Der Tod ist etwas, das die Menschheit seit Anbeginn der Zeit fasziniert, aber auch in Angst versetzt. Vor allem die Frage, was danach kommt, scheint etwas zu sein, was uns keine Ruhe lässt. Gibt es ein Leben danach, werden wir wieder geboren? Und wenn ja, als was? Das Projekt Capsula Mundi scheint diese Frage zumindest oberflächlich zu beantworten. Zumindest wird uns eine neue Herangehensweise eröffnet, wie wir über den Tod denken. Denn die Möglichkeit, nach seinem Tod in einen Baum überzugehen, scheint eine schönere Vorstellung zu sein, als sich unter der Erde den Vorgängen der Zersetzung hingeben zu müssen, ohne eine sichtbare Spur zu hinterlassen.

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Capsula Mundi – Die Idee und der Ursprung

In einer Welt, die dermaßen von Technologie, Kapitalismus und Materialismus dominiert wird, entfernen wir uns immer weiter vom Ursprung unseres Selbst. Wir nehmen die Natur längst nicht mehr als das war, was sie eigentlich ist.

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Unser Energiespender, unser Lebenselixier, vor allem aber unsere Heimat, unser Zuhause. Wir leben in Städten, in denen es kaum grün gibt und verkriechen uns in unseren Häusern, sobald das Wetter nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Und wenn wir sterben, kommen wir in beengte Gefäße und warten darauf, dass die Natur der Zersetzung ihren Lauf nimmt. Danach bleibt eigentlich nicht mehr viel übrig als ein Stein, der mit den eigenen Initialen trostlos auf der Erde liegt und wenn wir Glück haben, bekommen wir ab und zu noch ein paar Blumen. Klar kann man diese trostlose Art der Bestattung damit rechtfertigen, dass wir ja ohnehin tot sind und von dem Ganzen nichts mehr mitbekommen.

Was aber, wenn es die Möglichkeit gäbe, ganz im Sinnbild des Phönix aus dem verwesenden Leib oder aus der Asche wieder neu zu entstehen? Zwar nicht als Mensch, aber als Baum. Genau diese Möglichkeit bietet das Capsula Mundi Projekt. Ein kulturelles und breit angelegtes Projekt, welches uns den Tod wieder ein wenig näher bringen soll, vor allem aber die Herangehensweise damit umzugehen. Entstanden ist das Projekt als Start-up in Italien unter der Leitung von Anna Citelli und Raoul Bretzel, wobei das Ziel des Projekts sich drauf bezieht, den Menschen zu vermitteln, dass das Thema Tod nicht unbedingt immer das Ende bedeuten muss, sondern auch der Anfang von etwas enorm Wertvollen sein kann. Die Designer des Capsula Mundi Projekts haben sich dabei genaue Gedanken gemacht, wie das „Neue“ am besten versinnbildlicht werden kann. Und welches Symbol könnte das Leben besser verkörpern als das Ei, in welchem alles beginnt und der daraus entstehende Baum, der das Leben, die Zeit und unsere Welt repräsentiert?

Nach dem Tod ein Baum – wie soll das funktionieren?

Wer schon einmal in einem Sarg gelegen hat, weiß, wie bequem die Dinger sind und zugegeben sie können auch ganz schön sein. Aber wenn wir wieder zum Ursprung zurückwollen, die Umwelt schützen und uns einem ewigen Kreislauf des Lebens hingeben möchten, ist es doch allein symbolisch schon schöner, sich in der ursprünglichen Fötusstellung in einer eiförmigen Kapsel zu sehen, welche den Samen eines zu Lebzeiten ausgewählten Baumes verkörpert. Die eiförmige Kapsel besteht dabei aus biologisch abbaubarem Kunststoff auf Stärkebasis, welcher während seiner Zersetzung in der Erde wichtige Nährstoffe des im inneren verwesenden Körper frei- und an den darüber befindlichen Baum abgibt. Die Kapsel, in welcher sich die verstorbene Person befindet, wird also nach Wunsch bestattet und begraben, um eben anschließend oberhalb der Kapseln einen Baum zu pflanzen. Die Wurzeln werden sich im Laufe der Zeit um die Kapsel winden und sich von den darin enthaltenen Nährstoffen ernähren.

Die Botschaft ist so einfach wie Simpel: Wir Menschen müssen wieder erkennen, dass auch wir ein Teil des großen Ganzen ist. Und nur, weil wir kognitive Fähigkeiten besitzen, unterscheiden wir uns im Grunde doch nur sehr wenig von unseren tierischen Mitbewohnern. Denn der biologische Lebenszyklus und seine damit verbundenen Transformationen sind für jedes Lebewesen gleich. So sind auch wir ein wichtiger Teil des Transformationszyklus der Natur. Und um ehrlich so sein lässt einen die Vorstellung, statt gruselige Friedhöfe künftig üppig bestückte Wälder zu besuchen, um seinen Toten nahe zu sein, den Tod ein wenig freudiger entgegenblicken. Ganz zu schweigen von den positiven Auswirkungen auf unsere Natur und den darin lebenden Tieren, wenn wir anstatt Flächen für Friedhöfe zu roden und Bäume zu fällen, um Särge zu bauen, für jeden Toten einen neuen Baum pflanzen…

Ist in Deutschland eine Bestattung dieser Art möglich?

Jein. Baumbestattungen sind in Deutschland bereits erlaubt, solange es sich nur um Asche handelt. Auch müssen die Urnen für die Baum- oder auch Waldbestattung biologisch abbaubar sein, was beispielsweise die kleine eiförmige Urne von Capsula Mundi wäre.

Anders ist das bei der Bestattung des ganzen Körpers in der größeren Form der Capsula Mundi. Die Bestattungsgesetze der meisten deutschen Bundesländer sind hinsichtlich dessen relativ eindeutig und würden so eine Art der Bestattung eher nicht zulassen. So werden beispielsweise Holzsärge oder flüssigkeitsundurchlässige Särge vorgeschrieben, wobei Ausnahmen meist nur aus religiösen Gründen zugelassen werden… Lediglich das Bestattungsgesetz in Nordrhein-Westfalen hat keine Vorgaben zu Särgen erlassen.

„Es hängt vom jeweiligen Bundesland und der genauen Beschaffenheit des Sargersatzes ab und davon, ob eine Gemeinde bereit wäre, die eigene Satzung so zu ändern, dass solche Bestattungen möglich wären“

Erklärt Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas e.V. gegenüber Utopia.de.

In Deutschland gibt es für Baumbestattungen darüber hinaus ausgewählte Friedwälder, die dem klassischen Friedhof rechtlich gleichgestellt sind. Da wir in Deutschland einem Friedhofszwang unterliegen, ist es also nicht erlaubt, die Überreste seiner Verstorbenen an Plätzen zu begraben, welche keinem offiziellen Friedhof oder eben Friedwald entsprechen.

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Quellen:

https://www.capsulamundi.it/en/project/

https://utopia.de/capsula-mundi-urne-sarg-58895/

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