Angehörige des indigenen Stammes der Waorani in Ecuador erwirkten ein Gerichturteil, mit dem die Regierung daran gehindert wurde, Land im Amazonasgebiet an Ölfirmen zu verkaufen. Dieses bahnbrechende Urteil hielt auch der Berufung stand.

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Ein historischer Sieg

Die Regierung hatte im Jahr 2012 eine Einigung mit den Waorani über die Suche nach Öl erzielt. Im Jahr 2018 kündigte der ecuadorianische Minister für Energie die Versteigerung von 16 neuen Ölkonzessionen für straßenlose Primärwälder in den Gebieten Shuar, Achuar, Kichwa, Waorani, Shiwiar, Andoa und Sápara an. In der Region gibt es eine der höchsten Artenvielfalt auf dem Planeten.

Die Waorani in der Provinz Pastaza hatten sich daraufhin zusammengeschlossen, um eines der letzten ölfreien, straßenlosen Gebiete ihres angestammten Territoriums zu verteidigen.

Nachdem Vertreter der Waorani erklärten, sie seien betrogen worden, indem die ecuadorianische Regierung ihr Recht auf Konsultation verletzt habe, verstärkten sie ihren Kampf und reichten am 27. Februar 2019 eine historische Klage in Ecuadors Stadt Puyo ein. Die Klage der Waorani zielte darauf ab, das Land ihrer Vorfahren von der Gewinnung natürlicher Ressourcen freizuhalten und einen Präzedenzfall für andere indigene Nationen zu schaffen.

Das Gericht ordnete neue Gespräche an, bei denen die Vorgaben des Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) mit Sitz im costa-ricanischen San José umgesetzt werden sollten.

Diese Entscheidung verbot es Ölfirmen und der ecuadorianischen Regierung auch, in weiteren Gebieten zu bohren.

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Berufung abgewiesen

Nach diesem Gerichtsurteil legte die Regierung postwendend Berufung ein.

Das Gericht wies die Berufung des Umweltministeriums und der Generalstaatsanwaltschaft am 11.07.2019 zurück. Damit bestätigte es die frühere Entscheidung eines Gerichts im April 2019, die sich auf eine Schutzmaßnahme bezog, welche die Waorani vorgeschlagen hatten, um ihr Territorium von der Ölförderung freizuhalten.

Die Waorani haben es geschafft, 202 Quadratkilometer ihres Amazonas-Regenwaldgebiets vor Bohrungen zu schützen und somit die geplante Versteigerung von 16 Ölblöcken zu verhindern.

Dieses Land kann nun nicht mehr versteigert und verkauft werden. Von High-Tech-Karten und globalen Kampagnenstrategien bis hin zur Organisation mehrerer Nationen führten die Waorani eine Widerstandsbewegung gegen die Gewinnung fossiler Brennstoffe an.

Nemonte Nenquimo, die für ihr Volk der Waorani die Klage mitinitiiert hatte, sagte nach der Urteilsverkündung:
„Das Gericht hat anerkannt, dass die Waorani und alle anderen indigenen Völker Rechte über ihre Territorien haben, die respektiert werden müssen. Die Interessen der Regierung in Öl sind nicht mehr wert, als unsere Rechte, unsere Wälder und unsere Leben.“ 

Ecuador ist wirtschaftlich vom Öl abhängig

Ab den 1960er Jahren öffnete Ecuador den Zugang für große transnationale Ölkonzerne und stellte jedem von ihnen Areale von 200.000 Hektar des Amazonasgebiets zur Verfügung. Zu diesem Zweck wurden die Gesetze zum Schutz von Naturgebieten geändert und sogar die Grenzen der Nationalparks modifiziert. Seitdem hat die Ölförderung in Ecuador nicht aufgehört.

Seit dem Jahr 2000 machen die Ölexporte in Ecuador 50 Prozent der Gesamtexporte aus, die durchschnittlich 11 Prozent des Brutto-Inland-Produkts (BIP) des Landes entsprechen. Aus diesem Grund ist Ecuador wirtschaftlich vom Öl abhängig und versucht daher, große Investitionen anzuziehen, um die Ölproduktion zu steigern.

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Die Auswirkungen der Ölindustrie auf indigene Völkergruppen

Die Ölförderung im Amazonas hat nicht nur auf ökologischer Ebene große Auswirkungen auf das Land, sondern auch auf die Ureinwohner dieser Region. Diesen negativen Folgen treten in allen Phasen der Ölförderung auf. In der Erkundungsphase durch die Eröffnung von Straßen, den Bau von Erdölbohranlagen und die zwingende Annäherung eines ausländischen Unternehmens.

Die Ölindustrie hat die Abholzung und Verschmutzung von Millionen Hektar Dschungel mit sich gebracht. Tausende Barrel Rohöl sowie Schwermetalle wurden in die Wälder und Flüsse verschüttet, welche die Wasserquellen der Amazonasregion verunreinigt haben. Diese Verunreinigung führt zu Verlusten in der lokalen Landwirtschaft, zum Tod von Tieren und Heilpflanzen und wirkt sich schädigend auf die Gesundheit aus.

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In ihrer Studie „Amazonas unter Druck“ gibt die RAISG bereits 2012 der Ölausbeutung die Schuld für das Aussterben ecuadorianische indigener Völker, wie der Tetete und der Sansahuari.

 

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Quellen: 

https://www.reuters.com/article/us-ecuador-oil/ecuador-names-new-energy-minister-as-it-seeks-to-boost-oil-production-idUSKBN1XT2WB

https://ojo-publico.com/1226/amazonia-en-la-encrucijada

http://www.fluchtgrund.de/2019/07/ecuadorianischer-amazonas-oelindustrie-bedroht-indigene-voelker/

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/ureinwohner-in-ecuador-verhindern-suche-nach-oel-100.html

https://www.fuhem.es/media/ecosocial/image/culturambiente/fichas/ECUADOR_combustibles_n22.pdf

https://www.amazoniasocioambiental.org/es/publicacion/amazonia-bajo-presion/

https://waoresist.amazonfrontlines.org/action/ 

https://www.telesurenglish.net/news/Ecuadorean-Court-Rules-in-Favor-of-Protecting-Waorani-Rainforests-from-Oil-Companies-20190712-0002.html

https://www.amazonfrontlines.org/chronicles/ecuador_waorani_win_case_to_protect_amazon_against_oil_exploitation/

https://www.focus.de/panorama/welt/joao-de-deus-wunderheiler-wegen-vergewaltigung-von-vier-frauen-zu-19-jahren-haft-verurteilt_id_11480669.html

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