Die meisten Menschen kennen leider nicht den Unterschied zwischen Emotion und Gefühl. Doch es hat einen großen Einfluss auf dein Leben. Coach und Bewusstseinsforscher Bruno Würtenberger erklärt anschaulich, wie man damit umgeht.

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Der Unterschied zwischen Emotion und Gefühl

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Bruno Würtenberger
Lustvoll leben in echter Liebe zu sich selbst und anderen.

Die meisten Menschen kennen leider nicht den Unterschied zwischen Emotion und Gefühl. Es gilt folgendes zu wissen: Ein Gefühl wird immer – und zwar grundlos – von Dir erschaffen. Gefühle sind also schöpferische Aktionen. Und wenn Du ein Gefühl erlebst, dann hast Du es auch erzeugt und somit bist Du, in diesem Sinne, der Schöpfer.

Emotion ist allerdings immer eine Reaktion, keine Aktion im schöpferischen Sinne. Emotionen sind Reaktionen, welche durch Wahrnehmung und Gedanken quasi als Reflex ausgelöst werden. Die Impulse welche also Emotionen in uns wach rufen, befinden sich stets außerhalb dessen, was wir in Wirklichkeit sind.

Was und wie wir genau fühlen ist natürlich eine viel komplexere Angelegenheit als einfach zu glauben, dass alles was man fühlt, Gefühle seien. Emotionen sind mit vielen Faktoren wie Wunsch, Widerstand, Bewertung, Überzeugungen und weiteren, individuellen Gedankenkonstrukten, verknüpft.
Wenn Du mal nicht sicher sein solltest, ob Du nun gerade ein Gefühl erlebst oder eine Emotion, dann frage Dich einfach: „Aufgrund wovon fühle ich gerade das, was ich fühle?“

Jede Antwort außer: „Weil ich es entschieden habe mich genau jetzt, genau so zu fühlen“, weist darauf hin, dass es sich um eine Emotion handelt.

99,99 Prozent aller Gefühle sind in Wirklichkeit Emotionen!

Würdest Du dies eine Zeit lang bei Dir beobachten, wie es sich so mit Deinem Fühlen verhält, dann würdest Du sehr schnell herausfinden, dass 99,99 % aller Gefühle tatsächlich Emotionen sind. Die Wirkung, welche sowohl Emotion wie auch Gefühl durchaus haben, ist jedoch grundlegend ebenfalls unterschiedlich.

Emotionen verbrennen viel mehr Energie als sie produzieren. Im Gegensatz zu echten Gefühlen, welche stets mehr Energie erzeugen, als dass sie verbrauchen! Emotionale Menschen würden eine viel höhere Lebensqualität erfahren, wenn sie nicht dauernd mehr Energie verbrauchen würden als sie produzieren.

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Gut, ein gefühlvolles Leben wäre nicht im Entferntesten so actionreich wie ein emotionales, aber es wäre von hoher und dauerhafter Qualität. Depression zum Beispiel ist das Resultat einer bestimmten Denkensart. Opferhaltiges und problemorientiertes Denken bewirkt einen so schnellen Energieverbrennungswert, dass konsequent und oft über viele Jahre, beinahe die gesamte zur Verfügung stehende Reserve an Lebensenergie verheizt wurde.

Welcher emotionaler Typ bist du?

Es gibt verschiedene Typen von Menschen welche typischerweise einen eher emotionalen Umgang mit ihrer Energie pflegen. Sie sind aus der antiken griechischen Temperamentenlehre bekannt als: Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker und Melancholiker. Emotionen sind, wie es das Wort schon sagt (E-Motion = In Motion = In Bewegung) aufwühlend und sehr bewegend. Sie wühlen den ansonsten ruhigen Spiegel Deiner Seele auf und erfordern immer wieder die Beruhigung der Aufgewühltheit. Dabei ist es einerlei ob sie positiver oder negativer Natur sind. Zur Verdeutlichung: Liebe ist ein Gefühl, Verliebtheit eine Emotion.

Emotion scheint im ersten Moment zwar auch ein guter Energielieferant zu sein, aber deren Power verblasst genau so schnell, wie er aufgetaucht ist. Gefühl jedoch wirkt immer sehr, sehr langfristig und gilt daher als Lebenselixier schlechthin.

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Was viele aber nicht wissen ist, dass eine Emotion immer nur ein Angebot darstellt und man lernen kann, ein solches anzunehmen oder auch abzulehnen. Gut, die Zeitspanne in welcher dies möglich ist, ist sehr kurz, aber mit ein klein wenig Übung kann dieser Moment lange genug ausgedehnt werden um eine freie Entscheidung treffen zu können und entweder ja oder nein dazu zu sagen.

Wie das geht, erkläre ich Dir jetzt mit folgender Übung:

  1. Was immer Du tust oder erlebst, beobachte Dich.
  2. Bemerke immer bevor Du reagierst, wie Du gleich reagieren wirst.
  3. Entscheide nun frei, ob Du so reagieren möchtest oder nicht.
  4. Dann reagiere immer öfter so, wie Du es am liebsten tun würdest.

Wenn Dir diese Übung all zu schwer fällt, dann ergründe zuerst Deine Verhaltensstruktur.

Wogegen, also gegen welche Gefühle, hast Du Widerstand?
Welche Deiner Gedanken beunruhigen Dich?
In welchen Situationen kannst Du nicht frei entscheiden wie Du Dich fühlen willst und warum dem so ist?

Dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für jede Forschung in Sachen Bewusstsein, Emotion und Gefühl! Du musst Dich selbst also noch viel besser kennen lernen. Damit Du tun kannst, wie Du es wirklich willst, musst Du wissen, wie der funktioniert, dessen Leben und Fühlen man verändern will. In diesem Falle, Dich selbst. Wer sich selbst nicht kennt – die meisten glauben natürlich, dass sie sich selbst schon gut genug kennen – der wird nie etwas anderes tun können, als aus dem einen oder anderen Grund, nahezu immer in Reaktion zu sein.

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Nur soviel dazu: Nur weil wir unser ganzes Leben mit uns verbracht haben heißt dies noch lange nicht, dass wir uns auch wirklich kennen. Manche sind beinahe hundert Jahre miteinander verheiratet und kennen den anderen nicht, oder? Genau, daher heißt es eben auch Bewusstseinsforschung. Ein Bewusstsein zu haben ist nicht gleichbedeutend damit, es auch zu kennen und dies wiederum ist auch kein Garant dafür zu wissen, wie man mit Bewusstsein umgeht oder zumindest noch umgehen könnte.

Am besten gehst Du davon aus – zumindest wenn Du wachsen willst – dass Du ein emotionaler Typ bist. Deswegen brauchst Du nicht traurig oder ein Melancholiker und auch nicht ein Choleriker sein. Du kannst durchaus ‚normal’ sein und Dich an keinem Extrem der verschiedenen Temperamente befinden und trotzdem emotional oder besser gesagt, reaktiv sein.

Auf die Nachhaltigkeit deiner Gefühle kommt es an!

Gefühle sind erfüllender Natur, langfristig und nachhaltig. Emotionen sind überfüllender, explosiver und kurzfristiger Natur. Wenn man dies weiß und wenn man sich in einer Situation befindet für die man sich zu schwach fühlt weil man kurzfristig mehr leisten müsste als man zu schaffen glaubt, dann könnte man ganz einfach, frei und selbstbestimmt eine Emotion (auch ohne äußeren Indikator) erzeugen und mit dieser kurzfristig überdosierten Energie, die Herausforderung meistern.

Aber Vorsicht! Dies sollte nicht all zu oft gemacht werden, ansonsten ist Energiemangel vorprogrammiert. Man kann ab und zu über seine energetischen Verhältnisse leben, wenn es wohldosiert und gezielt gemacht wird. Aber wenn wir hier die Kontrolle verlieren, dann ist Erschöpfung nur die logische Folgerung.

Nun magst Du Dich fragen: „Wie bemerke ich, ob ich ein Gefühlsmensch oder bloß emotional bin ?“

Ganz einfach: Wenn Du Dich jeden Morgen beim Aufstehen wie die reine, lautere Freude fühlst,dann bist Du es!

Bruno Würtenberger

Weitere inspirierende Beiträge unseres Gastautors Bruno Würtenberger findest du in seinen Autorenblog.

Kommentiere diesen Beitrag gerne unter der Autorenbeschreibung.

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Über den Autor

Bruno Würtenberger

Bruno Würtenberger, geb. 1960, ist Schweizer Autor und Bewusstseinsforscher.

Er leitet weltweit Kurse, Seminare und Workshops zu den Themen der Bewusstseinsentwicklung.

Bruno Würtenberger ist Vater eines Sohnes und lebt in der Nähe von Zürich.

Er war unter anderem beim 5. Bleepkongress als Referent zu Gast und wirkte bei der DVD "Heile dich selbst" mit.

Sein Buch "Klartext – Lustvoll leben in echter Liebe zu sich selbst und anderen" ist die Quintessenz seiner langjährigen Arbeit.

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