Am 08. September eröffnete in Berlin Charlottenburg der erste Supermarkt für gerettete Lebensmittel direkt in einer Einkaufsstraße. Die Mission von „Sir Plus“ – wie sich der Laden nennt – ist es, den ca. 20 Millionen Tonnen Lebensmitteln, die jedes Jahr allein in Deutschland als Müll weggeworfen werden, aber definitiv zum Verzehr noch gut geeignet sind, entgegen zu wirken. Wie hat man auch als Nicht-Berliner die Chance an diese Lebensmittel zu kommen?

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Gerettete Lebensmittel auch über Online-Shop

Die Aufmerksamkeit auf dieses Thema und die damit verbundene Verschwendungssucht von kostbaren Rohstoffen und Ressourcen, die damit einhergehen, wollen die Gründer Alexander Piutti, Raphael Fellmer und Martin Schott anderen bewusst machen. Die Lebensmittelindustrie mit zu revolutionieren, das unterstützen die drei Aktivisten als Foodsharer (Essensretter) schon lange. Nun verleihen sie dem ganzen Ausdruck durch die Idee ihres Start-Ups mit einem Supermarkt für Lebensmittel, die als überschüssig und von der EU als ungenormt erklärt wurden.

Der 1.Food Outlet-Laden. Von nun an wird es in der Wilmersdorfer Straße 56 in Berlin Charlottenburg gerettete und bestens genießbare Lebensmittel geben. Zu vergünstigten Preisen – etwa 50% günstiger als in regulären Supermärkten. Wer nicht in Berlin wohnt, kann dennoch die Ware beziehen, denn sowohl für die Berliner als auch für Interessenten in anderen Gebieten Deutschlands bietet „Sir Plus“ auch einen Online-Lieferservice an.

Ein Fachmann für Lebensmittelhygiene prüft dabei fortwährend die Qualität.

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Wie kam es zu dieser Idee und wer steckt dahinter?

Einer der Köpfe von „Sir Plus“ ist das in Deutschland wohl bekannteste Gesicht der „Lebensmittelretter“ – der 33-jährige Berliner Raphael Fellmer. Schon als Mitgründer der Foodsharing-Bewegung, die sich seit Jahren gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt und heute rund 27.000 Teilnehmer zählt, darunter 5.000 in Berlin, arbeitet er fleißig daran neue Wege zu finden, um der Verschwendung von Lebensmitteln Einhalt zu gebieten. Aus seinen jahrelangen Erfahrungen, über die er auch ein Buch geschrieben hat, erkannte er, dass Waren, die noch genießbar wären, im Müll landen, weil Tafeln und Initiativen wie Foodsharing nicht alles abholen könnten, was im Handel, bei Produzenten und Landwirten übrig bleibt. Weiterhin seien Initiativen, Tafeln und Vereine, die sich diesem Thema widmen, digital noch fast gar nicht vernetzt.

„Wir wollen das System auf eine professionelle Ebene heben, zunächst in Berlin, wenn es klappt, deutschlandweit.“ (R. Fellmer)

Damit kam auch die Idee eines Supermarkts für all diese Lebensmittel, die von den beiden Mitstreitern Fellmer’s mitgetragen wird. Martin Schott ist ebenso aus der Foodsharing-Bewegung und Alexander Piutti ist für das Geschäftliche zuständig. Er verhalf unter anderem Game­genetics zu Größe, einen Vermarkter für Online- und Mobile-Games. Mit Hilfe einer App sollen nun die Lebensmittel von „Sir Plus“ bei den kooperierenden Händlern erfasst, gesammelt, gelagert, im Laden und online angeboten und sogar tagesaktuell ausgeliefert werden. So können Kunden aus allen Schichten und Gebieten erreicht werden.

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Wie kann man diese Idee unterstützen?

Neben der Möglichkeit selbst Kunde bei „Sir Plus“ zu sein, kann man das StartUp auch auf verschiedene Weisen fördern. Zum Beispiel als „Business Angel“ bei der noch laufenden Crowdfunding-Kampagne www.startnext.com/sirplus oder als Produzent, der entsprechende Lebensmittel freizugeben hat und gern Kooperationspartner der Bewegung sein möchte. Außerdem werden immer wieder gern Praktikanten und Freiwillige genommen, die mithelfen möchten.

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Quellen:

https://sirplus.de

https://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/startups/article210553065/In-Berlin-kommt-der-Supermarkt-fuer-abgelaufene-Lebensmittel.html

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/gerettete-lebensmittel-berlins-erster-reste-supermarkt–26738970

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