Neue Studien zum Orgasmus der Frau geben erschreckende Zahlen preis. Unter privaten und beruflichen Stress leidet meist auch das Liebesleben. So ist es beinahe schon ironisch, dass es laut einigen Forschern keine andere Möglichkeit für einen Ausgleich zum tristen Alltag gibt, der mehr Spaß, Freude und Befriedigung mit sich bringt als Sex. Die Ursachen für Lustlosigkeit sind aber überaus vielfältig, tiefgründig und die Folgen sind für alle Betroffenen alles andere als schön. Es geht hier nicht nur um etwas Unzufriedenheit, sondern um das individuelle Selbstwertgefühl in einer Beziehung. Aufklärung ist hier gefragt! Und zwar dringend!

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Schluss mit dem Druck!

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In einer scheinbar aufgeklärten und modernen Gesellschaft ist es wohl immer noch so, dass Frau mit Mann nicht über die eigenen Bedürfnisse oder Gefühle reden kann. Wenn man das will, dann muss man es auch klar und deutlich einfordern. Es ist also alles in Ordnung, so lange man sich nicht beschwert. Eine folgenschwere Fehleinschätzung, denn gerade in unserer entwickelten und emanzipierten Welt wird den Frauen nicht nur im Berufsleben, sondern auch im Bett deutlich mehr Druck gemacht.

Verschiedene Studien und deren Ergebnisse

Häufigkeit des Orgasmus

Nur 33% der deutschen Frauen kommen beim Sex regelmäßig zum Orgasmus (sagt die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung).

Eine Studie von Lehmann aus dem Jahr 2003 zeigt, dass nur 4% der Frauen rein vaginal einen Orgasmus erreichen.

52% der Frauen brauchen gleichzeitig eine klitorale und vaginale Stimulation. Rein klitoral erreichen 30% den Orgasmus. Am sichersten kommen Frauen beim Sex zum Orgasmus, wenn die Klitoris zusätzlich stimuliert wird. Das funktioniert durch die gewählte Stellung, den Partner, die Frau selbst oder durch Sexspielzeuge. (Durex Studie Sexual Wellbeing Global Survey 07/08).

Etwa 12% der untersuchten Frauen sind unfähig, einen Orgasmus zu erleben bzw. haben noch nie einen erlebt. (European Society for Sexual Medicine laut Prof. Ulrich Clement).
Frauen erleben häufiger, immer oder fast immer einen Orgasmus, wenn sie alleine sind und nicht zusammen mit einem Partner. (Studie von Davis, Blank, Hung-Yu und Bonillas, von 1996, laut Prof. Ulrich Clement) Die sexuelle Unzufriedenheit von Frauen nahm innerhalb von 20 Jahren stark zu: 1975/77 klagen nur 8% über sexuelle Lustlosigkeit, 1992/94 waren es 58%. (Sexualberatungsstelle der Uni Hamburg; Schmidt 1996).

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Sexuelle Dysfunktion

43% der befragten 1.749 Frauen litten an einer sexuellen Dysfunktion (US-Studie von Edward Laumann, einem Soziologen der University of Chicago, aus dem Jahr 1999). 90 % der befragten Frauen gaben an, ihren Partnern schon mindestens einmal einen Orgasmus vorgetäuscht zu haben, nur mit der Hälfte ihrer Partner hatten sie überhaupt einen (Charité-Studie von 2004).
Knapp 60% der befragten Rheinländerinnen gaben an, eine sexuelle Störung zu haben. Das ergab eine Umfrage der Urologischen Klinik Köln, die 2003 auf einem Kongress in Paris präsentiert wurde »Cologne 20 000 Community Survey «.

Ein vorgetäuschter Orgasmus ist keine gute Idee

Frauen täuschen unter anderem deshalb einen Orgasmus vor, um für den Partner sexuell attraktiver zu sein (Studie von S.M. Grüsser und KollegInnen, 2003). Dies hat häufig Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl der Frauen. Viele Frauen spüren, wie sie sich durch ihr unehrliches Verhalten von ihrem genussvollen Körpergefühl entfernen und sich in einen Teufelskreis hinein begeben: Aufgrund des nicht erlebten Orgasmus und der Zunahme des Erwartungsdruckes an sich selbst verstärkt sich meist auch die innere psychische Anspannung, wodurch ein Orgasmus noch viel unwahrscheinlicher wird (www.sexmedpedia.com/artikel/orgasmusstoerungenbei- der-frau).

Die Probleme können genetisch bedingt sein

Schwierigkeiten einen Orgasmus zu haben sind zu einem Drittel bis knapp zur Hälfte eine Sache der Veranlagung, haben britische Forscher bei einer Studie mit Zwillingen herausgefunden. Gesellschaftliche Einflüsse wie Familie, Religion und frühe Erziehung hätten dagegen kaum Auswirkungen (Kate Dunn von der Universität Keele und Kollegen in den »Biology Letters« der Londoner Royal Society, DOI: 10.1098/rsbl.2005.0308). Die Studie verweist erstmals auf eine genetische Basis für die Orgasmusfähigkeit von Frauen.

Kompensation durch Arbeit

Auch bei Frauen beeinflussen sexuelle Probleme zahlreiche Lebensaspekte. Oft sind sie mit einer verminderten Leistungsfähigkeit sowie einer verminderten Befriedigung im interpersonalen, beruflichen und emotionalen Bereich verbunden. Dabei scheint es den Frauen weniger als den Männern zu gelingen, die sexuellen Probleme etwa durch eine Flucht in die Arbeit zu kompensieren bzw. zu verdrängen.
Die hier genannte und andere Studien haben gezeigt, dass ein enger Zusammenhang zwischen sexueller Gesundheit und der allgemeinen Lebenszufriedenheit besteht.

Sexuelle Unzufriedenheit führt zu Seitensprüngen. In einer im Projekt Theratalk am Institut für Psychologie der Universität Göttingen durchgeführten Studie wurde untersucht, wie häufig sexuelle Unzufriedenheit in der Partnerschaft als Grund für einen Seitensprung eine Rolle spielt. Befragt wurden 219 Männer und Frauen, die selbst untreu waren. 76 % der Männer und 84 % der Frauen gaben an, dass sexuelle Defizite in der eigenen Partnerschaft bei ihrem Seitensprung die Hauptrolle spielten. Sexuelle Unzufriedenheit war damit der häufigste Grund für den Seitensprung (www.theratalk.de).

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Quellen:

(www.news.at/articles/0523/610/113915/ studie- forscher-orgasmus-frauen-genen)

https://www.stern.de/gesundheit/sexualitaet/sex-umfrage-wer-kommt-wann–3087972.html

www.connection.de

(Fugl-Meyer et al. 1997, Mc-Cabe 1997, Litwin et al. 1998, Ventegodt 1998, Benkert 1999; dort speziell S. 72)

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