Forscher in Ghana testen ein System, welches Kakao in Biokraftstoff verwandelt – aber keine Sorge – es nutzt den grünen Abfall, der während der Ernte produziert wird, also kannst du immer noch die ganze Schokolade essen. Das Projekt wird von der Universität Nottingham finanziert und in Ghana getestet, einer der weltweit größten Kakao-Produzenten.

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Schokolade ist eine Multi-Milliarden-Dollar-Industrie und der Großteil des verwendeten Kakaos kommt aus Afrika. „Jede Tonne geerntete Kakaobohnen generiert 10 Tonnen Kakaoschotenhülsen.“, sagt Jo Darkwa, Professor für Energiespeichertechnologien an der Universität Nottingham und einer der Projektgruppenleiter. Die Hülsen werden typischerweise weggeschmissen, nachdem die Bohnen extrahiert wurden. Dann werden sie normalerweise als Hülsen einfach auf der Plantage gelassen, um zu zerfallen, während die Bohnen an Fermentations- und Trocknungsanlagen transportiert werden, bevor sie zu Schokolade verarbeitet werden. Nun haben die Forscher ein System entwickelt, welches die Hülsen als Rohmaterial zur Generierung von Biokraftstoff verwendet.  Die Hülsen werden in Granulat oder Blöcke weiterverarbeitet, welche in Generatoren verbrannt werden und „grüne“ Elektrizität erzeugen.

„Durchführbarkeitsstudien deuten darauf hin, dass Kakaoschotenhülsen in wertvollen Biokraftstoff konvertiert werden und ein wichtiger Energielieferant für ländliche Gebiete werden können, welche bisher nur eine Deckung von 15% haben.“, erklärt Professor Darkwa.

Ghana Agriculture Deputy Secretary Krysta Harden examines cocoa pods alongside rural workers

Die vielfältigen Vorteile von Kakao-Kraftstoff

Diese Initiative ist nicht nur eine innovative grüne Technologie, sondern hat auch weitere sekundäre Vorteile:

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Den Zugang zu Elektrizität erweitern

Wenn sich das Projekt erfolgreich erweist, könnte es zum Versprechen von Ghana’s Regierung beitragen, dass 100% der Ghanaer bis 2030 Zugang zu Elektrizität haben werden.

Entwaldung reduzieren sowie Klima und menschliche Gesundheit verbessern

Momentan nutzen 80% der ghanaischen Haushälte Holz als ihre Haupt-Brennstoffquelle fürs Kochen und Wasser erhitzen. Diese Praxis führt nicht nur zu weitflächiger Entwaldung, um Holz abzubauen, dazu kommt dass Luftverschmutzung im Haus durch Holzöfen eine der vier weltweit größten Faktoren für Todesfälle ist.

Jobs kreieren

Falls das Biokraftstoff-System ein Erfolg wird, bräuchte es Arbeiter, um die Hülsen zu sammeln, zu transportieren, zu behandeln und zu verarbeiten, was zusätzliche Jobs und Einkommen für die ländlichen Kommunen bringen würde.

ripe cocoa pods

Kakao als Schokolade, Kakao als Kompost

Da es die Bohnen sind, welche zur Herstellung von Schokolade verwendet werden, sind die Hülsen einfach Bio-Abfall, und daher würde das Biokraftstoff-System den Bauern nicht mal Profite streitig machen – tatsächlich würde es die Profitabilität der gesamten Kakaoschote steigern.

Es gibt aber auch eine negative Seite dieses Systems, welche dem ein oder anderen Leser schon aufgefallen sein mag: Der Abfall der Kakaoschote ist eine wichtige Nährstoffquelle für Kakaobäume. Während der Ernte werden reife Kakaoschoten gesammelt und überall auf der Plantage gestapelt. Wenn die Bauern bereit sind, die Bohnen zu extrahieren, werden die Schoten aufgebrochen und üblicherweise auf einem Haufen gelassen, um zu dekompostieren. Wenn Hülsen verrotten, stellen sie eine unglaublich reiche Nährstoffquelle dar, welche den Bäumen hilft zu wachsen, die Bodenqualität verbesser und Pflanzenkrankheiten reduziert. Studien zeigen, dass faulende Hülsen ein Zuhause für nützliche Pilze und Mikrolebewesen sind, werden Bauern also wichtigen Naturdünger verlieren, wenn sie ihre Hülsen an Biokraftstoff-Systeme ausliefern?

Bauern, die die Möglichkeit dazu haben, sammeln die Hülsen oft und bringen sie auf eine Kompostanlage vor Art, aber die meisten kleiner Bauern haben keine Kapazitäten, um die Nährstoffe der kompostierten Hülsen gleichmäßig zu verteilen und verlassen sich auf den Kurs der Natur. Für Bauern, welche die Kompost-Nutzung maximieren, macht es wahrscheinlich Sinn so weiterzumachen wie bisher, doch diejenigen ohne diese Möglichkeit haben jetzt die Option, stattdessen von der Elektrizitäts-Produktion zu profitieren.

Das System in Ghana und weltweit testen

„Die Bereitstellungen von erneuerbaren Energiedienstleistungen durch Kakaobohnenhülsen würde ohne Zweifel wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen beitragen und somit Armut in ländlichen Kommunen lindern [...] „, erzählte Professor Darkwa Climate News Network.

Das Projektteam wird voraussichtlich einen Prototypen ihres Systems an der Kwame Nkrumah University of Science and Technology im Juli 2019 vorstellen. Der Plan ist ein Stromerzeugungsaggregat in kleinem Maßstab zu entwerfen, zu bauen und zu betreiben, welches Hülsen in einem Vergasungssystem verbrennt. jedes System beinhaltet einen Vergaser, einen kleinen Generator, einen Solar-Trockner und Granulator und kostet ungefähr $50.000. Wenn der Prototyp sich als erfolgreich erweist, könnte das System in anderen Ländern im Anschluß an Durchführbarkeitsstudien nachgebaut werden.

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