Gerade auf dem Land gibt es viele versteckte Orte, die über verborgene Fallobstbäume verfügen. Leider bleiben diese ziemlich häufig unentdeckt und das gute Obst, welches die Bäume abwerfen, bleibt auf dem Boden liegen und verrottet. Hier kommt Mundraub ins Spiel: eine Initiative, die einen verantwortungsbewussten und respektvollen Umgang mit Lebensmitteln vermittelt und auf das gemeinsame Teilen setzt, statt übergebliebene Früchte den Gezeiten zu überlassen.

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Mundraub – für eine nachhaltigere und bewusstere Gesellschaft

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Mundraub.org ist mittlerweile die größte deutsche Plattform, die es willigen Obstentdeckern ermöglicht, „essbare Landschaften“ zu entdecken. Gemeinsam mit ein paar Freunden gründete Kai Gildhorn das Projekt 2009. Es ging darum, aufmerksamen Menschen eine Möglichkeit zu bieten, gefundene öffentliche Obstbäume via „Map“ zu kartieren, Aktionen anzulegen oder gar ganze Gruppen zu gründen, um das heruntergefallene Obst zu sammeln und anschließend aufzuteilen oder direkt gemeinsam zu verarbeiten.

„Unsere Vision: ist eine Gesellschaft, die ein nachhaltiges und gemeinschaftliches Verständnis für die Bedeutung der essbaren Landschaft hat.“

So schreiben die Gründer auf ihrer Webseite. Neben dem Sammeln von öffentlichem Fallobst organisiert die Gruppe aber auch Ernte-, Pflanz- und Pflegeaktionen und bietet geführte Entdeckertouren an, die insbesondere für Kinder ein riesen Spaß ist, wobei die Kleinen auch noch etwas lernen können. Dabei geht es den Visionären keineswegs nur darum, das Land „essbarer“ zu gestalten, sondern auch die Städter sollen vom frischen und gesunden Fallobst profitieren. So unterstützt die Initiative Mundraub außerdem Kommunen und hilft ihnen bei der Konzeption und Umsetzung essbare Stadtlandschaften zu gestalten.

So funktioniert das Sammeln und Teilen

Den Gründern des Projekts Mundraub ist es wichtig, dass die Mitglieder der Initiative behutsam, bewusst und respektvoll sowohl mit der Natur als auch den darin lebenden Tieren umgehen.

Darüber hinaus ist es enorm wichtig, vor der Markierung in der Karte und dem Einsammeln des Obstes sicherzustellen, dass die gefundenen Bäume/ Sträucher auch wirklich öffentlich zugänglich sind und nicht eventuell doch jemandem gehören.Wichtiger ist es weniger, aber dafür zuverlässige Quellen auf der Map zu markieren.

Um sicherzugehen, ob ein bestimmter Baum oder Strauch auf öffentlichen Grund steht, hilft im Zweifelsfall ein Anruf oder Besuch bei der zuständigen Behörde. In der Regel sind dies z. B. die Untere Naturschutzbehörde, das Grünflächenamt oder die Straßenverkehrsbehörde. Ist die erste Hürde überwunden und der Fundort „verifiziert“, so kann das große Sammeln losgehen. Schütteln, Pflücken, aufklauben…auch das Klettern auf den Bäumen ist erlaubt, solange dem Baum und euch selbst dabei kein Schaden zugefügt wird.

Beim Einsammeln der Früchte appelliert Mundraub jedoch an seine Mitglieder, immer ein bisschen was der Erträge liegenzulassen, sodass andere Lebewesen auch noch davon profitieren können. Der Mensch ist schließlich nicht allein auf der Welt ;-)

„Sharing is caring“ – Mundraub lebt vom Teilen

Als nächsten Schritt steht das Teilen in der „Agenda“, denn Mundraub lebt sowohl vom Teilen der Früchte als auch der Standorte. Es wäre also unfair, einen gefundenen Baum oder Strauch und den daraus resultierenden Ertrag für sich zu behalten. Des Weiteren liegt es im Interesse von Mundraub, die Bäume nicht nur zur Erntezeit zu besuchen. Sollten die Mitglieder Zeit und Lust haben, sich weiter zu engagieren, gibt es die Möglichkeit, Kontakt mit den zuständigen Behörden vor Ort aufzunehmen, um zu erfragen, wie die Bäume gepflegt und bewirtschaftet werden und ob dabei Hilfe nutzbringend wäre.

Wer noch weiter helfen möchte, kann sich Informationen für die aktive Hilfe bei der Pflege und den Erhalt von Streuobstwiesen in der jeweiligen Region über den Naturschutzbund Deutschland (Link in den Quellenangaben) einholen.

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Quellen:

Naturschutzbund Deutschland

https://mundraub.org/

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