Lego ist der größte Spielzeughersteller der Welt und möchte ab 2030 seine Produktion von Plastik auf pflanzenbasierte Rohstoffe umstellen. Die Lego-Bausteine sollen die gleiche Qualität bieten – und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun.

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Es kursieren Gerüchte im Internet

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Zwar sind im Internet Artikel im Umlauf, welche behaupten, Lego würde seine Produktion bis 2030 vollständig von Plastik auf Hanf umstellen, jedoch ist diese Behauptung nur halb richtig. Denn im Jahr 2014 erschien ein Artikel, in welchem hervorgeht, dass Lego bereits seit Jahren versucht, eine pflanzliche Alternative zum herkömmlichen Plastik zu finden. Hier wird jedoch in keinem Wort der Rohstoff Hanf erwähnt. Hanf zählt für die Hersteller der bunten Bausteine nämlich nur als EINE von vielen (jedoch nicht sehr einfach umzusetzenden) Möglichkeiten, um die Produktion der Legosteine nachhaltiger zu gestalten. Für ein paar der Modelle hat das Unternehmen jedoch bereits geeignete Alternativen aus brasilianischem Zuckerrohr gefunden. Zu finden ist dieser Rohstoff beispielsweise im neuen Lego Baumhaus. So bestehen das Blätterwerk und verschiedene andere Pflanzenelemente dieses Models aus nachhaltig angebautem Zuckerrohr.

Die Umsetzung der Vision ist gar nicht so einfach

Das Baumhaus mit seinen aus pflanzlichen Rohstoffen bestehenden Bauteilen, ist ein Meilenstein in der Produktion von Lego. Allerdings ist es für das Unternehmen nach wie vor eine große Herausforderung, die Produktion komplett auf klimaneutrale Basis umzustellen. Für das in über 70 % verwendete Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer (ABS), gibt es bisher, nämlich keine geeignete Alternative. Und das, obwohl der Konzern bereits über 200 Kombinationen getestet und rund 150 Millionen US-Dollar investiert hat. Um die Forschung jedoch voranzutreiben und die Vision vom plastikfreien Lego aber hoffentlich bald umsetzen zu können, hat sich Lego mit Unternehmen wie McDonald’s, Procter & Gamble und Nestlé zusammengeschlossen. Gemeinsam mit den Kollegen soll eine Lieferkette für pflanzenbasiertes Plastik aufgebaut werden.

„Es ist wie bei der ersten Mondlandung. Als Kennedy ankündigte, er wolle einen Mann auf den Mond schicken, existierte ein Großteil der dafür erforderlichen Technologie noch gar nicht. Wir müssen das jetzt erst mal erfinden.“

So der Nachhaltigkeitschef von LEGO, Tim Guy Brook.

Zuckerrohr eignet sich nicht für alle Legoelemente

Wie bereist erwähnt hat Lego bereits Pflanzenelemente wie Blätter, Büsche und Bäume produziert, welche aus brasilianischem Zuckerrohr bestehen. Diese sind relativ weich und biegsam. Bei den Steinen jedoch stellt diese Beschaffenheit ein Problem dar. Denn die Bausteine sollten sich fest miteinander verbinden, jedoch ohne großen Kraftaufwand wieder voneinander entfernen lassen. Lego hat daher bereits Materialkombinationen auf Mais- und Zuckerrohr-Basis getestet, welche sich jedoch als zu weich erwiesen. Auch eine Kombination auf Weizenbasis stellte sich als ungeeignet heraus, da dieses Material die Farbe nicht gleichmäßig absorbiert und zu wenig Glanz aufwies.

Aber wie es denn jetzt genau mit dem Hanf?

Hanf ist ein äußerst nützlicher Rohstoff und wird bereits seit Jahrtausenden verwendet, um Kunststoffe oder Textilien herzustellen. Heutzutage wird Hanf jedoch vorwiegend als Verstärkungsfaser in Verbundwerkstoffen verwendet. So werden lange oder kurze Fasern genutzt, um eine bestimmte Werkstoffeigenschaft zu erhalten. Um diese Fasern herum, befindet sich jedoch immer noch das herkömmlich gewonnene Polymer.

Für Lego ist diese Art von Kunststoff aber wohl eher keine Alternative. Der Konzern möchte in naher Zukunft schließlich vollständig auf Plastik verzichten. Und Legosteine, welche zu 100 % aus Hanf bestehen, erfüllen leider nicht die Anforderungen, welche das Unternehmen an seine Produkte stellt. Zwar wäre das für die Umwelt ein Meilenstein und bestimmt von Vorteil, wenn Legosteine biologisch abbaubar wären, allerdings liegt genau dieser Punkt nicht ganz im Interesse von Lego. Letztlich sollen sich die Steine ja über Jahrzehnte halten und sich nicht anfangen aufzulösen, sobald sie mit Wasser in Berührung kommen.

Dass die Produktion von Lego ab 2030 vollständig auf Hanf basieren soll, ist also ein Gerücht und kann daher mit gutem Gewissen als „Fake News“ bezeichnet werden. Dies schließt jedoch nicht aus, dass Hanf sich grundsätzlich als Rohstoff für Kunststoffe eignet. Es heißt lediglich, dass die Aussage, Lego würde ab 2030 auf die vollständige Hanfproduktion umsteigen, nicht stimmt. Das Unternehmen ist nach wie vor auf der Suche nach einer passenden Alternative und investiert hohe Summen an Geld, in die dafür nötige Forschung.

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Quellen:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boerse/lego-hanf-gruenes-image-101.html

https://www.stonewars.de/news/lego-aus-hanf/

https://www.lego.com/de-de/product/tree-house-21318

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