Schönere Haare, glattere Haut und Linderung von Akne versprechen Werbeslogans und Internetportale. Die entsprechenden Werbeslogans lassen Patientinnen wie Ärzte über die Risiken des Arzneimittels „Antibabypille“ im Unklaren und dienen in erster Linie als Marketinginstrumente der Pharmaindustrie. 

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Filmtipp: Hope for Humanity – Die Weisheit der neuen Kinder

Verhütung mit erhöhtem Risiko

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Die Weisheit der neuen Kinder.
D.Sereda, J. Law

Seit über 55 Jahren nehmen Millionen Frauen weltweit täglich die Pille. Ein Verhütungsmittel, das wie ein Lifestyleprodukt beworben wird und dadurch die Risiken in den Hintergrund drängt. Allein mit den Pillen Yaz, Yasmin und Yasminelle hat der Pharmakonzern Bayer AG im vergangenen Jahr 2014 768 Millionen Euro umgesetzt, obwohl die Risiken dieser Verhütungspillen bekannt sind.

„Wir haben eine Öffentlichkeit, die dominiert ist von den Botschaften der pharmazeutischen Hersteller. Und die haben es offensichtlich geschafft, diese Risiken deutlich in den Hintergrund zu lenken und die Vorzüge der Pillen in den Vordergrund zu stellen.“; so Prof. Gerd Glaeske, Arzneimittelexperte an der Universität Bremen.

In den Fokus geraten ist in den letzten Jahren auch das Präparat Diane-35. Ursprünglich Diane-50 aus dem Pharmakonzern Schering, welcher 2006 vom Pharmariesen Bayer übernommen wurde.  Es lindert Akne und Haarausfall und „nebenbei“ dient es auch der Verhütung. Mehrere Frauen, die die Pille einnahmen, sind an einer Lungenembolie gestorben.

 

Diese Werbestrategien sind Roland Holtz, der 23 Jahre lang im Marketing der Pharmaindustrie tätig war, sehr bekannt und auch die Ärzte werden für die Vermarktung mit an Bord geholt. Sein oberstes Gebot ist es gewesen, die Verordnungsstrategie der Ärzte zu beeinflussen.

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„Es gibt diffizile Methoden, etwa indem man Ärzte an so genannten Anwendungsstudien beteiligt“, sagt er. Als Pharmareferent gehe man zu den Ärzten und sage: „Pass mal auf, lieber Arzt, du verordnest jetzt dieses Produkt. Ich lasse dir 100 Beobachtungsbögen hier und du berichtest, wie die Patientinnen das vertragen haben und untersuchst.“ Dafür würden die Pharmaunternehmen dann zwischen 500 und mehreren Tausend Euro pro Patientin zahlen. „Das ist der effektivste Weg, Ärzte zu beeinflussen“, so Roland Holtz.

Pillen der 3. und 4. Generation sind die gefährlichsten Antibabypillen

Seitdem die Antibabypille 1961 auf den deutschen Markt kam, ist sie stetig weiterentwickelt worden. Heute lassen sich die Präparate in vier Generationen einteilen:

1. Generation: Hier sind vor allem Norethisteron und Lynestrenol enthalten.

2. Generation: Der Stoff Levonorgestrel ist Hauptbestandteil der Pille.

3. Generation, zum Beispiel auch Yaz und Yasmin (ebenfalls Pillen von Bayer): Gestoden, Desogestrel, Norgestimat
und Etonorgestrel sind die gängigen Wirkstoffe.

4. Generation, etwa Yasminelle: Drospirenon, Cyproteron, Chlormadinon, Dienogest, Nomegestrol

Dass Östrogen-Gestagen-Kombinationen wie bei Diane-35 und andere auf dem Markt befindliche Verhütungspillen das Risiko gefährlicher Blutgerinnsel erhöhen, ist bekannt. In sämtlichen Beipackzetteln wird darauf inzwischen hingewiesen. Wie hoch das Risiko ist, lässt sich unter anderem in einer Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins aus dem Jahr 2011 nachlesen, das gemeinsam vom BfArM und vom Paul-Ehrlich-Institut herausgegeben wird.

Demnach erleiden von 100.000 Frauen, die keine hormonellen Verhütungsmittel nutzen und die nicht schwanger sind, fünf bis zehn Frauen innerhalb eines Jahres eine Thrombose. Verhüten die Frauen mit einer Antibabypille der sogenannten zweiten Generation, die neben einem Östrogen das Gestagen Levonorgestrel enthält, entwickeln im selben Zeitraum etwa 20 Frauen ein Blutgerinnsel. Nehmen die Frauen eine Pille ein, die als Gestagen Desogestrel, Gestoden (dritte Generation) oder Drospirenon (vierte Generation) enthält, tritt bei 30 bis 40 Frauen eine Thrombose auf. Bei schwangeren Frauen ist das Risiko noch höher: Von ihnen entwickeln etwa 60 eine Thrombose.

Drospirenonhaltige Pillen wie beispielsweise die Bayer-Produkte Yasmin, Yaz und Yasminelle stehen wegen ihres hohen Thromboserisikos schon länger in der Kritik.

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Bayer AG sieht keine Gefahr, doch zahlt an US Klägerinnen

Laut Bayer bestätigen wissenschaftliche Daten, dass von der Antibabypille und von dem Wirkstoff Drospirenon bei korrekter Einnahme und ordnungsgemäßer, ärztlicher Verschreibung keine Gefahr ausgehe.

In den USA hatten mehrere Tausend Frauen gegen Bayer geklagt. Bis Anfang 2015 schloss der Konzern rund 9.000 Vergleiche in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden US-Dollar, ohne jedoch eine juristisch wirksame Verantwortung anzuerkennen.

Alternativen zur hormonellen Verhütung
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D.Sereda, J. Law

Zeit sich über alternative Verhütungsmittel zu informieren. Als Alternativen zur Pille bieten sich so genannte „Barrieremethoden“ wie Kondome, die Kupferspirale oder natürliche Verhütungsmethoden.an:

Kondome: Sie haben den Vorteil, dass es als einziges Verhütungsmittel auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie vor einer HIV-Infektion schützen. Werden Kondome richtig angewendet und passt die Größe, gelten sie der BZgA zufolge als sicher.

Diaphragma oder die Portiokappe: Diese können für manche Frauen interessant sein. Die Kappen werden in einer Arztpraxis oder einer Beratungsstelle individuell angepasst.“

Kupferkette und Spirale: Beide werden in die Gebärmutter eingesetzt und können dort bis zu fünf Jahre bleiben. Auch hier gibt es Risiken und Nebenwirkungen. So wird die Monatsblutung häufig stärker, und es kann zu allergischen Reaktionen kommen.

Natürliche Methoden:
Aus naturheilkundlicher Sicht ist die „mexikanische wilde Yamswurzel“ (Mexican Wild Yam) eine mögliche Alternative. Der Wirkstoff spielte schon bei der Erfindung der Antibabypille eine entscheidende Rolle und in der Heilkunde der mexikanischen Naturvölker wird die Yamswurzel seit Generationen zur Verhütung aber auch zur Behandlung anderer Krankheiten eingesetzt.

Die „symptothermale Methode“
Ganz ohne Hormone und stoffliche Mittel: Die Frau misst dabei jeden Tag ihre Körpertemperatur und beobachtet gleichzeitig Veränderungen ihrer Scheidenflüssigkeit (Scheidenausfluss), um so ihre fruchtbaren Tage zu ermitteln.

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An den fruchtbaren Tagen müssen die Paare dann auf Sex verzichten oder Kondome verwenden. Von einer Expertengruppe wurde ein standardisiertes Verfahren dieser Methode entwickelt. Dieser „Sensiplan“ kann in Kursen erlernt werden. Mittlerweile gibt es auch einige Apps, die dabei helfen, die Daten aus der symptothermalen Methode richtig auszuwerten. Laut BZgA kann auch mit dieser natürlichen Verhütungsmethode relativ sicher verhütet werden, wenn sie konsequent durchgeführt und richtig angewandt wird.

…. und wenn doch die Pille – dann Präparate der 2. Generation.

 

Quellen:

https://www.youtube.com/watch?v=GdPyMKD7z-4

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-12/antibabypille-bayer-yasminelle-thrombose-klage/komplettansicht

http://www.fr-online.de/wissenschaft/antibabypille-reine-haut-und-verstopfte-adern,1472788,21672308.html

http://www.stern.de/tv/stern-tv-zur-antibabypille–thrombose–und-emboliegefahr-fuer-junge-frauen-6545780.html

http://wearetheladies.de/wie-du-ohne-pille-und-ohne-hormone-verhueten-kannst/

http://www.stern.de/blob/6524690/99c1daccda4c59f246419753666e24c1/pillenreport-2015-seite22-data.pdf

http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GesundAZ/Content/V/Venenerkrankungen/Inhalt/Venenerkrankungen_inhalt.html

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