Für die Sängerin Urna wird Das Lied von den zwei Pferden des Dschingis Khan zum Prüfstein ihrer kulturellen Identität. Wird sie ihre Wurzeln finden oder hat MAO Zedong es geschafft, dass vom Gestern nichts mehr übrig bleibt? Wie lange kann ein Baum ohne Wurzeln überleben? Ein Film mit einer beeindruckenden Seh-Kraft und Seelen-Stärke! Unbedingt anschauen, denn genau diese Beiden brauchen wir aktuell dringener denn je.

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Eine Reise zum Ursprung wahrer Identität Eine Reise zum Ursprung wahrer Identität

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In ihrem Film Das Lied von den zwei Pferden begibt sich die Regisseurin Byambasuren Davaa bekannt durch ihre FilmeDie Geschichte vom weinenden Kamel“ und „Die Höhle des gelben Hundes“, wieder in ihre Heimat, verlässt dieses Mal jedoch die Atmosphäre des mongolischen Nomadenlebens und wirft einen Blick auf die gesellschaftliche und politische Realität ihres geteilten Heimatlandes. Sie blickt auf den Zwiespalt einer einzigartigen Naturlandschaft und auf die fortwährende Zerstörung durch Industrialisierung, Beton und Müll – bewegt sich dabei jedoch stets im spirituellen Raum.

Das Lied von den zwei Pferden ist eine Filmperle, die auf natürliche Weise tief ins Herz und in den Kopf eintaucht. Der zwischen Magie, Poesie und Gegenwart pendelnde Film ist ein spirituelles und bildgewaltiges Road Movie, dessen Hauptakteurin ein authentischer Schatz ist: die weltweit bekannte „Ethno-Sängerin Urna Chahar-Tugchi. Schau dir den Film doch gleich auf maona.tv – der TV-Sender mit Sinn! an.

  • FBW Filmbewertung: „Ein wunderschöner, sehr eindringlicher Film von zärtlicher Poesie (...) bewahrt einzigartige Blicke auf historische Dokumente vor atemberaubenden Landschaften.“
  • Kinozeit.de: „Eine Reise in eine fremde und faszinierende Welt!“
  • Cinema: „In leisen, dokumentarisch anmutenden Bildern erzählt Byambasuren Davaa vom Verlust kultureller Traditionen. (...) Eine Reise in ein Land, dessen Identität verloren geht.“
 

 

Nichts soll vom Gestern übrig bleiben

Wie kaum ein anderes Lied verkörpert das Lied „Die zwei Pferde des Dschingis Khan” Geschichte und den durch die Kulturrevolution verursachten Paradigmenwechsel des mongolischen Volkes.

Für die in der Inneren Mongolei geborene Sängerin Urna hat das Lied von den zwei Pferden jedoch auch eine sehr persönliche Komponente: Der gesamte Liedtext zierte einst die Pferdekopfgeige (Morin Chuur) ihrer Großmutter. Während der chinesischen Kulturrevolution wurde die Geige zerstört, nur Teile des Instruments blieben erhalten, der Kopf und der Hals. Urna hatte ihrer Großmutter vor deren Tod versprochen, die Geige zurück in die Mongolei zu bringen und reparieren zu lassen. Auf dem Hals waren die Strophen des volkstümlichen Liedes eingraviert. Während der Zeit der chinesischen Kulturrevolution, in der „nichts vom Gestern übrig bleiben sollte“ schaffte es Urnas Großmutter nicht, die Pferdekopfgeige zu retten. Nur ein Fragment des Instruments und des Heldenlieds konnten vor der Zerstörung in Sicherheit gebracht werden.

Eine Reise zum Ursprung wahrer Identität

Nun ist es für Urna an der Zeit, das gegebene Versprechen einzulösen. Sie reist zunächst nach Ulaanbaatar, um ein berühmtes Pferdekopfgeigen-Ensemble zu treffen. Dort hofft sie, mehr über die alte Weise in Erfahrung zu bringen. Doch ihre Erwartung wird enttäuscht. Danach sucht Urna den Pferdkopfgeigenbauer Hicheengui auf, der den alten Geigenkopf begutachtet. Er kann das Familienerbstück restaurieren, der Geige einen neuen Körper bauen. In der Zwischenzeit macht Urna sich auf die Reise durch die Mongolei. Sie hofft im Hinterland, bei den Nomaden, die fehlenden Strophen des Liedes als Kulturgut der mündlichen Überlieferung zu finden. Doch schnell weicht der ersten Euphorie erneute Ernüchterung. Der Bus, in dem sie mitfährt, bleibt im Schlamm stecken. Eine richtig funktionierende Infrastruktur gibt es auf dem Land nicht.

Glück im Unglück findet sie Zuflucht bei einem Pferdezüchter, der ihr Rosshaar, neue Saiten, für die alt-neue Geige schenkt. Auch die Pferdezüchter kennen das Lied nicht, haben aber eine gute Idee: Morgen findet eine große Hochzeit in der näheren Umgebung statt. Vielleicht kann sie dort jemanden finden, der ihr weiterhelfen kann. Doch auch auf der Hochzeit kennt keiner der Gäste die volkstümliche Weise, „Die zwei Pferde des Dschingis Khan”.

Eine letzte Spur führt Urna zu einem Schamanen, einem spirituellen Mittler zwischen der diesseitigen und jenseitigen Welt. Kann er Urna den Weg zu diesem Lied, zu sich selbst, weisen?

Der offizielle Trailer auf unserem YouTube Kanal maona.tv – der TV-Sender mit Sinn!

Wann verliert ein Volk seine Identität? Vielleicht, wenn es sich nicht mehr an seine Musik erinnert.

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Die Regisseurin Byambasuren Davaa

Byambasuren Davaa oder auch Dawaagiin Bjambasüren begann ihre Karriere 1989 parallel zu einem Jurastudium – als Moderatorin und Regieassistentin beim staatlichen Fernsehen der Mongolei. 1995 bis 1998 beendete die junge Mongolin ihr Studium an der Hochschule für Filmkunst in Ulaanbaatar. An der Hochschule für Fernsehen und Film in München studierte die Regisseurin dann das Fach Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik, wo sie für ihr Vordiplom den bekannten Film „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ drehte, welcher ein weltweiter Erfolg wurde und sogar für den Oscar 2005 in der Kategorie bester Dokumentarfilm nominiert wurde.

Die Abschlussarbeit war ebenfalls 2005, der Film „Die Höhle des gelben Hundes“, und bereits 2008 begann sie die Dreharbeiten des Films „Das Lied von den zwei Pferden“ mit Sängerin Urna in der Hauptrolle. Der Film feiert im August 2009 seine Primäre auf der Piazza Grande in Locarno. Am 3. Juni 2010 startete der Film dann in den bundesdeutschen Kinos und wurde auf mehr als 30 internationalen Filmfestivals aufgeführt.

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