In Japan ist der Druck im Berufsleben besonders hoch. Deswegen sind viele Japaner bereit gewaltige Überstunden zu leisten – mit fatalen Auswirkungen. Doch auch in Deutschland steigt die Zahl an Menschen, die aufgrund von beruflichen Anforderungen erkranken. Was du zur Vorbeugung und Stressbewältigung tun kannst, erfährst du hier.

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Arbeiten bis zum Umfallen – Aufgeben ist in Japan keine Option

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Dr. Britta Hölzel
Über vier Stunden Achtsamkeitsübungen

Japan ist das einzige Land, in dem es für Tod durch Überarbeitung ein eigenes Wort gibt: „Karoshi“. Viele sterben in Folge chronischer Erschöpfung an Hirn- oder Herzschlag oder sie begehen Selbstmord. Aufgeben gilt in Japan als Schande, so dass viele den Freitod wählen, als sich die Blöße zu geben, es nicht mehr zu schaffen.

Mehr als 80 Überstunden im Monat sind für viele Arbeitnehmer in Japan normal. Das japanische Wirtschaftswachstum stützt sich vornehmlich auf hart arbeitende Angestellte. Die Mitarbeiter opfern sich regelrecht auf für ihre Firmen und stellen alle anderen Interessen und auch alle sozialen Kontakte in den Hintergrund. Die Älteren machen es den Jüngeren vor. Die strenge Hierarchie lässt jüngeren Arbeitnehmern wenig Spielraum, diese Verhaltensmuster aufzubrechen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich diesem Rhythmus anzupassen. Solange die Älteren nicht nach Hause gehen, tun es die Jüngeren auch nicht.

Begrenzung der Arbeitszeit – Viele Unternehmen in Japan weigern sich

Seit 2014 gibt es in Japan ein Gesetz, das der Regierung vorschreibt, Karoshi zu verhindern. Erstmals dokumentiert Japan nun Tausende Fälle von Selbstmord in Folge von Überarbeitung und hat das erste Weißbuch herausgegeben, das eine Begrenzung der Arbeitszeit empfiehlt. Ein Beginn der Politik Karoshi als soziale Krankheit anzuerkennen. Aber noch gibt es keine gesetzliche Grenze für Überstunden. Bislang weigern sich viele Unternehmen, die empfohlene Grenze zu akzeptieren.

Doch es gibt auch positive Ausnahmen:

Andere Firmen sind kreativer, wenn es darum geht ihre Mitarbeiter zu weniger Arbeit zu motivieren. Ein Pflegedienst in Tokio, Saint-Works, gab seinen Mitarbeiterinnen lila Umhänge, auf denen steht, wann sie das Büro zu verlassen haben. Dadurch ist es unmissverständlich, wann der Arbeitstag zu Ende ist.

Wie im Bericht steht, rühren viele Tode daher, dass die Menschen sich umbringen, Herzversagen, Herzattacken oder einen Schlaganfall haben. All das wird durch Stress hervorgerufen.

Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Auch in Deutschland steigt die Anzahl der von Burn-Out und Depressionen betroffenen Arbeitnehmer. Eine Statistik der Deutschen Rentenversicherung zeigt, dass im Jahr 2017 über 37 % der Erwerbsunfähigkeitsrenten aufgrund psychischer Krankheiten bewilligt wurden. Tendenz steigend. Zur Relation: Mit 13 % stehen Kreislauferkrankungen an zweiter Stelle der Statistik der DRV.

Ein Grund mehr auf sich zu achten und Stress vorzubeugen!

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Es ist dringend notwendig, das sich ständig drehende Hamsterrad des eigenen Lebens regelmäßig anzuhalten, auszusteigen und den Alltag durch Zeiten des Innehaltens zu entschleunigen. Beispielsweise durch die Frage „Was ist wirklich wichtig in meinem Leben?“ Wer sich bis zur Erschöpfung verausgabt und nicht auf seine inneren Bedürfnisse hört, dient weder sich selbst noch den anderen, sondern verstößt gegen die Gesetze des Lebens.

Sechs Tipps zur Vorbeugung und Stressbewältigung
  1. Entschleunigung Frage dich gleich morgens beim Aufstehen, was an diesem Tag wirklich wichtig ist. Mache dir eine Liste, in Gedanken oder auf Papier, über das, was ansteht. Streiche konsequent alles Überflüssige und verschaffe dir dadurch Freiräume.
  2. Bewusstes Nichtstun. Mindestens dreißig Minuten am Tag für das süße Leben freihalten. Diese Phasen des Loslassens schonen die Nerven, fördern die Kreativität und schärfen ganz nebenbei auch die Sinne. Ob du dabei in die Luft starrst, eine entspannte Zeit im Café verbringst oder dich an irgendetwas anderem erfreust, ist im Grund unerheblich. Wichtig ist die Zeit für dich.
  3. Alltagsrituale. Rituale geben Halt und du kannst dich darauf freuen. Treffe dich regelmäßig mit Freunden, mit denen du Spaß haben oder gute Gespräche führen kannst. Genieße die Natur bei Spaziergängen oder Radtouren, allein oder mit Gleichgesinnten. Achten auf das Zwitschern der Vögel, das Rascheln des Laubs, das Blau des Himmels, das Fließen des Wassers. Fließendes Wasser ist ein natürliches Antistressmittel, denn es entspannt den Solarplexus, der eng mit dem Nervensystem verbunden ist. Auch ein Zimmerbrunnen zu Hause sorgt für Entspannung. Oder besuche ein Yoga- oder Fitnessstudio, welches dir außer sportlicher Betätigung auch soziale Kontakte bietet.
  4. Weniger ist mehr. Vermindere Reizüberflutung von außen, indem du weniger fernsiehst, weniger Radio hörst, nicht unbedingt jeden Tag die Zeitung von vorn bis hinten durchliest oder im Internet surfst. Du wirst auch so mitbekommen, was in der Welt vor sich geht und kannst deinen Geist für andere Dinge, die mit dir selbst zu tun haben, freihalten. Werde aktiv und tausche das Konsumentenleben gegen ein Leben des aktiven Hervorbringens. Schreibe selbst etwas, statt nur zu lesen. Mache selbst Musik, statt nur zuzuhören, male selbst ein Bild, statt ins Museum zu gehen, lade selbst Freunde ein, statt auf eine Einladung zu warten.
  5. Ich stehe nicht mehr zur Verfügung. Höre damit auf, der psychische Mülleimer für ewig jammernde Menschen zu sein, die deine Zeit und Energie rauben, die du für etwas Besseres verwenden kannst. Das mag anfangs schwerfallen und unter Umständen wirst du plötzlich weniger Freunde haben. Dafür aber mehr Zeit für dich selbst und deine wahren Bedürfnisse. Achten darauf, wer und was dir wirklich gut tut, dann gib deinem Leben eine positive Richtung.
  6.  Erkennen des eigenen Stressprofils. Finde durch Selbstbeobachtung heraus, was dich am meisten stresst. Sind es Beziehungsprobleme, Zeitmangel, Leistungsdruck, finanzielle Sorgen oder Probleme mit der Gesundheit? Oder erlebest du Stress durch schlechte Essgewohnheiten, Perfektionismus, die Unfähigkeit, Nein zu sagen oder weil du dir zu viel Sorgen machst? Schreibe auf, was dich am meisten belastet. Bewerte das Ergebnis nicht, sondern mache dir einfach bewusst, was deine drei Hauptstressoren sind. Allein durch diese neutrale Wahrnehmung wird sich der Stress verringern und du kannst ein sinnvolles Konzept erstellen, wie du deine persönlichen Stressauslöser am besten reduzieren kannst. Damit beginnst du bereits in diesem Moment mit einem bewussteren und achtsameren Leben.

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Quellen:

http://www.n-tv.de/panorama/Japan-untersucht-Tod-durch-Uberarbeitung-article18806626.html

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Aufgeben-gilt-in-Japan-als-Schande-article19748058.html

http://www.businessinsider.de/japan-ueberdenkt-work-life-balance-nach-selbstmord-2016-12

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/6_Wir_ueber_uns/03_fakten_und_zahlen/03_statistiken/02_statistikpublikationen/02_rv_in_zahlen_2016.pdf?__blob=publicationFile&v=24

http://bigstory.ap.org/article/b972d8ccc27a4060a8a3385f7b11ed41/japan-overwork-deaths-among-young-show-lessons-unlearned

http://www.scmp.com/news/asia/east-asia/article/2057914/japan-embarks-work-hour-reform-after-suicide-woman-who-did-105

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/agenda/japan-streitet-ueber-den-tod-durch-ueberarbeitung-14495319.html

 

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