Er war es, der den Deutschen die Mülltrennung ins Haus gebracht hat: Der grüne Punkt eine seinerzeit bedeutend revolutionäre Entwicklung, wenn es um Umweltschutz und Recycling ging. Ende letzten Jahres hat die Marke ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert und wir fragen uns, welche Bilanz vor allem in Verbindung mit dem sogenannten Dualen System daraus gezogen wurde.  

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Der Grüne Punkt – Entstehung und das Prinzip dahinter

Entstanden ist der grüne Punkt im ersten Jahrzehnt des wiedervereinten Deutschlands. Gemeinsam mit dem Prinzip des dualen Systems. So entstand ein zweites Entsorgungssystem neben dem bereits bestehenden öffentlich-rechtlichen Abfallbeseitigungssystem, wobei der grüne Punkt es geschafft hat, sich bis heute durchzusetzen.

Weggeworfen Weggeworfen

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„Anfang der 1990er-Jahre drohte Deutschland im Müll zu versinken. Die Deponien quollen über, die Kapazitäten der Müllverbrennungsanlagen reichten nicht mehr aus. Verpackungsabfälle als größte Abfallart des Hausmülls trugen in hohem Maße zu der Entstehung des Problems bei. Der jährliche Verpackungsverbrauch belief sich zu diesem Zeitpunkt auf rund 15,3 Millionen Tonnen – davon allein etwa 13,1 Millionen Tonnen Einwegverpackungen. Es wurde immer deutlicher, dass eine bloße Beseitigung der Abfälle nicht ausreichte. Eine zusätzliche Ressourcennutzung durch die Verwertung der Abfälle wurde unabwendbar. Darüber hinaus sollte Abfallvermeidung zur obersten Priorität werden.“

So hieß es damals auf den Internetseiten der dualen Systeme. Am 28. September 1990 war dann der Geburtstag des Grünen Punkts, wie wir ihn heute kennen. Er steht weltweit für die Dualität des deutschen Entsorgungssystems, welches seit der Gründung des Unternehmens „Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD)“ Ende September 1990, kurz vor der offiziellen Wiedervereinigung Deutschlands, in Bonn und dessen Marktaktivierung als zweites Entsorgungssystem zweigleisig (also dual) fährt.

Auslöser für diese Gründung war der damalige Entwurf der Verpackungsverordnung (VerpackV), die im darauffolgenden Jahr auch prompt als Gesetz verabschiedet wurde. Ein Verbund in Deutschland tätiger Unternehmen und zugleich die Gründer der DSD (Duales System Deutschland) führte in der Lebensmittel- und Verpackungsbranche anschließend den Grünen Punkt ein, der fortan als Kennzeichnung lizenzierter Verpackungsmengen unterwegs war.

Die 30 Jahresbilanz – hat’s was gebracht?

In den letzten 30 Jahren hat sich allerdings nicht nur die Marke „grüner Punkt“ weiterentwickelt, sondern die gesamte Weltwirtschaft, was bedeutet, dass wir auch mehr Müll produzierten. Das hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren immer mehr Verpackungsmüll nicht in Deutschland, sondern im Ausland verwertet wurde und nach wie vor wird.

In den letzten 20 Jahren wuchsen die Ausfuhrmengen sogar auf das 25-Fache, was eine Anfrage der Grünen an die Bundesregierung ergab. Das Problem dabei: Ist Deutschland seinen Müller erst einmal losgeworden, wird kaum kontrolliert, was damit im Anschluss passiert. Ganz nach dem Motto, „aus den Augen aus dem Sinn“.

Die Gründe für die wachsenden Müllberge, die in Deutschland laut des Umweltbundesamt (UBA) bei rund 227,5 Kilogramm pro Kopf liegen, sind unter anderem das rasante Wirtschaftswachstum, der Boom des Online-Handels, mehr Essen und Trinken „to go“ und aufwendigere Verpackungen.

Die Einführung des dualen Systems in Verbindung mit dem grünen Punkt vor 3 Jahrzehnten hatte ein solches Desaster verhindern sollen. Angesichts der Tatsache, dass das meiste unseres Mülls aber ins Ausland (vor allem nach Malaysia) verschifft wird und die Umwelt somit nur noch mehr belastet, kann man jedoch durchaus behaupten, dass die Vision des Recyclings im eigenen Land floppte. Vor allem, wenn man bedenkt, dass für den größten Teil der gesamten deutschen Kunststoffmüll-Exporte, die vor allem aus Gewerbe und Industrie stammen, anders als beim Grüner-Punkt-Abfall kein Recycling-Nachweis geführt werden muss.

Dennoch…

Die Idee des grünen Punkts war eine gute und auch die Umsetzung hat Früchte getragen. Denn ohne die Arbeit des grünen Punkts wäre das Ausmaß an wachsenden Müllbergen weltweit ein weitaus größeres. Jeder Ansatz hinsichtlich des Recyclings und der Müllvermeidung ist ein guter und sollte ernst genommen und umgesetzt werden. Zumal es beim grünen Punkt ja nicht nur um Recycling geht. Denn im Zuge dessen hat Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) vor allem auch Industrie und Handel in die Pflicht genommen. Das heißt, seit der Einführung des grünen Punkts ist jeder, der in Deutschland etwas verkaufen will selbst dafür verantwortlich, dass die leeren Verpackungen ordnungsgemäß entsorgt oder im Idealfall eben recycelt werden.

Organisiert wird diese Vorschrift durch den Grünen Punkt gemeinsam mit einigen anderen Unternehmen (duales System) in Köln. Dieses System kümmert sich um die Abfuhr und Sortierung der Verpackungsabfälle, wobei beim „Inverkehrbringen“ des Mülls eine Gebühr entsteht. Und auch für uns zu Hause ist es nach wie vor wichtig, den Müll zu trennen und am besten gewissenhaft, dass dieser anschließend ordnungsgemäß recycelt werden kann. Oft ist uns nämlich gar nicht bewusst, was wir da eigentlich machen, wenn wir unseren Gelben Sack befüllen und vor allem warum wir das machen. Wer es genau nehmen will und verhindern will, dass Müll ins Ausland verschifft wird, sollte seinen Müll also trennen und folgende recyclebare Stoffe in die gelbe Tonne geben:

  • Blechdosen wie Konservendosen oder Getränkedosen,
  • jegliche Art von Kunststoffen,
  • Verbundstoffe wie Getränkekartons,
  • die eine Mischung aus mehreren Stoffen darstellen,
  • Joghurtbecher,
  • Folien,
  • Chipstüten,
  • Saftverpackungen,
  • Plastikflaschen,
  • beschichtete Tüten,
  • leere Spraydosen,
  • Styroporverpackungen,
  • mit Kunststoffen beschichtetes Papier oder beschichtete Pappe

„Der Grüne Punkt ist kein Placebo,“

sagt der DSD-Chef Stefan Schreiter gegenüber Welt Online. Denn allein durch das Verpackungsrecycling würden jährlich bis zu 1,7 Millionen Tonnen CO2 eingespart und knappe Ressourcen geschont. Den grünen Punkt als billigen Etikettenschwindel abzustempeln sei einfach nicht richtig, denn billig ist an dieser Marke gar nichts. Schätzungen zufolge zahlt nämlich jeder Bürger (zusätzlich zu den eigenen Müllgebühren) indirekt 0,92 € Euro im Monat für den Grünen Punkt. Auf rund 83 Millionen Deutsche und zwanzig Jahre hochgerechnet macht das rund 18.3 Milliarden Euro. Von billig kann hier also keine Regel sein. Der grüne Punkt hat sich über die Jahre zu einem echten Exportschlager entwickelt und ist mittlerweile in 24 Staaten vertreten.

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Quellen:

https://wertstoffblog.de/2017/06/01/geschichte-des-recyclings-xiii-die-1990er-im-vereinten-deutschland-die-aera-des-gruenen-punkts-beginnt/

https://www.klimareporter.de/finanzen-wirtschaft/die-plastikflut-waechst

https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/235/1923513.pdf

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/im-geschaeft-mit-muell-hat-der-gruene-punkt-konkurrenz-16976098.html

https://www.gruener-punkt.de/de/

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