Zum ersten Mal in der australischen Geschichte arbeiten traditionelle Aborigine-Heiler Seite an Seite mit Ärzten und Krankenschwestern. Ein öffentliches Krankenhaus in Adelaide nutzt nun 60.000 Jahre alte traditionelle Medizin – auch Ngangkari genannt – um indigene Patienten zu heilen.

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Ein Schritt in die richtige Richtung

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Die traditionellen Heiler werden in dem neuen Programm etwas anwenden, was von dem Personal des Lyell McEwin Hospital als „komplementäre“ Behandlung zur medizinischen Versorgung bezeichnet wird. Aborigine-Frau und Krebs-Überlebende Roslyn Weetra, 70, sagt, dass das Programm für die Aborigines ein Schritt in die richtige Richtung sei.

2002 wurde die Frau aus dem Narungga Country mit Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert und erbat eine Ngangkari-Behandlung von ihrem Schwager Brenton Weetra, ein Ngangkari aus Port Augusta.

„Es gab mir eine Stärke von welcher ich vorher nicht wusste, dass ich sie besaß, um die Krankheit zu bekämpfen – den Krebs.“, erzählt sie.

Roslyn absolvierte sechs Runden Chemotherapie. Doch ein Jahr später kam der Krebs zurück und war noch aggressiver. Sie ging durch intensive Chemotherapie und Bestrahlung und musste zu einem Zeitpunkt sogar auf die Intensivstation. Sie sagt, dass sie wieder die Ngangkari rief, um ihr bei ihrer spirituellen Heilung beizustehen.

„Die Heilarbeit der Aborigine hilft dir, gibt dir Stärke, um dich im Inneren zu reparieren, während du durch die Chemo- und Radiotherapie gehst.“, sagt sie.

Außerdem würde das Ngangkari Programm des Lyell McEwin Hospitals es einfacher für Aborigine-Heiler aus der Stadt machen, von welchen viele in abgelegenen Kommunen leben.

„Wenn du in der Stadt lebst, bist du ziemlich abgeschnitten von deiner eigenen Kultur und Sprache.“

 

„Wenn ich die Ngangkari-Behandlung nicht bekommen hätte, ich wäre nicht so stark gewesen, ich wäre nicht so in Balance gewesen, ich wäre nicht so... widerstandsfähig gewesen.“

 

„Du fühlst dich danach verbundener mit deinem Land, mit deiner Herkunft.“

Die Heiler nutzen Methoden einschließlich Pampuni (heilende Berührung), Mapampa (blasen) und Marali (spirituelle Heilung und Bush-Medizin), um die klassische Behandlung zu unterstützen.

Patienten sagen Dinge wie, „ich dachte, die Energie hätte mich verlassen“. Nachdem sie die Ngangkari sehen, sagen sie, dass sie sich besser fühlen. „Als ob ihre Seele zurückgekehrt sei.“

Das Beste aus beiden Welten

Die westliche Medizin ist in vielen Fällen die Variante der Wahl, vor allem wenn es um Symptom-Bekämpfung geht und operative Eingriffe gemacht werden müssen.

Die Fortschritte, die wir in vielen Bereichen gemacht haben, sind wundervoll und geben uns noch nie da gewesene Möglichkeiten, greifen aber eben nur auf der physischen Ebene. Da wir Menschen ein vielschichtiges System, welches auch die psychologische, emotionale und energetische Ebene beinhaltet.

Da sie den Menschen als Ganzes sieht und alle Ebenen des Menschen miteinbezieht, ist Ngangkari eine gern gesehene Bereicherung zu dem auf das Physische fokussierten Ansatz der Humanmedizin.

So können beide Heilmethoden ihre Stärken Seite an Seite ausspielen und der Patient kann sich für die eine entscheiden, wenn er sich mit der anderen nicht komfortabel fühlt.

Wir hoffen, dass sich solche Vorgehensweisen nicht nur in Australien verbreitet, sondern die Weisheit und das Wissen der Naturvölker auch in anderen Ländern mehr Gehör bekommt und in komplementär zu üblichen Heilverfahren in Krankenhäuser und andere Einrichtungen wie Psychiatrien kommt.

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Quelle:

Bloomberg TicToc

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