Allein in Berlin fehlen mehr als 145.000 Wohnungen, landesweit ist der Wohnraum knapp und aufgrund der hohen Nachfrage unglaublich teuer. Diese Mischung ergibt die verwirrende Folge, dass neugebaute Wohnungen leer stehen, weil die reicheren dort nicht leben wollen und die ärmeren es sich nicht leisten können. Investoren und Wohnungssuchende gehen also beide leer aus, gäbe es da nicht eine Lösung? Im Prinzip gibt es sogar sehr viele, der Regisseur Stefan Wolf stellt eine überaus spannende Möglichkeit vor. Die Dokumentation Ein Neues Wir zeigt alternative Wohngemeinschaften, die aus vielerlei Gründen immer mehr Wertschätzung erfahren.

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Der wahrgewordene Wohn-Wahnsinn

Ein Neues Wir Ein Neues Wir

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Ein kurzer Blick auf den Wohnungsmarkt macht wenig Hoffnung. Sozialempfänger und Geringverdiener waren schon immer die großen Verlierer im Kampf um eine Wohnung, aber die Krise spitzt sich immer weiter zu. Mittlerweile kann sich selbst die etwas bessergestellte Mittelschicht kaum mehr eine gute Wohnung in einem ansprechenden Viertel leisten. Der Preis pro Quadratmeter steigt seit Jahren stetig an, München, Frankfurt am Main, Stuttgart, Hamburg und Berlin führen die traurige Liste an, im Durchschnitt kostet der Quadratmeter etwa 15 Euro, in München sogar knapp 20 Euro. Schön für die, die es sich leisten können. Das Problem ist aber, dass es immer weniger Menschen gibt, die das finanziell stemmen können. Das Resultat ist ein Dilemma.

Trotz der seit 2015 in Kraft getretenen Mietpreisbremse steigen die Wohnpreise ungebremst an. Die Miete macht für viele mehr als 50 Prozent des Nettoeinkommens aus, eigentlich sollte sie maximal 30 Prozent davon vereinnahmen. Dazu ein kurzes Beispiel: Eine Wohnung in Stuttgart mit 80 Quadratmeter kostet rund 1.200 Euro kalt. Eine unverheiratete Person müsste demnach mehr als 6.000 Euro brutto verdienen, damit die 30 Prozenthürde eingehalten wird. Vor allem für die, die am Anfang ihrer Karriere stehen, bleibt eigener Wohnraum in einer attraktiven Lage eine Utopie. Ein negativer Nebeneffekt ist, dass immer mehr Menschen an allen Ecken und Enden sparen, damit sie den Wohnraum finanzieren können. Am Ende bleibt kein Geld mehr für gesunde Lebensmittel oder einem allgemein angenehmen Lebensstil. Man arbeitet nicht, um zu leben, sondern um zu wohnen.

Nur Probleme und keine Lösung – stimmt nicht!

Wenn der durchschnittliche Mietpreis zu hoch ist, könnte man doch das durchschnittliche Einkommen anheben. Zudem müsste eine neue Mietpreisbremse in Kraft treten, die eine echte Hilfe ist und nicht mehr nur aus zu vielen rechtlichen Schlupflöchern besteht. Das bedingungslose Grundeinkommen wäre ebenfalls eine Lösung, um den steigenden Wohnpreisen entgegenzuwirken. Auch eine gesetzliche Mietpauschale könnte Mieter finanziell entlasten. Sozialer Wohnungsbau ist zwar schon im Gange, bisher allerdings ohne spürbaren Effekt, da gibt es noch Potenzial nach oben. Wichtig ist auch, dass neue Anreize geschaffen werden, um Wohnraum in Zukunft wieder preiswerter anzubieten. Zwangsvermietung klingt zwar wie ein sozialistisches Schreckensgespenst, ist aber eine effektive Möglichkeit, um Leerstand zu verhindern. Bauunternehmen als auch Investoren würden ihren Fokus auf preiswertere Optionen legen.

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Das sind nur ein paar Lösungsvorschläge, allerdings sollen sie laut Wirtschaftsexperten nicht umsetzbar sein. Ob diese Haltung wirklich unparteiisch ist, sei Mal in den Raum gestellt. Der Staat und die Wirtschaft müssen gemeinsame Lösungen finden, sodass bald zumindest erste Besserungen festzustellen sind. Ein realisierbarer Ansatz, der eigentlich auf der Hand liegen sollte, ist, Wohnraum auf dem Land attraktiver zu gestalten. Zum einen würde so automatisch die Infrastruktur des gesamten Landes verbessert und zum anderen der Wohnraum in der Stadt wieder bezahlbar werden.

Teil des Vorhabens muss natürlich der umfassende Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sowie des Breitbands sein, damit die Menschen jederzeit erreichbar, mobil und flexibel sein können. Nur so sind Menschen, die auf dem Land leben, im Stande, im Homeoffice zu arbeiten. Wohnraum in der Stadt ist unter anderem aufgrund der Nähe zum Arbeitsplatz so teuer, die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass Homeoffice zwar nicht jedermanns Sache ist, aber dennoch einige Vorteile bieten kann.

Ein altes Mittel gegen moderne Probleme – ein neues wir

Es sind aber nicht nur die überhöhten Mietpreise, die einige Menschen aus der Stadt getrieben haben. Finanzkrisen, soziale Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Missstände und wenig menschliche Nähe haben dazu geführt, dass sich viele zu selbstorganisierten Gemeinschaften zusammengeschlossen haben. Auf der ganzen Welt steigt die Zahl großer und kleiner Wohngemeinschaften, die mehr oder weniger autark sind. Der österreichische Dokumentarfilmer Stefan Wolf hat mit seinem Filmteam ganz Europa bereist und solche Vorzeigeprojekte besucht.

Die Dokumentation Ein Neues Wir, die Du jetzt auf maona.tv – dem TV-Sender mit Sinn! sehen kannst, gibt einen Einblick in diese Gemeinschaften und stellt die Menschen vor, die in den Öko-Dörfern zuhause sind. Der Film zeigt auch die Beweggründe der Aussteiger, die individueller nicht sein könnten. Auch die Miniaturgesellschaften haben ihre Probleme und Herausforderungen, allerdings gibt es einen großen Unterschied zu unserer gesellschaftlichen Ordnung. In jedem Fall sind alle Bewohner gleichermaßen betroffen, lösen aber alle Angelegenheiten zusammen, wodurch die gemeinschaftliche Werte und Visionen gestärkt werden. Wie der Alltag in einem Öko-Dorf aussieht und wie sich diese alternative Lebensweise gestalten lässt, zeigt die inspirierende Reportage.

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