Albert Einstein hat bei der Indianer-Häuptlingsfamilie Lame Deer Rat gesucht, ebenso der Dalai Lama und der Karmapa der Buddhisten. Indianisches Wissen hilft dabei, Ökonomie und Ökologie zu versöhnen – das ist die Vision von John Fire Lame Deer, Häuptling der Lakota-Sioux, und dem Verein „indi gen“. Kann das „alte Wissen“ helfen, die großen ökologischen Herausforderungen zu meistern?

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Filmtipp: For the next 7 Generations
13 indigene Großmütter erheben ihre Stimme für die globale Heilarbeit an Mutter Erde und die Weitergabe ihres uralten Wissens an die nächsten Generationen.

Indianisches Wissen für nachhaltige Entwicklung der modernen Welt

FOR THE NEXT 7 GENERATIONS FOR THE NEXT 7 GENERATIONS

Carole und Bruce Hart
13 indigene Großmütter und eine kraftvolle Botschaft

Bei einem hochkarätigen Treffen, initiiert und koordiniert durch Autor Dr. Stephan Götze („Hüter der Schöpfung“), trafen 2014 in Mannheim Vertreter der indigenen und modernen Welten zusammen: John Fire „Lame Deer“, der jüngste Spross der Familie, Häuptling und „Wicasa Wakan“ (Heiliger Mann) der Mnikowoju-Lakota-Indianer (Sioux), Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Vizepräsident des International Resource Panel (UNEP) und Co-Chair „The Club of Rome“, sowie andere Größen aus Wissenschaft und Wirtschaft.

„Für mich ist bei Lame Deer und vielen nordamerikanischen Ureinwohnerstämmen die Vorsicht gegenüber Utilitarismus*, analytischer Denkweise und Wachstumswahn das Wichtigste“. Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker

John Fire Lame Deer, der zugleich auch als Repräsentant der Vollversammlung der Häuptlinge der nordamerikanischen Indianerstämme fungierte, begleitete die Gründung eines unkonventionellen Instituts am Mannheimer Campus durch den Verein indi gen e. V.  Zielsetzung des Vereins ist die Erforschung und Kommunikation der jahrtausendealten Naturlehren indigener Völker, die dazu beitragen können, den Einklang von Ökonomie und Ökologie zu verbessern und indianisches Wissen für eine nachhaltige Entwicklung der Industriegesellschaften nutzbar zu machen.

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Naturvölker als Wegweiser aus der globalen Krise

Inwiefern kann die westliche Welt vom Wissen und Erfahrungsschatz der indigenen Völker in Bezug auf Natur und Naturkreisläufe lernen? Kann das alte Wissen helfen, die großen ökologischen Herausforderungen unserer Zeit, die mit rein wirtschaftlichen oder/und technischen Mitteln wohl nicht zu lösen sein werden, zu meistern?

John Fire Lame Deer und der Verein indi gen e. V. meinen ja und da sind sie nicht die Einzigen. Es sind grundsätzliche Lebensweisheiten wie

  • Nimmst du etwas von der Erde gib es ihr wieder zurück. Fällst du Bäume, pflanze neue
  • Technologie ist nicht das Maß aller Dinge, jedoch Teil der Lösung
  • Fälle wichtige Entscheidungen im Hinblick auf die nächsten sieben Generationen
  • Kläre auf und informiere statt zu kontrollieren
  • Erkenne deine Spiritualität an,

welche den Umgang mit unserem Planeten Erde und das menschliche Miteinander prägen.

„Geht und lernt den indianischen Weg, es ist der einzige Weg, um zu überleben.“ Dalai Lama

Sie maßen sich nicht an zu sagen, dass sie die Lösungen für all unsere Probleme kennen. Sie zeigen uns Möglichkeiten auf. Die Umsetzung überlassen sie den Experten wie Ökonomen, Wissenschaftlern, Kommunikationsspezialisten. Jeder sollte sich mit seinen Fähigkeiten, Gaben und Talenten dort einbringen wo er dem Planeten und der Gemeinschaft am Besten dienen kann. Auch eine Weisheit die naturverbundene Völker auf natürliche Art und Weise leben.

Hier findest du ein interessantes Interview mit John Fire Lame Deer über Lösungmöglichkeiten der ökologischen Krise in Zeiten von Klimawandel und knapper Ressourcen.

John Fire Lame Deer

ist Häuptling und „Heiliger Mann“ (Wicasa Wakan) der Mnikowoju-Lakota-Indianer, die zu den Sioux zählen und im US-Bundesstaat Süd-Dakota leben. Der 38-Jährige arbeitet als Zimmermann, ist verheiratet und hat mit seiner Frau eine erwachsene Tochter. Er trat 2001 die Nachfolge seines Vaters und seines Großvaters an, die ebenfalls Häuptlinge des Stammes gewesen waren.

Sein Vater lehrte ihn:

„Wenn du nicht die menschliche Seite von allem am eigenen Leib kennengelernt hast, wie kannst du dann lehren oder heilen helfen? Um ein guter Medizinmann zu sein, musst du demütig sein. Du musst niedriger sein als ein Wurm und höher als ein Adler.“

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Die Familie Lame Deer

Die Lame Deer sind eine Familie, aus der zahlreiche Indianerführer stammen. John Fire Lame Deers Urgroßvater – Häuptling Quick Bear – war Mitunterzeichner der Verträge, zwischen den Sioux und er amerikanischen Regierung 1868 in Laramie. Sein Großvater (gleichen Namens) wurde als Autor des Buches „Seeker of Visions“ bekannt, das als Klassiker der ethnologischen Literatur gilt. Sein Vater, Archie Fire Lame Deer, bereiste viele Länder, unter anderem auch in Europa.

“Bevor unsere weißen Brüder kamen, um zivilisierte Menschen aus uns zu machen, hatten wir keine Gefängnisse. Aus diesem Grund hatten wir auch keine Verbrecher. Ohne ein Gefängnis kann es keine Verbrecher geben. Wir hatten weder Schlösser noch Schlüssel, und deshalb gab es bei uns auch keine Diebe. Wenn jemand so arm war, dass er kein Pferd besaß, kein Zelt oder keine Decke, so bekam er all dies geschenkt. Wir waren viel zu unzivilisiert, um Wert auf persönlichen Besitz zu legen. Wir strebten Besitz nur an, um ihn weitergeben zu können. Wir kannten kein Geld und daher wurde der Wert eines Menschen nicht nach seinem Reichtum bemessen. Wir hatten keine schriftlich niedergelegten Gesetze, keine Rechtsanwälte, keine Politiker, daher konnten wir einander nicht betrügen. Es stand wirklich schlecht um uns, bevor die Weißen kamen und ich kann es mir nicht erklären, wie wir ohne die grundlegenden Dinge auskommen konnten, die – wie man uns sagt – für eine zivilisierte Gesellschaft so notwendig sind.“ Archie Lame Deer

Zu den Sioux gehörten verschiedene Indianergruppen, die ursprünglich in den Steppenlandschaften im Nordosten Amerikas lebten, darunter die Lakota, die Dakota und die Nakota. Die Lakota zählen heute 70 000 bis 80 000 Personen, ein großer Teil von ihnen lebt im Reservat „Rosebud“ in Süd-Dakota.

*Lehre, die im Nützlichen die Grundlage des sittlichen Verhaltens sieht und ideale Werte nur anerkennt, sofern sie dem Einzelnen oder der Gemeinschaft nützen.

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Quellen:

http://www.fr.de/panorama/indianer-die-erde-wird-sich-reinigen-a-578463?GEPC=s2

http://www.indi-gen.com/

http://www.klimaretter.info/forschung/hintergrund/19628-der-rat-vom-sioux-haeuptling

 

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