Ein kreativer Kopf ist viel wert. Vor allem in unserer modernen Leistungsgesellschaft werden Menschen, die unkonventionelle Lösungsansätze schaffen, stetig wichtiger, da die Probleme immer komplexer werden. Kreativität ist der Motor für den gesellschaftlichen als auch technologischen Fortschritt, es ist die Grundlage für unser Streben, vorhandene Konstrukte zum Besseren zu verändern. Allerdings beschränkt sich Kreativität bei Weitem nicht nur auf unternehmerische oder gesellschaftliche Ziele, sondern ist essenziell für unsere innere Entwicklung. Auf dem Pfad des Lebens gibt es aber viele Schlaglöcher, die unseren kreativen Motor ins Stocken bringen können. Die wahre Kunst ist also, sich nicht von Pannen beeindrucken zu lassen und seinen Weg zu gehen. Das ist meist leichter gesagt als getan, aber es lohnt sich, wie die bewegende Reportage I Am A Creative Soul zeigt.

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Blockiert das Bildungssystem unsere Kreativität?

I Am A Creative Soul I Am A Creative Soul

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Unser Gehirn ist ein unglaublich leistungsstarker Rechner, der sogar in der Lage ist, sich Dinge vorzustellen, die es nicht gibt oder die gar nicht möglich sind. Es geht sogar so weit, dass bei einigen Individuen die eingebildeten Fantasien so intensiv werden, dass sie davon überzeugt sind, dass sie real sind. Dieses Phänomen ist besonders stark bei Kindern ausgeprägt, nimmt aber mit ansteigendem Alter ab. Gibt man einem Kind ein Stift sowie die Aufgabe, sich damit für fünf Stunden zu beschäftigen, wird man erstaunt sein, was sich das Kind alles zur Beschäftigung einfallen hat lassen. Erwachsene würden wahrscheinlich nach kurzer Zeit beginnen, mit dem Stift etwas zu schreiben, denn dazu sind Stifte logischerweise gedacht. Nun, dieser Denkansatz mag logisch sein, ist aber alles andere als kreativ.

Es gibt mittlerweile einige Studien über Kreativität, wo sie ihren Ursprung hat und was sie einschränkt. Ein Übeltäter scheint die Schule zu sein, der Ort, der uns für den Rest unseres Lebens vorbereiten soll, scheint unsere kreative Ader sinnbildlich abzudrücken. Was den Verdacht bestätigt ist die sogenannte Guilford’s Alternative Uses Task, zu Deutsch auch „Büroklammertest“ genannt. Bei dem Experiment, das nebenbei jeder selbst probieren kann, soll man alle Dinge aufschreiben, die man mit einer Büroklammer machen kann. Der Durchschnitt kommt auf etwa 10 bis 15 Vorschläge, was vollkommen in Ordnung ist. Es gibt aber auch kreative Köpfe, die deutlich mehr Ideen haben, wenn man ihnen etwas mehr Zeit lässt. Erstaunlich ist aber, dass fast alle Kindergartenkinder, die bei dem Test mitgemacht haben, locker auf über 100 Ideen kamen. Natürlich hatten sie einen ordentlich Zeitzuschlag, um die noch unentwickelten motorischen Fähigkeiten zu kompensieren.

Ist es also wahr, richtet uns das staatliche Bildungssystem darauf ab, einfachste Tätigkeiten wie Maschinen zu erledigen und die Meister im Auswendiglernen zu werden? Tatsache ist, dass der Kunst- und Musikunterricht im wöchentlichen Stundenplan immer weiter reduziert wird. Das hat zur Folge, dass der Bezug zur kreativen Auslastung immer weniger wird. Außerdem erweckt das bei den Kindern den Eindruck, dass es sich um ein unwichtiges Nebenfach handelt und nicht um eine grundlegende Fähigkeit, die man später sogar wirklich braucht, um alternative Ansätze zu denken und das Gedachte in die Tat umzusetzen.

Sei unabhängig, sei Du selbst – finde Deine Inspiration

Dass Schule nicht immer Spaß macht und ein staatlicher Lernplan nicht systematisch reihenweise Freigeister in die Welt setzen will, erscheint logisch. Allerdings wissen wir auch, dass es genügend Schulabgänger von staatlichen Bildungseinrichtungen gab, die mit ihrer Kunst die Massen begeisterten. Es ist demnach möglich, trotz aller Widerstände seinen eigenen Weg zu gehen und einzigartiges zu schaffen. Alles, was wir dazu brauchen, ist eine Idee, eine Inspiration, die uns zum Tatendrang zwingt und selbst die Angst des Scheiterns überwindet. Anfangs ist es nur ein Funke, ein kaum spürbarer Reiz, der in wahrer Ektase enden kann. Dieser Prozess ist bei allen Menschen gleich, es ist derselbe Ablauf bei uns als auch bei unseren Idolen, die wir für ihr Schaffen bewundern.

Dabei vergessen wir aber oft, dass Kreativität nicht einfach so vom Himmel fällt und nicht jeder kreative Kopf gleich die richtigen Ansätze findet, um seine Ideen in die Realität umzusetzen. Dennoch ist klar, dass in jedem von uns ein Genie schlummert, man muss es nur finden und richtig fördern. Hier liegt das eigentliche Problem, denn nicht alle unentdeckten Kreativen haben die notwendige Zeit und den nötigen Freiraum, um sich frei zu entfalten.

Kreativität – learning by doing

Kreativität ist demnach keine Fertigkeit, die man von Grund auf neu lernen muss. Jeder von uns hat eine kreative Ader, bei einigen ist diese schwächer und bei anderen stärker ausgeprägt. Es liegt an uns, inwieweit wir unsere eigene Kreativität fördern wollen. Davon profitieren letztendlich nur wir selbst, denn wer sich selbst kreativ beschäftigen kann, ist laut Studien allgemein glücklicher. Nebenbei erwähnt sind glückliche Menschen auch kreativer, demnach ist die Vielfalt unseres Schaffens ein Spiegelbild unserer Zufriedenheit. Wie dem auch sei, es liegt aber auch an uns, unseren Kindern jegliche Möglichkeit zur freien Entfaltung zu lassen. Auch wenn Kreativität (noch) kein Schulfach ist und keinen Ausbildungsplatz sichert, ist es ein Garant für ein zufriedenes Leben.

Jessica Hahner

Das Leben ist nicht immer gerecht, hin und wieder ist es sogar ein echtes Drama. Ein kreativer Kopf ist aber in der Lage, das Beste aus selbst den schlimmsten und aussichtslosesten Situationen zu machen. Neben einer zündenden Idee braucht es auch Durchhaltevermögen und Bewegung. Das Leben ist wie ein Fluss, man kann sich meist treiben lassen, hin und wieder müssen wir aber auch aktiv werden, um nicht unterzugehen. Der Film I Am A Creative Soul, den Du jetzt auf maona.tv – der TV-Sender mit Sinn! sehen kannst, ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Leben einem unvorhersehbaren Fluss gleicht. Jessica Hahner, der alleinige kreative Kopf der Reportage, hatte eine Idee, welche sie auf eine ungeahnte Reise ohne festes Ziel führte. Das Werk ist ein anhaltender kreativer Prozess von mehr als acht Jahren und eine Hommage an uns, weil jeder einzelne von uns eine kreative Seele ist, die einzigartig in ihrem Sein und Schaffen ist.

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Quellen:

https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/kreativitaet-mehr-als-nur-kunst/

https://deutsches-schulportal.de/kolumnen/warum-unser-bildungssystem-kreativitaet-blockiert/

https://www.ted.com/talks/sir_ken_robinson_do_schools_kill_creativity?language=de#t-166007

Ein Kurs in Meditation – In 21 Tagen zur inneren Freiheit. Osho. ISBN:9783641259396, 3641259398

https://editionf.com/erstaunlich/

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