Ein interessantes Gleichnis für unser Gesamtbewusstsein ist das des Eisberges: Über der Wasseroberfläche blickt nur ein geringer Teil heraus – der des Wachbewusstseins. Der viel größere Teil aber, unter Wasser, steht für unser Unterbewusstsein –

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viele Gedanken und Gefühlsmuster, die sich im Laufe des Lebens angesammelt haben. Viele glauben daran, dass wir schon mehrere Leben auf diesem Planeten hatten – und so befinden sich, ausgehend von dieser Sichtweise, auch Muster aus vergangenen Leben in diesem Eisberg.

Sobald es Probleme im Leben gibt, spielen vielleicht einige dieser – unbewussten – Muster eine Rolle. Was tun? Der Reinkarnationstherapeut Peter Chwatko liefert dazu einige Lösungsansätze...

Das Bewusstsein filtert und ordnet das Geschehen und die Personen räumlich, zeitlich und Situativ zu. Eindrücke können so flexibel bearbeitet werden. Befindet sich die Person in einer traumatischen Situation, geraten sämtliche Informationen in das Unterbewusstsein und werden dort zeitlos gespeichert. Erinnerungslücken oder „ blinde Flecken“ beeinträchtigen das Leben. Hierfür sind im Körper zwei Regionen im vorderen Stammhirn zuständig: Die Amygdala und der Hippocampus. Das Hippocampus- System wird erst im Alter zwischen zwei und drei Jahren funktionstüchtig, und richtig gut arbeitet es erst ab zehn bis zwölf Jahren. Das bedeutet, dass ein Kind in dieser Zeit stressreiche Situationen eingeschränkt bis gar nicht verarbeiten kann, und in späteren stressreichen Situationen eingeschränkt gezielt funktionieren kann.

Das Unterbewusstsein inszeniert eine Art Videoband, welches das Erlebte in verschiedenen Versionen innerlich wiedererleben lässt – Wiedererleben in aktiver oder passiver Form. Pierre Janet (1859- 1947), ein Zeitgenosse von S. Freud, sagte damals schon: „Wenn man ein Trauma nicht realisiert, ist man gezwungen, es wiederzuerleben oder zu reinszenieren.“ Auch im späteren Leben können dramatische, lebensbedrohliche Situationen dazu führen, dass die Person in solchen Momenten im Unterbewusstsein Postulate und Verhaltensmuster inszeniert, die das weitere Leben einschränken. In solchen Situationen kann eine Rückführung ohne Hypnose eine herausragende Möglichkeit bieten, das damalige Geschehen zu realisieren. So kann es mit sämtlichen dazugehörigen Informationen und Gefühlen wiedererlebt und dadurch im Tagesbewusstsein zugeordnet werden.

Die Pränatale und Geburt
Tiefere Verankerungen und Verhaltensmuster lassen das Wiederleben der Pränatalen und Geburt aufdecken. Die neun Monate der Schwangerschaft ist die längste Zeit, die wir im Unterbewusstsein leben. Alles Gesagte, Gedachte und Erlebte der Mutter UND auch des Vaters wirken auf das zukünftige Leben! Angefangen bei den ersten Reaktionen der Mutter und des Vaters auf das Ungeborene, hinterlassen diese eine basierende Selbsterkenntnis auf das zukünftige Leben. Sie bieten die Spannbreite der Polarität seiner Entsprechung.

Beispiel:
Ist die erste Reaktion der Mutter: „Oh Nein, das darf BITTE nicht wahr sein, genau das kann ich jetzt nicht gebrauchen!“, wird das spätere Leben mit diesem „Willkommensgruß“ behaftet sein. Sämtliche Neuanfänge, sei es in Bekanntschaften, im Beginn neuer Lebensabschnitte, bei Bildungsprozessen, etc., werden mit diesem Ablehnungsmuster begegnet.

Ist die erste Reaktion jedoch: „Oh, wie schön, ich freue mich sehr auf das Neue in meinem Leben!“, werden später überall offene Türen diese Person willkommen heißen.

Die Beziehung der Eltern zueinander ist ebenfalls ein bedeutungsvoller Aspekt, der auf das zukünftige Leben Einfluss nehmen kann. Diese, sowie die zugrundeliegende Lebensaufgabe, die uns letztendlich zu diesem Elternpaar zieht, sind Bestandteile der Rückführung in die Pränatalen und Geburt. Der schmerzhafte Weg durch den Geburtskanal ist beim Geburtvorgang das erste körperliche traumatische Geschehen. Auch hier können die Geschehnisse, sowie die dazugehörigen Sätze und Empfindungen das zukünftige Leben lenken. Die Pränatale und Geburt ist ein sehr prägender Prozess. Das Wiedererleben hat so manches Geheimnis ans Licht gebracht.

Frühere Leben
Selbstbestimmt und Selbstinszeniert kann die Ablehnung aus dem oben beschriebenen Beispiel von einem früheren Leben mitgebracht und durch die Eltern/Bezugspersonen reaktiviert werden. Nicht die Eltern prägen das Leben des (ungeborenen) Kindes, sondern die mitgebrachten Potenziale, an die wir uns erinnern und selbst reaktivieren – mitgebracht aus einem früheren Leben, wo sie im Unterbewusstsein als zeitloses Dokument wirken.

Spätestens hier findet die Reinkarnationstherapie ihren berechtigten Platz, die zugrunde liegenden Anker des Unterbewusstseins zu orten und zu lichten, seien es tiefe Gefühle, die wir schwer bewältigen können, oder unsere Probleme. Diese entstammen dem Unterbewusstsein und sind dort als Problemlösung verankert.

Ängste sind Erlebtes und dienen als Sicherheitsrelais des Unterbewusstseins. Zwänge sind wie die oberen Beispiele ein Programm des Unterbewusstseins, um ein Überleben zu ermöglichen. Es sind die Ureigenschaften der Seele, die ins Ungleichgewicht geraten sind. Die Rückführungen in frühere Leben mit einem ausführlichen Nachgespräch dienen der Transformierung und Integration – ähnlich wie bei einer Realisierung von Kindheitsverletzungen.

Man muss mit dem gesamten Bewusstsein durch das Geschehen hindurch und die dort fixierte Energie zu lösen. Da die Rückführungen ohne Hypnose oder Trancezustände stattfinden, kann sich die Person an Sämtliches erinnern. Sie kann im Nachhinein die Geschehnisse zuordnen und Erkenntnisse in das Leben integrieren. Selbstheilung findet auf der tiefsten Ebene statt. Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gewinnen so an neuen Perspektiven.

So vielschichtig ein Leben sich zeigen kann, umso vielschichtiger bietet das Unterbewusstsein seine Qualitäten.

 

Autor: Peter Chwatko, Reinkarnationsanalyst

 

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