Heiß, heißer Bikram Yoga

Kann man den Körper entspannen und gleichzeitig herausfordern? Ja, man kann! Zumindest fühlt es sich so an, wenn man Bikram Yoga praktiziert.

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90 Minuten verbringt man hier in einem auf etwa 40°C aufgeheizten Raum, den Blick fast pausenlos auf einen riesigen Spiegel gerichtet. Schon bei der Atemübung (Pranayama), die den Körper auch von Innen aufwärmen und den Kreislauf in Schwung bringen soll, komme ich ins Schwitzen. Langsam lasse ich zu im Rhythmus tiefer Atemzüge meine Ellenbogen rauf und runter sinken.

Doch erst die zweite Übung, der halbe Mond (Ardha-Chandrasana) lässt erahnen, was in dieser Klasse noch erwartet wird. Mit ausgestreckten Armen und angespannten Beinen, biegen wir uns zu den Instruktionen von Lehrerin Claudia zuerst 60 Sekunden nach rechts und dann eine weitere Minute nach links. Hört sich leichter an, als es sich anfühlt. Zumindest merke ich schon nach den ersten drei Sekunden, dass ich in den letzten Jahren durchaus mehr für meine Bauchmuskeln hätte tun können. Nach einer kurzen Pause in aufrechter Haltung, wird das Ganze noch einmal wiederholt. Diesmal jedoch nur für 30 Sekunden. Diese Übung soll die Wirbelsäule aufwärmen und die Hüft- und Bauchmuskulatur trainieren.

65 Minuten arbeiten wir uns so in den 13 stehenden Übungen Körperpartie für Körperpartie vor, bis wir bereit sind für das „richtige Yoga“ wie Claudia es nennt. Gemeint sind damit die noch verbleibenden 13 Übungen auf dem Boden, die sich vor allem auf Rücken und Bauch konzentrieren. Nach 90 Minuten und gefühlten 100 Litern Schweiß hat man es geschafft. Und endlich setzt nach der Herausforderung auch das Gefühl der Entspannung ein.

Bikram ist in

Mit über 600 Studios weltweit gehört Bikram-Yoga zu den beliebtesten Yoga-Stilen. Besonders Leistungssportler und natürlich auch Prominente wie Pink oder Lady Gaga schwören auf das heiße Workout, bei dem durch gezielte Kompression und darauffolgendes Dehnen die inneren Organe massiert, Drüsen stimuliert und gleichzeitig der gesamte Muskelapparat trainiert wird. Mit jedem Mal soll die Serie den Rücken stärken, eine optimale Körperhaltung fördern und das Körperbewusstsein verbessern. Bei einem durchschnittlichen Kalorienverbrauch von 700 Kcal pro Serie ist Bikram Yoga ein prima Schlankmacher.

Gut für die Gesundheit?

Dennoch muss sich Namensgeber und Erfinder Bikram Choudhury auch immer wieder Kritik anhören. Die Hitze sei nicht gut für das Herz-Kreislauf-System, der Stil zu hart und zu wenig spirituell. Tatsächlich ist diese Yoga-Variante nicht für jeden etwas. Menschen mit Kreislaufschwäche sollten diese ungewohnten Anstrengungen lieber meiden. Und auch wer beim Yoga vor allem spirituelle Erleuchtung sucht wird sie bei dieser Variante schwerlich finden. Wer sich und seinen Körper allerdings gerne fordert und schnelle Erfolge sehen möchte, der ist hier genau richtig. Die Gruppendynamik hilft dabei, jedes Mal aufs Neue seinen inneren Schweinehund zu überwinden und sein Bestes zu geben. Und auch wenn man bei der ersten Stunden das Gefühl haben sollte gerade durch die Hölle zu gehen, lohnt es sich doch dabei zu bleiben. Warum? Weil Sie sich danach wie neugeboren fühlen werden. Versprochen!

Yvonne Adamek

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