Der Graben in Deutschlands Wartezimmer wird immer tiefer und tiefer und der „Riss“ immer deutlicher: Wer heute „arm“ ist, ist auch gesundheitlich

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schlechter versorgt. Wer aber genug Geld hat, hat zum einen viel mehr Auswahl an Arztpraxen und bekommt schneller einen Termin. Topversorgung für Top-Wohngegenden!

Das Wohnviertel bestimmt über den Gesundheitszustand!

Von wegen Solidarität in unserem Gesundheitssystem! Kranke Menschen werden eben nicht „gleich“ behandelt (und das ist eine passende Wortspielerei, denn sie müssen tatsächlich viel länger auf einem Arzttermin warten  und sie erhalten nicht die „gleiche“ Behandlung!).

Die Kassenärztliche Vereinigung hat zwar klare Regeln, wo sich  Ärtze niederlassen dürfen beziehungsweise sollen, damit es eine „gerechte“ und gleichmäßige Aufteilung in Deutschland gibt. Seit 1993 wurde es gesetzlich verankert und das Land so in mittlerweile 883 Teilstücke aufgeteilt. Doch im Falle einer Großstadt laufen die Dinge anders! Da geht „die Rechnung“ ganz einfach: In vornehmen und reichen Wohnvierteln gibt es prozentual mehr Ärzte, weniger Wartezeit, kürze Anfahrtszeiten – und alles in allem ist damit die Versorgnung schlichtweg besser.

Armes Deutschland!

Kaum zu glauben: Oftmals können sich Bürger nicht einmal die Arznei leisten, die oft dringend notwendig ist. Oder das Busticket zur Arztpraxis, weil es in Wohnortnähe keine Praxis mehr gibt. Das sind untragbare Zustände!

Hut ab vor den Ärzten, die es trotzdem wagen, an einem für sie „ungünstigen“ Standort zu bleiben und schon in der Monatsmitte das vorhandene Budget aufgebraucht zu haben. Sozusagen dann „ehrenamtlich“  weiter zu behandeln...

Besonders in Berlin, Köln, Hamburg oder München gibt es solch einen sichtbaren Riss durch die „Arztpraxenlandschaft“.

Die Zweiklassen-Medizin unter neuen Gesichtspunkten

Wir vermuten es schon lange, dass wir immer weiter in eine Zweiklassen-Medizin rutschen... Dazu gehört nicht nur, dass es auf dem Land immer weniger (gute) Ärzte gibt. Dazu gehört auch die Regelungen der Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen, auch „IGeL“ genannt), die privat bezahlt werden müssen oder können. Solche Zuzahlungen können sich heute nur Wohlsituierte leisten. Obwohl sie oft wichtig wären... Ein niedergelassener Hausazt kann mit einem Anteil von bis zu 20 Prozent an Privatpatienten durchschnittlich 20.000 Euro pro Jahr mehr einnehmen, Fachärzte je nach Richtung bis zu 60.000 Euro.

Und die Ergebnisse sind alarmierend: Forscher stellten eine unmittelbare Verbindung zwischen Krankheiten und Symptomen wie  Bluthochdruck, Depression, Diabetes oder Herzprobleme und der Sozialstruktur eines Wohnbezirks fest. Dabei sind bei der Aufteilung von Arztpraxen auch solche Gesichtspunkte wie Sprachkenntnisse, Bildungsstand und Alter der Patienten von Bedeutung. In Berlin gibt es aus politischer Sicht zum Glück schon erste Ansätze, diese Verteilung besser zu organiseren und die Ungerechtigkeit im System auszuhebeln.

Das ist doch kein akzeptabler Zustand, dass nicht jeder Krankenversicherte „gleich“ ist! Was aber hier verändert werden muss, ist viel mehr als nur eine „andere“ Verteilung der Ärzte... das geht viel tiefer. Ein Umdenken in viele Richtungen ist erforderlich...

Mehr gesunde Themen gibt es hier.

Quelle:
www.zeit.de/wirtschaft/2014-03/arzt-facharzt-praxis-verteilung-berlin-hamburg-koeln-muenchen 

 

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