Frei von Selbsttäuschung Frei von Selbsttäuschung

Es gibt keine spirituelle Praxis, wenn wir nicht die Selbsttäuschung hinter uns lassen und damit aufhören uns abzumühen, spirituelle Zustände erreichen zu wollen. Wir müssen das aufgeben, sonst gibt es keine Spiritualität.
Rodney Smith

Meditieren Sie gerne und legen Sie dabei eine routinierte Disziplin an den Tag? Machen Sie regelmäßig Yoga und sind stolz, wie sehr Sie sich schon verbessert haben? Sind Sie freundlich zu Menschen, die Ihnen unfreundlich begegnen und freuen sich über Ihren Gleichmut? Dann gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Alles können große Ego-Fallen sein. Und die gute? Es gibt einen Weg aus diesen Täuschungen des Geistes!

Rodney Smith enthüllt in seinem Buch „Frei von Selbsttäuschung“ mit bemerkenswert tiefer Einsicht und ohne Vorbehalt die tückische Fallen, die der spirituelle Weg für das Ego, die Ich-Empfindung, bereithält. Der Untertitel „Der buddhistische Weg aus der Ego-Falle“ zeigt die Struktur und Systematik der Analyse, heißt aber nicht, dass es sich nur an Buddhisten wendet. Ganz im Gegenteil. Rodney wendet sich ausdrücklich an den Laienbuddhisten und damit an jeden, der einen spirituellen Weg beschreitet.

Smith, er auf eine reichhaltige Lebenserfahrung als Mönch in Thailand, als Schüler von Ajahn Buddhadassa und Nisargadatta Maharaj oder als Direktor eines Hospizes oder als Leiter der Insight Meditation Society zurückblickt, beleuchtet den buddhistischen Achtfachen Pfad und analysiert die Weisheit hinter den Dingen und entlarvt dabei auch viele eingefahrene Interpretationen der buddhistischen Meditationslehre. Er steigt über die Prioritäten, die wir im Alltagsleben setzen, in den Achtfachen Pfad ein und zeigt uns, wie Weise Sicht, Weise Absicht und Weise Rede sich gegenseitig bedingen, aber auch besonders mit unserem Verstand gekoppelt sind – und dadurch mit unserem Verständnis von uns selbst, unserer Ichempfindung.

Seine klare Sprache und die geschilderten Situationen aus dem Alltag seiner Praxis und seinem Leben, die die Abstraktion und Theorie seiner Sichtweise und Interpretation nachvollziehbar machen, schaffen ein paradoxes Spagat: Ein Buch zu schreiben, das über die Worte unseren Geist füttert, um zu erkennen, dass unser Geist uns ständig mit Konditionierungsmustern kontrolliert. Deshalb ist das Buch von Rodney Smith eines dieser Bücher, die man nicht nur einmal, sondern immer wieder liest und immer wieder neue Einsichten erhält, da es sich grundlegend von der seichten Esoterik-Literatur abhebt, die derzeit den Buchmarkt beherrscht.

„Gelegentlich erscheint ein Buch, das unsere Erkenntnis darüber wer wir sind und wie wir Leben wiederbelebt. „Frei von Selbsttäuschung“ ist so ein Buch. Eine wunderbar frische und wunderschön geschriebene Erkundung über den Weg des Erwachens – und fordert viele unserer Annahmen entlang dieses Weges heraus.“ (Joseph Goldstein)

Subtil, sehr klar und fokussiert zeigt Rodney die Fallen für das Ego auf, in die wir so gerne tappen, und weist einen achtsamen Weg heraus, der das Bewusstsein von der Kontrolle des Ich befreit. Erwachen ist bei ihm nicht ein Ziel, auf das man hinarbeiten kann, sondern ein schon immanent vorhandener Zustand. Sich zu bemühen ist die Ego-Falle.

Ein außergewöhnliches Buch, das unser Verständnis wer wir sind und worum es in unserem Leben geht, auf fundamentale Weise erneuern kann. Ein engagiertes Buch, das dem Leser die lebendige Unmittelbarkeit des Augenblicks vermitteln möchte, der frei von jeglicher Selbsttäuschung ist.

Rezension von Doris Iding

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