Womit ich nie gerechnet habe Womit ich nie gerechnet habe

Eine beeindruckende Biografie eines erfolgreichen Visionärs. Da können wir uns alle eine dicke Scheibe davon abschneiden!
Götz W. Werner
Götz W. Werner hat es uns vorgemacht und stellt mit seiner erfolgreichen Unternehmensphilosophie einen grundlegenden Wandel dar: Der Kunde eines Unternehmens ist zu allererst der Mitarbeiter! Der Kunde ist aber
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auch der Lieferant! Und der Kunde ist ein Mensch, der eine Leistung kauft! Ehrlich gesagt ist sein Denkansatz gar nicht so verwunderlich, denn bei allen Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit sind die Ergebnisse ja ziemlich erschreckend: Fast 80 Prozent der Arbeitnehmer sind nicht bereit, sich im Unternehmen mit „Leib und Seele“ zu engagieren und mehr als nur „Dienst nach Vorschrift“ zu machen!

Die herausfordernde Fragestellung, wer in der heutigen Wirtschaft als „Kunde“ zu bezeichnen ist, gibt Anlass zum genauen Nachdenken – und zu einem notwendigen Paradigmenwechsel (Ja – die bestehende Not soll bitte schön „ge-wendet“ werden!).

In einem aktuellen Interview des Magazins brandeins mit dem Gründer der allseits bekannten „dm“ Drogeriemärkten wird seine Sicht- und Denkweise nochmals in den wichtigen Eckpunkten herausgestellt.

Nachzulesen ist der Werdegang des Unternehmens sowie die Autobiografie des „Zahnpastaverkäufers“ (wie er sich gerne selbst bezeichnet) in dem Buch „Womit ich nie gerechnet habe“, welches die Horizonworld jüngst in einem Beitrag vorstellte.

Nicht jeder von uns ist Unternehmer, aber die meisten sind Mitarbeiter und gleichermaßen Kunden eines Unternehmens. Und einige sind Unternehmer... Bevor die Verwirrung mit „Mensch + Kunde + Mitarbeiter“ nun groß wird:

Im Unternehmen „dm“ steht der Mensch im Mittelpunkt. Ausrufezeichen! Und tief Luft holen!

Für Götz W. Werner bedeutet das in aller Konsequenz:

 

Der Mensch ist nicht Mittel zum Zweck

(Zweck = Umsatzsteigerung, Erfolg...)

sondern der Mensch  i s t  der Zweck! :)

 

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Der Mitarbeiter (die Mitarbeiterin natürlich auch!) verbringt seine (ihre) Lebenszeit in einem Unternehmen und kann sich dort sinnhaft mit allen Talenten und Fähigkeiten einbringen! Bestenfalls! Das ist das erstrebenswerte Ziel!

Und der Begriff des „Kunden“ wird einfach weiter „ausgedehnt“, wird komplexer – dadurch aber stimmiger: Götz Werner sagt im Brandeins-Interview sinngemäß:

„Der Kunde ist eine Dreiheit – und ermöglicht so, dass eine Leistung erbracht werden kann!
So ist der Mitarbeiter der „interne Kunde“, so ist der Lieferant ebenso „Kunde“
denn sonst würde der ‚Käuferkunde‘ gar keine Möglichkeit haben, einzukaufen.“

Es ist wie eine große Familie, wo jeder seine gleichberechtigte Rolle spielt. Und auch eine Familie in dem Sinne, dass hinter jedem Mitarbeiter eine Familie steckt! Verantwortung heißt hier das Stichwort. In beide Richtungen!

Die Verantwortung ist dann besonders hoch, wenn der Mitarbeiter entsprechend motiviert ist – in der Fachsprache spricht man hier von „intrinsischer“ Motivation: Sie kommt von innen heraus, ist wirklich aus „ganzem Herzen“ heraus gewollt und damit ist der Mensch als Arbeitnehmer auch gewillt! ♥

Eigentlich ganz einfach, oder?

Götz W. Werner hat sich im Laufe seines Lebens viel mit „Anthroposophie“ und den Lehren des Rudolf Steiners sowie mit dem genialen Dichter und Denker J.W. von Goethe beschäftigt. So zitiert er im Interview den Letzteren auch sinngemäß:

Behandle den Menschen nicht so, wie er ist, sondern wie er sein möchte.“

Für den visionären „Denker“ Werner heißt das, eine Art „Überraschungs-Marketing“ zu betreiben, in dem die Wünsche und echten Bedürfnisse der Kunden schon erfasst und angenommen werden, bevor sie bei ihnen selbst zu Tage treten... Wobei sie dabei „ernst“ genommen werden – und nicht einfach so mal über den Ladentisch gezogen!

Überhaupt „der Mensch“. Wir alle vermissen mittlerweile das „Menschliche“ in unserer Gesellschaft. Die Technologien, der Fortschritt in der Automatisierung, das Internet – all das hat den Menschen als soziales Wesen an den Rand gedrückt. Leistung, Bewertung und Wettbewerb fangen ja bekanntermaßen schon im Kindergarten aber spätestens in der Schule an. Dienstleistung wird lohntechnisch schlecht bezahlt. Egal ob Erzieher, Krankenpfleger, Altenpfleger, Verkäufer, Friseur... (jetzt klingt die „männliche“ Bezeichnung“ komisch, oder?).

Der Dienst am Menschen und für den Menschen: Eine neue Perspektive, die mit anderen Augen betrachtet, den Menschen endlich wieder in den Mittelpunkt stellt. Und zwar an den verdienten Platz mit entsprechendem „Verdienst“!

Auch bei dem Lieblingsthema von Herrn Werner – dem „Bedingungsloses Grundeinkommen“ – ( Die HORIZONWORLD berichtete über das Thema Grundeinkommen) steht der Mensch mit seiner Würde im Mittelpunkt. An dieser Stelle empfiehlt die Redaktion die DVD mit dem Vortrag von Götz W. Werner beim 5. Bleep-Kongress“ im Jahr 2011.

Noch ein Ausflug in die Sprachwissenschaft: Etymologisch bedeutet das Wort „Kunde“: „Zeuge, Verkünder“ (althochdeutsch „Kundo„) sowie „der Bekannte, der Einheimische“ (mittelhochdeutsch). Ein Impuls zum Nach- und Mitdenken.

Wir sind glücklich und dankbar, dass Prof. Götz W. Werner den Mut hat, ein Lanze zu brechen und die Wirtschaft sowie unsere Gesellschaft auf diese Weise neu“ zu denken! Handeln müssen dann wir alle!

 

Quelle:
www.brandeins.de/archiv/2014/im-interesse-des-kunden/die-wichtigsten-kunden-sind-die-mitarbeiter.html

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