Der Sommer kommt, viele stellen ihre Ernährung um, um gesund und fit in die schönste Zeit des Jahres zu starten. Wildkräuter spielen dabei eine wichtige, wenn auch leicht in Vergessenheit geratene Rolle. Ob am Waldrand oder im eigenen Garten. Wildkräuter sind enorm vielseitig, gesund und verleihen jedem frisch gekochten Gericht das gewisse Etwas. Unsicherheit macht sich allerdings breit, wenn es darum geht, die aromatischen Alleskönner selbst zu sammeln. Aus diesem Grund stellen wir folgend einen kleinen Leitfaden bereit, der nicht nur über die Vorzüge der Pflanzen informiert, sondern auch Auskunft darüber bietet, welche Wildkräuter es im Sommer zu sammeln gibt.

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Es war einmal… Die Geschichte der Wildkräuter

Seit Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert hat sich unser Bezug zur natürlichen Ernährung maßgeblich verändert. Wir können aber mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass sich der frühe Mensch überwiegend von wild-wachsenden Blättern, Wurzeln, Kräutern, Samen, Früchten und Beeren ernährt hat.

Damals wurden die Pflanzen überwiegend in der freien Natur gesammelt. Selbst angelegte Kräutergärten entstanden erst, als der Mensch sesshaft wurde. So fanden Archäologen angelegte Kräutergärten beispielsweise am Bodensee. Die Forscher gehen davon aus, dass diese vor etwa 3.000 Jahren errichtet wurden. Gefunden hatten die Archäologen damals Reste von Kümmel, Angelika und Mohn. In Ägypten hingegen wurden sogar selbst angelegte Kräutergärten entdeckt, die bereits 4.000 Jahre zurückliegen. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Art der Kräutergärten insbesondere für religiöse Feste und Ähnliches angelegt wurden.

Im heutigen Irak fanden Forscher allerdings auch Kräutergärten, die zwischen 50.000 und 70.000 Jahre alt sein sollen. Dort wurden unter anderem Wildkräuter wie die heute noch bekannte Malve und das wunderschöne Tausendgüldenkraut gefunden. Wir sehen also, die Geschichte der Wildkräuter reicht weit in der Geschichte der Menschheit zurück. Aber auch unsere Tierwelt weiß die Vorzüge der wilden Pflanzen zu schätzen. So scheinen Vögel und andere Tiere instinktiv zu wissen, was sie gerade benötigen, um ein bestimmtes gesundheitliches Problem zu beseitigen.

Heute ist die Verwendung der Wildkräuter ein wenig in Vergessenheit geraten, da der Beginn der Industrialisierung dafür gesorgt hatte, dass wir immer bestens versorgt waren. Es war gar nicht mehr nötig, sich selbst auf die Suche nach Nahrungsmitteln zu begeben, denn der Supermarkt von nebenan hatte ja alles und noch vieles mehr. Darüber hinaus hat sich unser Leben auch arbeitstechnisch verändert. Menschen arbeiteten in gigantischen Firmen für riesige Konzerne und kümmerten sich weniger um die natürliche Nahrungsbeschaffung. So entfernte sich die Menschheit immer mehr vom Selbstanbau, was über Generationen so weitergegeben wurde.

Du bist, was Du isst – Wildkräuter: vergessene Naturkinder, Balsam für unsere Gesundheit

Wildkräuter schenken uns seltene Vitalstoffe und wertvolle Heilsubstanzen, die wir so in keiner anderen Pflanze finden. Die Pflanzen tragen ihren Namen dadurch, weil sie ursprünglich nicht durch den Menschen kultiviert wurden. Das heißt, die Kräuter stehen nicht im Mittelpunkt eines züchterischen Geschehens der Genmanipulation, weshalb sie nach wie vor das gesamte Spektrum an Vitalstoffen der ursprünglichen und kraftvollen Wildpflanze enthalten. Das Schöne an diesen Pflanzen ist, dass die meisten nach einer winterlichen Ruhepause erneut wurzeln und immer wieder in voller Pracht aufblühen und neue Samen entwickeln. Darüber hinaus zeichnen sich Wildkräuter dadurch aus, dass sie den Menschen zum Wachsen nicht brauchen. Die Pflanzen sind also wahre Überlebenskünstler und trotzen selbst langen Dürreperioden oder schlechten Bodenverhältnissen. Auch Ungeziefer ist für diese Art der Pflanzen kein Problem, da Insekten oder auch Pilze kaum Interesse daran zeigen, die Pflanzen zu zerstören.

Nun kommen wir aber zu den gesundheitlichen Vorteilen. Wildkräuter verfügen über einen hohen Mineralstoff- und Vitalstoffgehalt. Kulturgemüse kann da nur in den seltensten Fällen mithalten. Ein Kopfsalat zum Beispiel verfügt über einen Kaliumgehalt von etwa 224 mg pro 100 Gramm Salat. Ferner hingegen enthält bereits etwa 37 mg Calcium, 11 mg Magnesium und 1,1 mg Eisen. Diese Werte variieren aber natürlich je nach Bodenart und Anbaumethode. Selbst das einfache Gänseblümchen weist allein schon annähernd den dreifachen Kaliumgehalt auf. Des Weiteren sind Wildkräuter reich an Vitamin C. So enthält ein Brokkoli beispielsweise etwa 114 mg Vitamin C, wohingegen die Brennnessel etwa 333 mg Vitamin C oder der Wiesenknopf ca. 360 mg Vitamin C aufweist. Man kann also mit gutem Gewissen von Superfoods sprechen, wenn man die Verwendung von Wildkräutern empfiehlt.

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Unsere Sonnenkinder – Diese Wildkräuter findest Du im Sommer

Folgend findest Du eine kleine Liste von Wildkräutern, die Du im Sommer findest. Alle aufzuzählen würde allerdings den Rahmen des Artikels sprengen ;-)

  • Ackerminze
  • Ackersenf
  • Amarant
  • Arnika
  • Bärlauch
  • Beifuß
  • Buchweizen
  • Breitwegerich
  • Echter Baldrian
  • Echter Salbei
  • Franzosenkraut
  • Gänseblümchen
  • Gänsefingerkraut
  • Gartenkresse
  • Löwenzahn
  • Gewürzfenchel
  • Brennnessel
  • Bunter Hohlzahn
  • Springkraut
  • Isländisches Moos
  • Knollenfenchel
  • Margerite
  • Mariendistel
  • Quitte
  • Ringelblume
  • Sanddorn
  • Vogelbeere
  • Wacholder
  • Wiesenbärenklau
  • Wiesenbocksbart

Wildkräuter selbst sammeln – darauf solltest Du achten

Bei Wildkräutern empfiehlt sich immer, sich selbst auf die Suche zu machen und die Kräuter wirklich aus der freien Natur zu beziehen, um zu verhindern, dass die Pflanzen in irgendeiner Art und Weise behandelt wurden. Beim Sammeln der Kräuter gibt es allerdings eine Grundregel, die wie folgt lautet: Sammle nur die Pflanzen, die Du auch wirklich kennst! Bist Du Dir unsicher, hilft ein Bestimmungsbuch oder im Idealfall kennst Du eine Person, die sich gut mit Kräuterkunde auskennt. Folgend die wichtigsten Punkte beim Sammeln von Wildkräutern:

  1. Vorsicht bei der Verwechslung mit giftigen Doppelgängern.
  2. Ziehe bei Deiner Suche verschiedene Kräuterbücher zurate, am besten mit guten Bildern. Apps, mit welchen sich Pflanzen bestimmen lassen, können auch eine Hilfestellung geben.
  3. Gleiche Deinen Fund mit Bildern im Internet ab.
  4. Beginne am besten mit Wildkräutern, die bekannt sind. Also Löwenzahn, Gänseblümchen, Bärlauch oder Brennnessel zum Beispiel.
  5. Vorsicht Fuchsbandwurm! Dieser ist in bestimmten Gebieten weit verbreitet. Daher solltest Du Risikoquellen kennen und richtig einschätzen können. Die Gefahr ist jedoch relativ gering. In Deutschland haben wir gerade mal 20-30 Fälle pro Jahr.
  6. Sammle keine Wildkräuter, die in der Nähe von stark befahrenen Straßen wachsen.
  7. Sammle die Kräuter am besten in einem offenen Korb oder in einem Sieb.
  8. Achte darauf, immer nur gesunde und saubere Pflanzenteile zu sammeln.
  9. Auch keine Kräuter sammeln, die am Rand konventionell bewirtschafteter Felder wachsen. Diese könnten mit Pflanzenschutzmitteln gespritzt sein.
  10. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Pflanzen nicht nur Tabu, sondern auch verboten!

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Quellen:

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/kraeuter/wildkraeuter

https://www.pflanzenfreunde.com/garten/kraeutergarten/geschichte-kraeutergarten.htm

https://de-de.bakker.com/pages/blick-auf-kruter-durch-die-jahrhunderte

https://de.wikipedia.org/wiki/Wildkraut

https://www.smarticular.net/wildkraeuter-erfolgreich-sammeln-auf-diese-dinge-solltest-du-achten/

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