Digitalisierung und steigende Zielvorgaben in der Arbeitswelt entwickeln sich zu einem gefährlichen Trend. Anstatt neuer Freiheiten erleben Mitarbeiter erhöhten Leistungsdruck und neigen zu selbstgefährdenden Verhalten.

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Mitarbeiter gehen über ihre Grenzen hinaus

Eine aktuelle Studie des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung und BARMER GEK belegt einen gefährlichen Trend. Mitarbeiter neigen dazu mehr zu arbeiten, als ihnen gut tut. Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben legen ein viertel von den 1.000 repräsentativ befragten Vollzeit-Beschäftigten ein Tempo vor, von dem sie selbst überzeugt sind, dass sie es langfristig nicht durchhalten. Ein Fünftel der Befragten erreichen oft die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, verzichten auf Pausen und jeder Achte erscheint krank zur Arbeit.

Verzicht auf Urlaub, übermäßiger Konsum von Nikotin und Medikamenten sowie das Unterlaufen von Sicherheits-, Schutz und Qualitätsstandards verstärkt die Selbstgefährdung.

Belohnungen nur hilflose Versuche die Leistung zu fördern

Der Grossteil der Arbeitgeber glaubt, ihre Mitarbeiter seien mit Geld zu locken: Provisionen, Boni und Incentives (Geldprämien, Sachprämien, Bonusprogramme, Reisen, besondere Veranstaltungen (Events), Lob, Titel (beruflicher Aufstieg) oder Dienstwagen in Gebrauch sind gern genutzte Belohnungen, um die Leistung und auch die Motivation zu steigern.

„Die Wirtschaft macht immer noch das genaue Gegenteil von dem,
was die Forschung längst weiß.“
(Daniel Pink, Motivationsexperte)

Der Aussage von Daniel Pink stimmen Neurobiologen zu. Sie können inzwischen erklären, warum von außen einwirkende Motivatoren, wie Belohnungen eher hilflose Versuche der Leistungsförderung sind.

Sämtliche Konditionierungsversuche, dazu gehören Lob und Tadel ebenso wie Boni und Incentives, sind allenfalls gutgemeinte Versuche, mehr jedoch nicht. Besonders Leistungsdruck ist ein ziemlich untaugliches Mittel zur Steigerung von Leistungen. Erzeugt Druck Angst, verkehrt sich die Wirkung ins Gegenteil, denn Angst erzeugt Stress. Leistungssteigernd wirkt Druck nur so lange, wie wir die Herausforderung als angenehm empfinden.

Stress messen im Betrieb

Für Unternehmen, denen bewusst wird, wie wertvoll die Gesundheit ihrer Mitarbeiter ist und einen detaillierten Überblick über das aktuelle Stressgeschehen in ihrem Unternehmen gewinnen möchten, bietet sich das S-Tool an. Es zeigt die subjektiv erlebten Belastungen und Ressourcen sowie das momentane Befinden der Mitarbeitenden auf und liefert automatisch generierte Ergebnisse auf Team -, Abteilungs- und Unternehmensebene.

Das S-Tool ist ein internetbasierten Fragebogen, der mit wenig Aufwand einen detaillierten Überblick über das aktuelle Stressgeschehen in einem Betrieb wiedergibt. Es zeigt die subjektiv erlebten Belastungen und Ressourcen sowie über das momentane Befinden der Mitarbeitenden auf und liefert automatisch generierte Ergebnisse auf Team -, Abteilungs- und Unternehmensebene.

 

 

Vielen Arbeitnehmern scheint lt. der Studie das Gefühl für die eigenen Grenzen verloren gegangen zu sein. Dieses gilt es wieder zu entwickeln, betont Prof. Gert Kaluza in der Studie.

Erkenne dein eigenes Stressprofil

Finde durch Selbstbeobachtung heraus, was dich am meisten stresst. Sind es Beziehungsprobleme, Zeitmangel, Leistungsdruck, finanzielle Sorgen oder Probleme mit der Gesundheit? Oder erlebest du Stress durch schlechte Essgewohnheiten, Perfektionismus, die Unfähigkeit, Nein zu sagen oder weil du dir zu viel Sorgen machst? Schreibe auf, was dich am meisten belastet. Bewerte das Ergebnis nicht, sondern mache dir einfach bewusst, was deine drei Hauptstressoren sind. Allein durch diese neutrale Wahrnehmung wird sich der Stress verringern und du kannst ein sinnvolles Konzept erstellen, wie du deine persönlichen Stressauslöser am besten reduzieren kannst. Damit beginnst du bereits in diesem Moment mit einem bewussteren und achtsameren Leben, denn nur das Wissen, um die eigenen Grenzen bewirkt noch keine Veränderung des destruktiven Verhaltens. Als Mitarbeiter sollte ich diese meinen Vorgesetzten gegenüber äußern und meine Handlungen dementsprechend ausrichten. Das bedarf vielleicht etwas Mut, doch nur zu hoffen, das sich etwas ändert, verändert in der Regel nichts.

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Quelle:
http://www.gesundheitsmonitor.de

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