Ob Fernseher, Smartphone, Tablet, Laptop oder digitale Werbetafeln in der Stadt. Bildschirme sind in der heutigen Zeit allgegenwärtig und ein wichtiger Bestandteil des digitalen Fortschritts. Über die Folgen der Bildschirmzeit auf unser Gehirn haben wir uns bisher allerdings nur wenig Gedanken gemacht. Studien lassen aber vermuten, dass insbesondere die Entwicklung unserer Kinder unter dem ständigen digitalen Konsum leidet. Darüber hinaus werden vor allem wir Erwachsene über diverse Medien und deren Manipulationskampagnen in eine Richtung gelenkt, wo die Verantwortlichen uns haben wollen, ohne dass wir es merken.

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Höheres Risiko für psychische Probleme durch zu viel Bildschirmzeit

Seit 2011 hat es sich das Team um Prof. Dr. Wieland Kiess und Prof. Dr. Antje Körner im Zuge der LIFE Child-Studie zur Aufgabe gemacht, die gesunde Kindesentwicklung von der Schwangerschaft bis ins frühe Erwachsenenalter zu untersuchen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, welche Faktoren die Kindesentwicklung positiv oder aber auch negativ beeinflussen. Ein Teil dieser Studie ist der Medienkonsum bzw. die Auswirkungen der Bildschirmzeit auf die Entwicklung unserer Jugend und Kinder.  

</strong><strong>Screened Out – Unsere Smartphone-Sucht</strong><strong> Screened Out – Unsere Smartphone-Sucht

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So deutet die Langzeitstudie etwa drauf hin, dass eine intensive Nutzung von Smartphone, Computer und dem Internet nicht nur das Wohlbefinden von Kindern verschlechtert, sondern auch einen Zusammenhang mit auffälligem Verhalten, Schlafstörungen und schlechten Leistungen im Unterricht herstellt.

Der Aspekt der Mediennutzung wird am Uniklinikum Leipzig bereits seit 2002 untersucht, wobei die Verantwortlichen bereits knapp 5000 Kinder und Jugendliche untersucht und deren Medienverhalten beobachtet haben.

„Wenn Kinder schon sehr früh mit Smartphones, Tablets oder anderen Bildschirmen für mehrere Stunden allein gelassen werden, zeigen sich später Lernschwierigkeiten und vor allem schlechtere Ergebnisse in Mathematik,“

so Prof. Wieland Kiess, Studienleiter und Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. Demnach kommen Kinder laut eigener Aussage auf etwa fünf Stunden Bildschirmzeit pro Tag, wobei sie nur etwa 30 Minuten am Tag wirklich offline sind. Infolgedessen ist die Studie zu Folgenden Ergebnis gekommen: Die Kinder sind unausgeschlafener, was sich wiederum auf die Aufmerksamkeitsspanne und die Gewichtsentwicklung auswirkt.

Noch erschreckender sind die Zahlen bei unseren jüngsten Mitmenschen. So hat die Studie 2007 ebenfalls gezeigt, dass bereits Zwei- bis Fünfjährige mehr als 30 Minuten am Tag vor einem Bildschirm sitzen. Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung und Konzentrationsschwierigkeiten waren die Folgen. Darunter entwickelten viele Kinder auch eine Hyperaktivität.

Der Mensch verlernt, was er nicht braucht

Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass das Gehirn unserer Kinder sich bis nach der Pubertät in der Entwicklung befinden. Das heißt, es sollte eigentlich gefördert und gefordert werden, anstatt ihm Lernprozesse durch das paralysierte Starren in einen Bildschirm vorzuenthalten.

Dabei muss man sich als Elternteil immer folgenden Satz vor Augen halten:

Der Mensch verlernt, was er nicht braucht.

Dabei sollte vor allem jetzt in Zeiten der Pandemie drauf geachtet werden, dass Kinder und Jugendliche sich mehr mit anderen Dingen beschäftigen als mit dem Smartphone. Auch wenn es für ohnehin schon gestresste Eltern und Kinder anders mit ziemlicher Sicherheit einfacher ist, Ärger zu vermeiden. Eine Möglichkeit, um die Kinder vom Bildschirm zu bekommen, sind beispielsweise außerschulische Aktivitäten. So zeigte eine Studie, die im englischsprachigen Fachblatt „Preventive Medicine“ veröffentlicht wurde, dass Jugendliche, die außerschulische Aktivitäten durchführten, mit signifikant geringerer Wahrscheinlichkeit nach der Schule mehrere Stunden vor dem Bildschirm verbrachten. Zwar ist dies in Zeiten von Corona schwierig, dennoch sind die Daten der Studie, welche vor der Pandemie durchgeführt wurde, enorm wichtig, denn sie zeigen schlicht, dass Aktivität die Bildschirmzeit der Kinder signifikant reduziert.

Das heißt, selbst wenn Schulen geschlossen sein sollten und keine außerschulischen Aktivitäten stattfinden, ist es enorm wichtig, dass die Kinder rauskommen, sich bewegen und auslasten. Allein um einen Lockdown-Frust zu vermeiden.

The Social Dilemma

Ein weiteres Problem, welches bei Weitem nicht nur unsere Kinder betrifft, sind die sozialen Medien wie Facebook, Instagram und Co. Denn in diesem Gefilde neigt auch die ältere Generation gerne dazu, sich im „Rabbithole“ der visuellen Informations- und Bildquellen zu verlieren. Und genau das ist auch das Ziel der sozialen Medien, denn so verdienen sie ihr Geld. Die Unternehmen verdienen ihr Geld quasi mit unserer Bildschirmzeit und sie legen alles daran, uns an die leuchtenden Kästen zu fesseln. Dabei ist die Sehnsucht nach mehr Zeit ohne Medieneinfluss enorm groß. Wie also schaffen die Unternehmen es, unser Suchtpotenzial derart auszuschöpfen.

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Seien wir mal ehrlich, jeder von uns kennt bestimmt mindestens eine Person, die sich schon ewig von Facebook oder Instagram verabschieden will und das vielleicht auch schon getan hat. Nach einer bestimmten Zeit kommen die meisten aber wieder zurück, weil sie das Gefühl haben, etwas zu verpassen. Dabei gibt es mittlerweile zahlreiche Studien, die dafür sprechen, dass jene, die weniger Zeit vor Bildschirmen verbrachten, insgesamt glücklicher waren. Vermeintlich glücklich macht aber auch der Konsum dieser Medien. Denn jedes Like und jeder Share lässt unseren Körper Glückhormones ausschütten, die uns das Gefühl von Anerkennung vermitteln. Die Macher dieser Medien verkaufen uns also Anerkennung und Aufmerksamkeit. Ziel ist es, den User solange wie möglich an ihr „Produkt“ zu fesseln. Einen tollen Einblick in dieses Prinzip zeigt die Dokumentation „The Social Dilemma“, in welcher vor allem hochrangige Ex-Mitarbeiter des Silicon Valley zu Wort kommen und die Schattenseiten der sozialen Medien beleuchten. Früher, so Roger McNamee, einer der ersten Investoren von Facebook, wurde im Silicon Valley hauptsächlich mit Hardware gehandelt. Heute ist der Nutzer das Produkt. Und das funktioniert mit Werbung.

„Die Werber sind die Kunden, wir sind das, was verkauft wird,“

sagt Aza Raskin, früherer Mitarbeiter bei Firefox und Mitbegründer des „Center for Humane Technology“

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Die sozialen Medien stecken hinsichtlich dessen natürlich unter einer Decke mit den Werbemachern. Die Strategie dahinter ist simpel. Je länger der Nutzer vor dem Bildschirm sitzt, desto mehr Werbung kann ihm eingetrichtert werden. Dabei gehen die Verantwortlichen aber raffinierter vor als in TV, wo leidiglich die Werber gezeigt werden, die am meisten Geld bezahlen. Im Internet hingegen sorgen Algorithmen dafür, dass mir genau die Werbung angezeigt wird, die für mich relevant ist. Mithilfe der Algorithmen kann gezielt ermittelt werden, wo sich eine Person aufhält und was sie im Moment benötigen könnte. Klingt gruselig, aber genau so läuft das. Das heißt auch, je mehr ein Mensch vor dem Bildschirm verbringt und je mehr dieser auf sozialen Medien aktiv ist, desto mehr Einfluss haben die Algorithmen auf die Persönlichkeit des Einzelnen, denn oft werden auch Inhalten angezeigt, die ich von mir aus vielleicht nie gesucht hätte, die mich aber dennoch ansprechen.

Apple verbannt Apps, die Smartphone-Sucht bekämpfen

Apple geht sogar noch weiter und verbannt immer mehr Apps, welche als Unterstützung dienen sollen, um die Smartphone-Sucht zu bekämpfen. Zwar hatte Apple mit der App „Screen Time“ vor einiger Zeit eine eigene Lösung hinsichtlich übermäßiger Bildschirmzeit auf den Markt gebracht, der Schritt, welcher als Nächstes unternommen wurde, sorgte jedoch für wenig Begeisterung. Seit der Veröffentlichung von iOS 12 hat Apple nämlich nach und nach immer mehr Applikationen zum Management der Bildschirmzeit aus dem eigenen Apps-Store verbannt. So berichtete die New York Times bereits im April 2019, dass der beliebte Softwareentwickler in den vorausgegangenen Monaten 11 der 17 beliebtesten Apps aus diesem Bereich entweder ganz entfernt oder auf Druck von Apple schwer in ihrer Funktionalität eingeschränkt hat.

Der Grund hierfür: Angeblich hätten die betroffenen Entwickler gegen die offiziellen App-Store-Regeln verstoßen. Dabei stützt sich der Softwaregigant auf den Schutz der Privatsphäre und die Sicherheit der Nutzer. Das macht dahingehend Sinn, dass diese Art von Apps natürlich einen recht weitreichenden Einblick in die Aktivitäten der User haben. Immerhin ist das für die Funktionalität dieser „Screen Time“-Apps vonnöten. Komisch ist allerdings der Umstand, dass Apple die Applikationen über Jahre akzeptiert und diese erst kritisiert hatte, als eine eigene Lösung auf dem Markt war. Wir sehen also, dass wir selbst recht wenig Entscheidungskraft haben, wenn es darum geht, welche Inhalte auf unserem Bildschirm zu sehen sind und welche nicht.

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Quellen:

https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/klassenzimmer/folgen-der-digitalisierung-die-bewegungsfaehigkeit-der-kinder-verkuemmert-16830564.html

https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/weniger-bildschirmzeit-und-mehr-freizeitaktivitaet-fuer-die-teenager-psyche-20201109527705/

https://www.profil.at/gesellschaft/digital-detox-sucht-soziale-medien-9092522

https://www.watson.de/digital/social%20media/410327712-the-social-dilemma-ex-silicon-valley-mitarbeiter-warnen-vor-sozialen-medien

https://www.nytimes.com/2019/04/27/technology/apple-screen-time-trackers.html

https://www.derstandard.at/story/2000102211569/apple-geht-gegen-apps-vor-die-smartphone-sucht-bekaempfen

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