Krisenzeiten zeigen uns, wie stressresistent wir sind oder eben nicht. Aber um ehrlich zu sein, die Nerven liegen höchstwahrscheinlich bei jedem blank. Sei es hervorgerufen durch Angst, Wut oder Zukunftssorgen. Corona zehrt nicht nur an unseren Kräften, sondern bringt auch den gesamten Haushalt unseres Wohlbefindens durcheinander. Und wenn wir uns dem zu sehr hingeben, sind wir verloren. So hart es klingt…, aber es ist wichtig, dass wir uns frei machen und Negatives so weit wie möglich von uns fernhalten, falls möglich. Das mit dem „positiven Denken“ und der Achtsamkeit klingt immer sehr spirituell und wird oft in die Schublade der Esoterik gepackt. Aber auch aus wissenschaftlicher Sicht wissen wir, wie wichtig es ist, den Stress, den wir (manchmal auch unbewusst) empfinden, auszugleichen.

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Es ist nicht unnormal, in solchen Zeiten an seine Grenzen zu stoßen

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„Sorgen und Ängste, aber auch gefühlte und reale Bedrohungen stellen in Corona-Zeiten sowohl für Menschen mit als auch ohne psychische Erkrankungen eine große Herausforderung dar,“

sagt Prof. Katarina Stengler, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Helios Park-Klinikum Leipzig gegenüber dem Helios Magazin. Die meisten von uns sind wahrscheinlich enorm freiheitsliebend, was im Normalfall ja auch kein Problem darstellen sollte. Durch die Isolation einiger und die Einschränkungen im Alltag ist diese Freiheit aber nicht mehr gegeben, was Frustration, Wut, Angst, ja manchmal sogar Trauer auslösen kann. Wenn zum Beispiel verlangt wird zum 90. Geburtstag der Oma daheimzubleiben, obwohl man weiß, dass dies vielleicht ihr Letzter sein könnte… Oder der nette Wirt von nebenan nicht mehr weiß, wie er seine Familie ernähren soll, dann ist es durchaus verständlich, ja gar normal, dass Menschen in solch einer Lage dazu neigen, depressiv, ängstlich oder sogar panisch zu werden.

Besonders stark betroffen sind hier Menschen, die es ohnehin schon nicht leicht haben. Das heißt, Alleinerziehende, Singles, Risikogruppen sowohl die älteren als auch die jüngeren, Geringverdiener die jetzt vielleicht noch weniger haben. Aber vor allem auch suchtkranke Menschen oder solche, die gerade dabei waren, sich von einer Sucht zu befreien und durch den Frust rückfällig geworden sind.

Warum „Achtsamkeit“ eben nicht nur ein „Esoterik-Hype“ ist

„Tiere sind die Hüter des Seins“

-Eckart Tolle-

Und warum ist das so? Weil (vor allem wilde) Tiere zu jeder Sekunde wachsam, aber auch achtsam sind. Immer auf der Hut nehmen sie alles um sich herum wahr. Sei es das Rauschen der Bäume, welches ihnen erzählt, ob ein Sturm aufzieht oder das Rascheln in den Gebüschen, wo eventuell der Feind lauert. Wir hingegen laufen wie Pferde mit Scheuklappen durch die Gegend und verfallen in eine Art Trance des gesellschaftlichen Drucks.

Wir sind kaum noch in der Lage, durch den Wald zu spazieren und wirklich einfach mal nur das wahrzunehmen, was um uns herum geschieht, und zwar ganz bewusst, ohne die Ablenkung eines Handys oder Musik. Ohne all diese Ablenkungsmanöver fühlen wir uns fast schon leer und wissen kaum etwas mit uns anzufangen. Es fehlt etwas…, dabei haben wir doch eigentlich alles, was wir brauchen. Wir müssen nur lernen uns von Dingen zu entfesseln, die versuchen uns von unserer Umwelt abzulenken und lernen, wieder das wahrzunehmen, wo das echte Glück auf uns wartet.

Neben der Selbsterkenntnis, dass ein Achtsames leben glücklich macht, gibt es für die Skeptiker unter uns mittlerweile aber auch zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema. Begonnen hat alles mit Jon Kabat-Zinn einem (emeritierten) Professor der University of Massachusetts Medical School in Worcester. Er hat es sich in den 70er-Jahren während seines Berufslebens zur Aufgabe gemacht, die Achtsamkeitspraxis in Medizin und Gesellschaft bekannt zu machen und zu etablieren.

Bücher wie „Gesund durch Meditation“ oder „Achtsamkeit für Anfänger“ sind nach wie vor beliebte Ratgeber bei all denjenigen, die ihr Leben nachhaltig ins Positive legen wollen. Jon Kabat-Zinn formte aus der klassischen buddhistischen Meditation (Vipassana), dem Yoga und dem Zen ein neues Programm, welches jedem die Möglichkeit bietet zu lernen, besser mit Stresssituationen umgehen zu können. Unter dem „neuen“ Namen „Stressreduktion durch Achtsamkeit“, kurz MBSR (aus dem Englischen: mindfulness-based stress reduction) entstand eine neue Form der Stressreduktion, welche sich auch in den Alltag integrieren ließ.

Mittlerweile gibt es in Deutschland zahlreiche Ausbildungsinstitute für Achtsamkeit und rund 1.000 Achtsamkeitslehrer, Tendenz steigend.

Warum Du jetzt anfangen solltest, achtsam zu leben

Beim Thema Achtsamkeit geht es keineswegs darum, ständig und überall zu meditieren. Achtsamkeit bedeutet vor allem mit all Deinen Sinnen bei dem zu sein, was Du gerade tust, also ganz in dem jeweiligen Moment zu sein. Und dabei spielt es keine Rolle, ob Du gerade eine Zigarette auf dem Balkon rauchst, einen Kaffee trinkst oder die Küche putzt. Hauptsache ist, Deinen Geist frei von Bewertungen zu machen und Deine Aufmerksamkeit einzig auf das auszurichten, was Du jetzt im Jetzt gerade tust. Durch diese einfache Übung wirst Du schnell merken, dass Du in der Lage bist, klarer, ruhiger, effizienter, gesünder und zufriedener durchs Leben zu gehen.

Denn das Problem der heutigen Zeit ist vor allem der Leistungsdruck und das damit einhergehende Multitasking. Und so großartig dieses Model der Leistungsforderung auch klingt, es ist das Schlimmste, was Du tun kannst, wenn Du Stress vermeiden willst. Das Multitasking erfordert enorm viel Kraft und Lebenslust, weil Du im Grunde nur noch funktionierst. Wie eine Maschine…, ein Roboter… Und was wissen wir über Roboter? Sie haben keine echten Emotionen und keine Gefühle… Sie nehmen nur das wahr, wofür sie programmiert wurden.

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Quellen:

https://www.helios-gesundheit.de/magazin/corona/news/corona-depression/

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-03/meditation-achtsamkeit-hype-anti-stress-depression-psychologie

https://de.wikipedia.org/wiki/Jon_Kabat-Zinn

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