Fantastische Unterwasserwelten, überzogen von Farben, wie wir sie eigentlich nur von Farbpaletten kennen, werden in der freien Natur immer seltener. Weltweit können wir mittlerweile ein Korallensterben beobachten, welches drastische Folgen haben wird, wenn wir nichts dagegen unternehmen. Der Pazifikstaat Palau geht nun gegen das Artensterben vor und hat seit dem 1. Januar diesen Jahres Sonnencremes verboten, welche den empfindlichen Nesseltieren schaden. Aber das ist noch nicht alles, denn bereits 2017 machte Palau Schlagzeilen mit dem Vorhaben, einen „Öko-Schwur“ von seinen Besuchern zu verlangen.

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„Wir müssen die Umwelt respektieren…“

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Palau ist ein pazifisches Urlaubsparadies, welches visuelle Eindrücke bietet, die wir sonst nur von Bildern kennen. Azurblaues Wasser, kristallklare Stände und paradiesische Inselgruppen. Vor allem für Taucher und Schnorchler ist das kleine Paradies ein Muss, denn die Korallenriffe sind atemberaubend und gehören zu den weltweit spektakulärsten ihrer Art. Diese Ansicht vertritt auch der Präsident Tommy Remengesau:

„Wir müssen die Umwelt respektieren, denn die Umwelt ist der Ursprung des Lebens, und ohne sie kann in Palau niemand überleben“

Im Zuge dieser Aussage verwies der aufmerksame Präsident auf wissenschaftliche Erkenntnisse, welche belegen, dass Chemikalien aus Sonnenschutzmitteln schon in geringen Mengen das Absterben der empfindlichen Korallen begünstigten. Aufgrund dessen wurde ein Gesetz erlassen, welches verschiedene Inhaltsstoffe in Sonnenschutzprodukten nicht mehr erlaubt. Zu den besagten Chemikalien gehören:

  • Oxybenzon
  • Octocrylen
  • Parabene
  • Und Triclosan

Sollten Besucher aber auch Einheimische sich diesen Regeln widersetzen, droht ein Bußgeld von umgerechnet rund 890 Euro. Die Inselgruppen des Urlaubsparadieses bestehen aus dem Kalk fossiler Korallen, wobei die Inseln von gerade mal 20.000 Einwohner besiedelt sind. Letzteres dürfte wohl auch mit ein Grund dafür sein, warum vor allem hier die Korallenriffe so besonders ausgeprägt vorkommen. Mit dem wachsenden Tourismus sind die Lebensräume jedoch stark gefährdet.

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Octocrylen toxisch für die Unterwasserwelt

Laut der amerikanischen Meeresbehörde Noaa gelangen jährlich 4.000 bis 6.000 Tonnen Sonnenschutzmittel in Korallenriffe. Das Problem dabei: Die Sonnencremes reichern sich auf den Nesseltieren an und bauen sich nur sehr langsam wieder ab. Die in den Cremes enthaltenen Oxybenzone, Octocrylene und Parabene schützen zwar vor UV-Strahlung und konservieren die Produkte, dennoch haben wiederholt Studien darauf hingewiesen, dass speziell diese Stoffe den Korallen und auch den Tieren erheblichen Schaden zufügen können. Speziell Octocrylen beispielsweise, welches in 4 von 5 Sonnenschutzprodukten vorkommt, hat Auswirkungen auf verschiedene Meeresorganismen. Im Zuge dessen wurden Organismen wie Wasserflöhe, Wimperntierchen oder Zebrafische untersucht, wobei sich herausstellte, dass die Chemikalien definitiv in den Hormonhaushalt der Organismen eingreifen. Welche Langzeitfolgen das hat, ist bisher noch unklar.

Forscher haben außerdem herausgefunden, dass auch andere in Sonnenschutzmitteln enthaltene Chemikalien negativen Einfluss auf die Meeresorganismen haben. So können bestimmte dieser Stoffe Algen angreifen, mit welchen Korallen eine symbiotische Verbindung eingehen.

„Giftige Chemikalien aus Sonnenschutzmitteln wurden überall in den bedrohten Habitaten Palaus und in den Geweben unserer berühmtesten Tiere gefunden“,

„Es macht uns nichts aus, dass wir die erste Nation sind, die diese Chemikalien verbietet.“

Sagte Präsident Tommy Remengesau.

Schon 2017 überraschte Palau mit dem sogenannten „Öko-Schwur“

Die ökologische Grundorientierung ist Palaus Regierung enorm ernst. Denn die Regierung weiß, dass die Schönheit und Einzigartigkeit ihres Landes auch gleichzeitig ihr Kapital sind. Das merkte man bereits 2017.

“Kinder Palaus, ich gelobe als euer Gast, eure schöne und einzigartige Heimatinsel zu erhalten und zu schützen.”

Heißt es in einem gestempelten Gelöbnis, welches Besucher während eines Ankunftsprozesses erhalten. Neben diesem oben zitierten Satz finden sich in dem Schreiben aber noch zahlreiche andere Versprechen an die Kinder Palaus. Wer in das Land eintreten will, muss dieses Gelöbnis unterschreiben und damit bestätigen, sich mit Vorsicht zu bewegen, freundlich zu sein und bei seinen Erkundungen des Landes achtsam vorzugehen. Zusätzlich wird den Besuchern während des Fluges noch ein Video vorgespielt, welches über die Pflichten eines jeden einzelnen verantwortungsvoll mit der Umwelt umzugehen, aufklärt.

Darüber hinaus hat der Staat aber verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Umweltschutzgesetze durchzusetzen. Dazu zählen verstärkte Kontrollen und Meldungen. Ziel dieser Initiative ist es, vor allem die Kinder und Jugend Palaus zu schützen. Denn sie sollen die Möglichkeit erhalten, in einer ebenso unberührten und wertvollen Umgebung aufzuwachsen, wie es schon die Generationen vor ihnen getan haben.

„Es ist wichtig, dass unsere geschätzten Gäste den Wert verstehen, den unsere natürliche Umgebung und ihre Ressourcen, die uns seit Jahrtausenden versorgen, für uns Einwohner Palaus haben“.

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Quellen:

https://www.spiegel.de/reise/aktuell/palau-verbietet-toxische-sonnencremes-zum-korallenschutz-a-1303277.html

https://www.nationalgeographic.de/umwelt/2017/12/palau-verlangt-als-erstes-land-oeko-schwur-von-besuchern?fbclid=IwAR2DW8USL2rrOCYPcCeUCL3_WkXj8Th5gMTYrrAEdxZwzUFSMw2JLXo1wTQ

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-11/korallenbleiche-riff-sonnencreme-sonnenschutz

Studien:

Occurrence, Distribution, and Fate of Organic UV Filters in Coral Communities

Single- and mixture toxicity of three organic UV-filters, ethylhexyl methoxycinnamate, octocrylene, and avobenzone on Daphnia magna

Effects of four commonly used UV filters on the growth, cell viability and oxidative stress responses of the Tetrahymena thermophila

Assessment of multiple hormone activities of a UV-filter (octocrylene) in zebrafish (Danio rerio)

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