Seit dem ersten gemeldeten Ausbruch des neuartigen Coronavirus im November 2019 hat sich viel geändert. Wir erleben einen Stillstand, der die gesamte Welt in eine Krise gestürzt hat, wovon auch die Kunst- und Kulturbranche hart getroffen wurde. Da echte Hilfen für private Künstler bis heute noch ausbleiben, ist in den vergangenen Wochen die Diskussion über die Bedeutung von Kultur immer lauter geworden. Was passiert wenn der Corona-Shutdown unserer weltweit hochgeschätzte Kulturlandschaft den Garaus macht, was wären die Folgen für die Künstler und für uns Konsumenten? Auch die Frage kommt auf, ob und wie sich unsere Wahrnehmung in Zukunft verändert wird.

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Corona ist für unsere Kulturszene tödlich

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Kultur schafft einen gemeinschaftlichen Rahmen, der frei von Grenzen ist und es ohne Zwang schafft, Menschen zusammenzubringen und zu verbinden. Damit dieses Gefühl von einem Kollektiv entstehen kann, braucht es zum einen den direkten Kontakt vom Künstler zum Zuschauer und zum anderen ein Publikum, das mitmacht und am besten in großer Zahl erscheint. Nur gibt es jetzt ein Problem, denn Corona scheint Menschenansammlungen ebenfalls sehr gerne zu haben.

Um das Infektionsrisiko gering zu halten, wurden beinahe alle künstlerischen Veranstaltungen und Messen abgesagt. Richtig oder falsch, es ist, wie es ist, und die komplexe Angelegenheit wird aktuell immer heißer debattiert, und das ist auch gut so. Es ist wichtig, dass über die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst und Kultur gesprochen wird. Auch unser Anspruch auf kulturelle Vielfalt, die frei und unabhändig sein sollte sowie die Forderungen der Künstler sind maßgebliche Themen. Deshalb soll der Artikel zeigen, warum es unsere Kulturlandschaft zu schützen gilt und was wir selbst von der Krise lernen können. Man darf sich aber nicht in den Diskussion verlieren, sondern muss auch Taten sprechen lassen!

Kultur ist wichtig, aber ist sie systemrelevant?

Als im März 2020 der Lockdown begann, wusste niemand, wie die kommenden Wochen verlaufen würden. Ablenkungen von der Krise sowie den Maßnahmen gab es schon bald keine mehr, denn deutschlandweit wurden Events, Konzerte, Festivals und Messen abgesagt, Museen, Kinos, Theater und Opernhäuser wurden geschlossen. Neben Restaurants und Lokale mussten auch Buchläden schließen, was dazu führte, dass die Streamingdienste von Netflix und Amazon Prime heiß liefen. Ein Paradebeispiel, da allgemein die Mächtigen und Großen prächtig von der Krise profitierten.

Homeoffice wurde zum Normalzustand, die Kita musste in Eigenregie geführt werden und im Prinzip gab es für jedes Land dieser Welt eine Reisewarnung. Der Virus nahm uns beinahe alles und hat uns zudem in unseren eigenen vier Wänden eingesperrt. Aus dem Land der Dichter und Denker wurde ein trister Ort, an dem soziale Kontakte untersagt und „Social Distancing“ angesagt wurde. Ohne Konzerte, Buchmessen, Kinos oder Ausstellungen waren spannende Themen oder Aktivitäten passé und es wurde klar, wie relevant Kultur für uns und für ein funktionierendes System ist.

Die weltweite Stille führte auch zu einigen Entwicklungen, die man als gut oder als längst überfällig bezeichnen kann. Die Luft in Großstädten wurde wieder sauber und man hatte viel Zeit für sich selbst und die Familie. Auch stieg unsere Wertschätzung für die Hilfsbereitschaft und den Leistungen anderer. Unsere Dankbarkeit zeigten wir, indem wir jeden Abend kurz Beifall für die Angestellten in systemrelevanten Berufen klatschten.

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Musik ist Balsam für die Seele

Auch Musiker stellten sich auf ihren Balkon, um ihren Nachbarn eine kurze Pause vom tristen Corona-Alltag zu geben. Es dauerte nicht lange und das Internet war voll mit halbprofessionellen Handyvideos, die von Nachbarn aufgenommen und hochgeladen wurden. Die Zuschauer nahmen die musikalische Abwechslung gerne an, aber was war mit der Wertschätzung? Letztendlich klatschte man für die Künstler ungefähr genauso lange wie für die Angestellten im Gesundheitswesen.

Das nächste Highlight im Sommer 2020 war die heimische Natur. Während Massen von Menschen aufs Land rasten und dabei keinen guten Eindruck, sondern nur Müll hinterließen, dachten nur noch wenige an den Lockdown. Als dann die Geschäfte, Restaurants und Bars wieder geöffnet haben, waren die Musiker schon komplett vergessen. Aber leider hat sich die Situation für die privaten Künstler hierzulande nicht oder nur gering verändert, von einer Besserung ihrer Lage zu sprechen wäre zynisch. Sie wollen endlich wieder ihren Betrag leisten und es gibt keinen Grund, warum sie nicht dürfen. Ausreichend Platz ist vorhanden, um auch größere Veranstaltungen jeglicher Art mit mehr als 400 Personen zu genehmigen.

In großen Hallen oder noch besser im Freien, wo die Ansteckungsgefahr als geringer gilt, wären Events in begrenztem Rahmen realisierbar. Über den gesamten Sommer hätte das eine von vielen Möglichkeiten sein können, der angeschlagen Kulturbranche zumindest etwas unter die Arme zu greifen. Jetzt, wo der Winter naht, die Tage kürzer und die Nächte kälter werden, müssen sich die Verantwortlichen fragen, ob sie eine große Chance verpasst haben. Noch dringender ist es aber, sinnvolle Optionen für die Zukunft zu schaffen! Sonst werden Kulturbetriebe zu Zombiefirmen und die einstigen Künstler sind dann entweder ausgewandert oder haben der Kunst den Rücken gekehrt.

Was wir von der Krise lernen können

Für uns war es selbstverständlich, zu jeder Zeit aus dem Haus zu gehen, um ein Konzert, ein Theater oder ein Museum zu besuchen. Von der Qual der Wahl ist uns nicht viel geblieben und noch steht es in den Sternen, wie viele private Künstler und Kultureinrichtungen diese schwierige Zeit überstehen werden. Das Problem wird immer brisanter, weil uns nicht nur die Abwechlung, sondern vor allem den selbstständigen Kreativen das notwendige Geld zum überleben fehlt. Es musste erst eine weltweite Krise kommen, damit wir unsere eigene Wahrnehmung sowie Wertschätzung von Kultur, Musik und Kunst infrage stellten.

Man könnte fast meinen, dass sich unser instinktiver Jagdtrieb über die Zeit neu ausgerichtet hat. Jetzt sind es keine Beutetiere mehr, denen wir hinterherlaufen müssen, sondern Ereignisse. Meist kurzfristige Eindrücke, die wir schnell finden und sehen wollen, um dann weiter zum nächsten Event zu können. Auch neu sind die Handy, durch welche sich die Blicke nicht mehr auf das Geschehen auf der Bühne richten, sondern auf die Handykamera. Damit beim Publikum überhaupt noch etwas von einer Veranstaltung im Kopf hängen bleibt, wurden die Events immer aufwendiger, impulsiver, luxuriöser und größer, um die Sinne der massenhaften Konsumenten zumindest noch ein bisschen zu reizen.

Die Kultur muss gerettet werden!

Jetzt, nachdem einige der umschlingenden Einschränkungen gelockert wurden, finden unter strengen Maßnahmen vereinzelt wieder kleine Veranstaltungen statt. Zwar klingt der Gedanke von einem Event mit einem reduzierten Publikum, das mit Sicherheitsstand auf Stühlen sitzt und dabei eine Maske trägt, nicht überaus einladend, ist aber die einzige Möglichkeit, Kultur endlich wieder live zu erleben. Aufgrund der Vorschriften reichen die Einnahmen aber nicht für die Künstler oder den Einrichtungen. Weil kein Ende der Einschränkungen in Sicht ist und die Hilfen von öffentlicher Seite einfach nicht ausreichend sind, es liegt an uns, die Kunst zu retten. Alternativ kann man seinen Betrag zum Bestehen der Kulturbranche mit Spenden leisten, bis die Zeiten wieder einfacher sind.

Die Zeit ist gekommen, nicht nur über unseren Anspruch auf Kultur zu reden, sondern für unser Recht in Aktion zu treten! Wir dürfen nicht tatenlos zuschauen, wie Corona unsere Kultur und die Kunstfreiheit in die Knie zwingt. Die Isolation gab uns eine lange Atempause, um über unser kaputt gespartes Gesundheitssystem, unsere fragwürdige Wertegesellschaft sowie über den Verlust von Freiheit und Kultur nachzudenken. Das war ausreichend Zeit, um Wege und Mittel zu finden, damit unsere kulturelle Vielfalt wieder in voller Pracht aufblühen kann. Wenn es dann hoffentlich bald so weit ist, haben wir als Konsumenten eventuell eine andere Sichtweise auf die Bühne und mehr Wertschätzung für das, was uns von systemrelevanten Personen geboten wird.

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