In den USA gibt es Initiativen, die ehrenamtlich „kleine Wohnhäuser“ bauen, damit Obdachlose im Winter ein Dach über dem Kopf haben. Der Kölner Sven Lüdecke bringt die Idee nach Deutschland und gründet den Verein „Little Home Köln“.

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Von der Straße in die Wohnbox

Der Kölner Fotograf Sven Lüdecke wollte nicht akzeptieren, welche Konsequenzen das Leben auf der Straße im Winter haben kann. Nach einem TV-Bericht über Wohnboxen in den USA macht er sich Gedanken, wie er selbst solche Unterkünfte für Obdachlose bauen kann. Sven Lüdecke sammelt Materialien für die 2,40 Meter langen, 1,60 Meter hohen und 1,40 Meter breiten Boxen. Aus Europaletten und Pressholz baut er daraufhin die erste eigene Wohnbox für Obdachlose.

Rund 200 hilfsbedürftige Menschen schlafen alleine in Köln das ganze Jahr über draußen. Sven Lüdecke gibt frierenden Obdachlosen nun mit Wohnboxen ein neues Zuhause. Der Obdachlose Peter ist einer der ersten „Bewohner“. Rottweiler Butch und er müssen jetzt nicht mehr im Zelt schlafen. Die Wohnbox schenkt ihm ein Gefühl von Sicherheit. Er kann von innen abschließen und strahlt über das ganze Gesicht, während er sein Häuschen zeigt. Die Wände sind mit silbernen Rettungsdecken isoliert, eine Matratze ­– gestiftet von der Hotelkette für die Sven Lüdecke arbeitet – liegt darin, es gibt ein Fensterchen, eine Ablage und ein paar Haken.

Wohnboxen für Obdachlose brauchen Genehmigung

Die rollenden Wohnboxen, die Sven Lüdecke baut, sind genehmigungspflichtig. Ob sämtliche Vorschriften der Bauordnung eingehalten werden müssen, wird von Fall zu Fall entschieden, so die städtische Bauaufsicht Köln. Drei Architekten haben sich derweil bereiterklärt, kostenlos Baupläne zu entwerfen, um die Genehmigungen zu erhalten. Um als „mobil“ zu gelten, sollen die Wohnboxen alle drei Monate den Standort wechseln.

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Sven Lüdeckes Aktion „Little Home Köln“ hatte nach der Berichterstattung hohe Wellen geschlagen. Hilfsangebote von Schreinereien, Betten-Geschäften und Privatleuten sowie Spenden gingen nach der Welle der Berichterstattung ein. „Es war überwältigend zu sehen, wie viele Menschen helfen wollten“, sagte Sven Lüdecke gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger. Beim Bau unterstützen auch „schwer erziehbare“ Jugendliche der Eduard-Mörike-Schule.

 

 

Die erste mobile Wohnbox stammt aus Bremen

In Bremen leben etwa 400 Menschen Straße. Dank des Konstruktionsgeschicks von Alexandra Bremer haben es

einige von ihnen ab sofort trocken und warm – in den neuen „Bremer Häusern“. Aus Sperrmüll und mit Spenden wurde erste „Bremer Haus“ gebaut. Die deutschlandweit erste, mobile Wohnungslosen-Unterkunft wird durch eine Kühlschranktür betreten und besticht mit Details wie Solardusche, Solarleuchte und Löschdecke. Das Häuschen Nummer Zwei ist eine Sonderanfertigung für einen krebskranken Wohnungslosen. Diese Variante verfügt über einen festen Medikamenten-Stellplatz und einen Spuckeimer. Da er gerne liest gibt es auch ein Fenster im Dach.

So eine Unterkunft schenkt nicht nur Gefühle von Sicherheit und Geborgenheit; es kann auch den Übergang zu einem normalen Wohnverhältnis ebnen.

Little Home auch in Berlin

Sven Lüdecke gründetet den Verein „Little Home Köln“. Dieser baut zurzeit parallel in Berlin Wohnboxen und auch in Köln geht es weiter.

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Quellen:

https://detektor.fm/gesellschaft/wohnboxen-fuer-obdachlose

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/koeln/koelner-baut-wohnboxen-fuer-obdachlose-aid-1.6457503

http://www.ksta.de/koeln/koelner-projekt-wohnboxen-fuer-obdachlose-brauchen-genehmigung-25170200

http://www.ksta.de/25170200 ©2017

http://little-home.eu/neues/

https://weserreport.de/2015/06/panorama/bremer-haeuser-fuer-wohnungslose/

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