aus der Leitung haben, weil Großkonzerne das Grundwasser vor Ort abpumpen dürfen. Zum anderen ist es realer Wahnsinn, dass Unternehmen das in Plastikflaschen abgefüllte Leitungswasser den Menschen teuer verkaufen, bei denen kein Trinkwasser mehr aus dem Hahn kommt.

Im Jahr 2007 kauften Amerikaner mehr als 29 Milliarden Flaschen Wasser

Die Dokumentation rückt viele Missstände ins Licht, die direkt oder indirekt mit dem Thema zusammenhängen. Flaschenwasser wird von den Unternehmen so vermarktet, als wäre es besser, wertvoller und vor allem gesünder als das Wasser aus dem hauseigenen Wasserhahn, obwohl es ein und dasselbe ist. Das verleitet zum Kauf von Wasserflaschen aus PET, die durch umweltbelastende Prozesse produziert werden, sodass Menschen in der Nähe solcher Fabriken krank werden. Die Plastikflaschen enthalten Weichmacher und andere toxische Stoffe, welche erst ins Wasser und dann in unseren Körper gelangen. Schlussendlich enden die Plastikflaschen, die nicht recycelt werden, im Meer und werden dort zu einem scheinbar unlösbaren Problem für die Umwelt.

Über diesem gefährlichen Zyklus steht eine Politik, die die notwendigen Genehmigungen für das Abpumpen von Wasser scheinbar Scheu erteilt und zusieht, wie Menschen dieser Region ihren Durst nicht mehr mit sauberem Wasser stillen können. Der Film rüttelt auf und zeigt auch den Widerstand, der in der Bevölkerung immer lauter wird. Menschen fordern ihr Recht auf sauberes Trinkwasser ein, sie wollen weder teures Wasser kaufen noch weitere leere Versprechungen hören, sondern eine Veränderung.

Filmtipp: Abgefüllt
Wenn ein Grundbedürfnis vermarktet wird
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Handeln für Veränderung und nicht für Gewinn – Jetzt!

Die Reportage nimmt Bezug auf den Ort Maine, der als trauriges Paradebeispiel für eine weltumgreifende Problematik dient, und zeigt die Konsequenzen von Flaschenwasser auf globale Ökosysteme sowie auf örtliche Gemeinden. Unsere Sichtweise als auch Wertschätzung von Wasser muss sich grundlegend ändern. Trinkwasser ist mittlerweile eine millionenschwere Industrie und ist als Endprodukt jetzt schon teurer als Benzin. Wenn wir die Sache nicht klären, verfügen laut der UN im Jahr 2030 mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung nicht über ausreichend Trinkwasser. Es ist ein Problem, das uns alle betrifft, denn schon sehr bald werden globale Konflikte wegen Wasser geführt.

Der Film Abgefüllt, der 2008 veröffentlicht wurde, ist leider bis heute nicht weniger aktuell. Erst vor zwei Jahren hat sich Nestlé für fast ein halbes Jahrhundert die Lizenzen für das Grundwasser von einer Stadt in Maine gesichert. Bis zum Jahr 2030 ist es nicht mehr weit und wirklich besser ist es noch nicht geworden. Es liegt an uns, die Problematik ein für alle Mal zu lösen, um eine gerechtere Welt für die nächsten Generationen zu schaffen, in welcher sauberes Trinkwasser keinen Preis mehr hat, sondern nur einen realen Wert.

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