Pflanzen sind etwas Beeindruckendes. Durch ihre Farben wirken sie beruhigend, während sie das (Raum-)Klima verbessern. Einigen der Naturkinder werden sogar heilende Eigenschaften nachgesagt. Sie reinigen die Luft und wirken sich durch ihre bloße Anwesenheit positiv auf unsere Stimmung aus. Wenn da nicht der Punkt mit der Pflege wäre… Die meisten Pflanzen erfordern viel Zuwendung. Sie müssen regelmäßig gegossen werden und brauchen das richtige Klima, um vollumfänglich gedeihen zu können. Dieser Aspekt ist für einige Menschen Grund genug, von der Anschaffung einer Pflanze abzusehen. Was aber, wenn es eine Möglichkeit gibt, Pflanzen zu ziehen, die keine Pflege benötigen, weil sie sich komplett selbst versorgen? Wie das funktioniert, erfährst Du in dem folgenden Artikel.

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Warum jeder einen Flaschengarten besitzen sollte

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Das Großartige an einem Flaschengarten ist, dass dieser nicht nur optisch etwas hermacht, sondern darüber hinaus enorm viel Raum für die eigene Vorstellungskraft bietet. Wir können unseren eigenen Wunsch vom kleinen Paradies in ein Glas packen und dieses ganz nach unseren Vorstellungen gestalten. Es klingt beinahe makaber, wenn man bedenkt, seine eigene kleine Welt in einem Glas luftdicht zu verschließen. Für die Pflanzen bietet dieser Raum allerdings die besten Bedingungen.

Warum sollten wir uns Flaschengärten zulegen? Nun, sie sind ein wahrer Hingucker. Darüber hinaus wirkt sich der Anblick der Natur positiv auf unser Gemüt aus. Und das ist nicht einfach nur so dahingesagt, sondern tatsächlich wissenschaftlich bewiesen. Allein ein 30-minütiger Spaziergang durch den Wald wirkt sich ausgleichend und beruhigen auf unsere Psyche aus. Dabei spielt aber nicht nur die frische Waldluft eine Rolle, sondern auch der Anblick und die Farben unserer faszinierenden Mitbewohner. Vor allem für Großstädter ist ein Flaschengarten also die perfekte Möglichkeit, sich ein Stück Wald ins Wohnzimmer zu holen. Zu sehen, wie die Pflanzen gedeihen, sich verändern und das Leben in einem kleinen Marmeladenglas zu blühen scheint, ist Balsam für die Seele und wunderschön zu beobachten.

Wie funktioniert das Prinzip eines Flaschengartens?

Richtig angelegt, kann die Hermetosphäre, welche eine zentrale Rolle spielt, über Jahre bestehen, grüner Daumen hin oder her. Das wichtigste hierfür ist das Zusammenspiel zwischen ausreichend Licht von außen und genügend Wasser von innen. Aus diesen zwei Komponenten entwickeln sich im Glas Nährstoffe und Gase, welche ein perfektes Mini-Ökosystem im Glas am Laufen halten. Das Wasser wird zu Beginn einmalig in das Glas gefüllt, um einen Kreislauf des Ökosystems gewährleisten zu können.

Das Wasser verdunstet im luftdicht verschlossenen Glas, setzt sich an den Innenwänden des kleinen Paradieses ab und erhöht die Luftfeuchtigkeit. Die Pflanzen wiederum filtern bei ihrer Fotosynthese Kohlendioxid aus der Luft und geben anschließend wieder frischen Sauerstoff ab. Wichtig beim Prinzip der Hermetosphäre ist der Umstand, dass das Gefäß, in welchem sich der kleine Wald befindet, unbedingt luftdicht verschlossen sein muss, um den Pflegeaufwand zu minimieren.

Übrigens: Die Idee des Flaschengartens ist keineswegs neu, auch wenn der Trend momentan zu florieren scheint. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte der englische Arzt Dr. Nathaniel Ward den „Wardschen Kasten“, ein abgeschlossener Garten, welcher an ein Miniaturgewächshaus erinnert.

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Eine abenteuerliche Reise ins Herz der Pflanzen.
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Das benötigst Du für Deinen eigenen kleinen Flaschengarten

Um Dein eigenes kleines Paradies anzulegen, benötigst Du nicht viel:

  1. 1l-Einmachglas (oder größer) mit einer großen Öffnung und einem luftdicht verschließbaren Deckel
  2. Kieselsteine
  3. großer Löffel
  4. Aktivkohle
  5. Kaffeefilter
  6. Schere
  7. Blumenerde
  8. Sprühflasche mit Wasser
  9. Küchentücher
  10. Moos und andere nicht zu große Waldpflanzen, die in das Glas passen
  11. Steine und andere Dekoration
  12. Gabel oder anderes Werkzeug mit langem Stiel

Die meisten Dinge von der Liste hat man ohnehin zu Hause. Das Glas sollte natürlich durchsichtig und sauber sein, dass man den kleinen Garten auch beim Wachsen beobachten kann.

So wird der Flaschengarten angesetzt

  1. Das ansetzten Deines Flaschengartens macht nicht nur Spaß, es ist auch im Handumdrehen erledigt. Für den Inhalt des Gartens kannst Du Dich entweder selbst in die Natur begeben und Pflanzen suchen, die Du gerne in Deinen eigenen vier Wänden hättest, oder Du kaufst die Samen und die gewünschte Deko im Laden. Im Wald sind allerdings wilde Pflanzen heimisch, die in einem Terrarium gut wachsen.

    Die meisten hiervon findest Du an schattigen, bewaldeten Orten mit feuchtem Boden. Suche nach Moosen, kleinen Farnen und niedrigwüchsigen Bodendeckern wie Veilchen. Beim Ausgraben der Pflanzen musst Du darauf achten, diese auch mit den Wurzeln auszubuddeln. Beim Transport ist es wichtig, dass die Wurzeln feucht gehalten werden, bis sie ihr neues Zuhause beziehen.

  2. Zu Hause angekommen kann es losgehen. Bedecke zunächst den Boden Deiner Flasche mit zwei bis drei cm Kies und darüber die Aktivkohle. Hier kann überschüssiges Wasser effizient versickern.
  3. Nun wird aus dem Kaffeefilter ein Kreis ausgeschnitten, der etwa so groß ist wie der Glasdeckel, um ihn auf den Kies und die Aktivkohle zu legen. Der Filter verhindert, dass sich die Blumenerde mit dem Kies und der Aktivkohle vermischt und sorgt somit dafür, dass die Entwässerung sauber bleibt.
  4. Jetzt kommt die Blumenerde. Befülle Dein Glas bis zu einem Drittel damit und befeuchte die Erde mit der Sprühflasche, bis sie gut feucht, aber nicht komplett durchgeweicht ist.
  5. Jetzt kommen die neuen Mitbewohner zum Zug. Setze diese mithilfe der Gabel oder einem anderen Werkzeug in Dein Glas und achte darauf, dass die Wurzeln vollständig in der Erde verschwinden. Sind die Wurzeln zu lang, kannst Du sie gegebenenfalls mit einer Schere kürzen.
  6. Zum Schluss kommt noch die Dekoration, bevor das kleine Ökosystem ein letztes Mal mit ein paar Sprühern Wasser benetzt wird, bis alles gleichmäßig feucht ist. Aber Vorsicht, der Garten soll nicht überflutet werden! Die Innenseite des Glases kannst Du im Anschluss mit einem Küchentuch vorsichtig trocken wischen, sodass der Blick in das kleine Biotop nicht gestört wird. Jetzt kommt nur noch der Deckel darauf, bevor der Flaschengarten seinen Platz an einem hellen Ort einnehmen kann.

Welche Pflanzen eignen sich?

Das kleine Ökosystem im Glas lässt eigentlich kaum Wünsche offen. Denn sowohl heimische Pflanzen aus dem Wald als auch tropische Pflanzen fühlen sich in dem feucht-warmen Klima des Glases pudelwohl. Es können sogar Orchideen gepflanzt werden, wobei hier empfehlenswert ist, sogenannte Mini-Orchideen zu verwenden, die aus Kreuzungen kleinwüchsiger Arten mit Hybriden entstanden sind. Darüber hinaus eignen sich beispielsweise aber auch:

  • Zierpfeffer
  • Zebrakraut
  • Die Ufopflanze
  • Torfmoose
  • Kleinwüchsige Farne
  • Bromelien
  • Kakteen
  • Oder Sukkulenten

Das sind aber nur ein paar der Möglichkeiten. Wir empfehlen Dir, es einfach selbst zu versuchen und einfach das zu pflanzen, wobei Du der Meinung bist, es könnte funktionieren, solange es nicht unbedingt eine Kokosnusspalme oder ein Mammutbaum sind ;-)

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Quellen:

https://ulfsoltau.wordpress.com/hermetosphaere-vs-flaschengarten/

https://www.geo.de/geolino/basteln/21574-rtkl-flaschengarten-zieht-pflanzen-im-glas

https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/indoor/flaschengarten-anlegen-32901

https://meinflaschengarten.de/flaschengarten/

https://www.smarticular.net/ewiger-minigarten-flaschengarten-anlegen-anleitung-pflanzen-oekosystem/

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