Seit rund drei Jahrzehnten haben Staaten weltweit ihren Abfall und Schrott nach China verschifft. Damit ist jetzt Schluss! Auch für Deutschland. Stellt sich die Frage, wohin mit unseren gigantischen Müllbergen?

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Importstopp des größten Abnehmers von Plastikmüll

2016 hat die Volksrepublik rund 7,3 Millionen Tonnen Plastikmüll im Wert von 3,7 Milliarden Dollar eingeführt – mehr als die Hälfte der weltweiten Importe. Die EU-Mitgliedsländer exportierten bislang 87 Prozent aller Plastikabfälle nach China.

Bereits im Juli letztens Jahres hatte China angekündigt, keinen Müll aus dem Ausland mehr einführen zu wollen. Seit dem 02. Januar ist das Verbot nun in Kraft getreten: 24 Sorten Müll dürfen nicht mehr importiert werden, darunter unter anderem Elektroschrott, Altpapier und Plastikmüll. China schränkt die Einfuhr ab März 2018 noch weiter ein, mit dem Ziel ab 2019 den Import von ausländischem Müll komplett zu stoppen.

Damit sind die Bemühungen der Europäischen Kommission, um Übergangsregelungen für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren, gescheitert.

Der Grund für den Einfuhrstopp: Der ausländische Müll hatte zu ernsthaften Umweltproblemen geführt, erklärte das chinesische Umweltministerium. Der Jangstse-Fluss in China ist der am stärksten mit Plastikmüll verschmutzte Fluss der Welt, er befördert jährlich etwa 330.000 Tonnen Plastik ins Meer.

Tödlicher Müll in China

Die Verarbeitung des ausländischen Mülls hat jedoch nicht nur zu ernsthaften Umweltproblemen geführt. War dir klar, dass dein Müll in China landet und welche drastische Auswirkungen dies auf die Gesundheit und Lebensgrundlage der Menschen dort hat? Nein, dann schau dir diesen kurzweiligen Bericht auf YouTube an. Er zeigt die ganze Misere der müllverarbeitenden Industrie in China.

 

 

Du fragst dich jetzt wieso der Abfall nach China verschifft wurde? Weil China bis zu 20 Euro mehr für den Abfall, insbesondere den Plastikmüll, bezahlt hat, als deutsche Recyclingunternehmen.

Chinas Importstopp eine Abfallkatastrophe oder eine Chance zum Umdenken?

Für China ist der Einfuhrstopp ein wichtiger Schritt zur Lösung des Umweltproblems, doch wie sieht es für die EU-Länder aus?.

Vor allem Großbritannien bekommt erste Auswirkungen des Importverbots bereits zu spüren: Wie der britische „Guardian“ berichtet, türmen sich auf der Insel bereits Müllhaufen vor den Recycling-Anlagen – nur kurze Zeit nach Inkrafttreten des Importstopps.

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Doch auch Deutschland trifft Chinas Importverbot hart. Rund sechs Millionen Tonnen Plastikabfall werden jährlich in Deutschland produziert, ein Viertel davon wurde bisher nach China geschifft.

China war der größte Abnehmer für Kunststoffabfälle. Deutschland und die anderen EU-Länder müssen sich also rasch etwas einfallen lassen – insbesondere im Hinblick auf die weitere Verschärfung des Importstopps ab März 2018 und des kompletten Stopps ab 2019.

Die Deutsche Umwelthilfe sieht den chinesischen Importstopp als eine Chance, um in Deutschland zu einer besseren Kreislaufwirtschaft zu kommen. Es bedürfe einer konsequenten Abfallvermeidungspolitik, der Festlegung verbindlicher Standards zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen und Produkten sowie des Einsatzes von recycelten Materialien, heißt es in einer Mitteilung. Von der künftigen Bundesregierung fordert der Verein konkrete Maßnahmen für die Vermeidung von Abfall. Das beinhalte auch verbindliche Alternativen zu nicht recyclingfähigen Kunststoffen, bei denen es sich etwa um komplizierte und mehrschichtige Verbundstoffe handelt, deren Hauptabnehmer bisher China war.

 

 

... oder vielleicht doch lieber alternative Abnehmer?

Schön wäre es, wenn die geforderten Maßnahmen umgesetzt werden würden, doch Fakt ist, dass sich bereits jetzt nach alternativen „Abnehmern“, wie Vietnam, Malaysia, Thailand oder in südosteuropäischen Ländern wie Bulgarien und Rumänien, umgesehen wird.

Für Elektroschrott gibt es bereits seit Jahren einen hervorragenden Abnehmer: Agbogbloshie, einem Slum am Rande der Hauptstadt Accra in Ghana. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen fallen weltweit jedes Jahr zwischen 20 und 50 Millionen Tonnen Elektromüll an und ein Großteil dieser Millionen Tonnen landet hier. Früher war an diesem Ort eine Lagune. Jetzt ist es eine giftige Müllhalde.

Was können wir tun?

Verpackungen machen den größten Anteil am Plastikverbrauch aus. Darum lohnt es sich gerade beim Einkaufen auf die Verpackung zu achten und Plastik zu vermeiden. Lies in unserem Beitrag: Auf Plastik verzichten, aber wie? mit welchen einfachen Tipps dir das gelingt.

Zum Elektroschrott, vielleicht einfach einmal überlegen, ob das neue Smartphone, der neue Fernseher, Laptop, Tablet…. wirklich notwendig ist.

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Quellen:

https://www.focus.de/wissen/import-stopp-kein-deutscher-muell-mehr-nach-china-das-hat-unerwartete-folgen_id_8234701.html

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutschland-sucht-eine-neue-Muellkippe-article20222136.html

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/abfallwirtschaft-china-hat-genug-von-europas-muell-1.3811255

https://www.bde.de/presse/newsletter-archiv/showNL?nl=2654

https://www.planet-wissen.de/kultur/afrika/ghana/pwiegiftigerelektromuell100.html

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