Die Stiftung „HUMOR HILFT HEILEN“ unter der Leitung des bekannten Kabarettisten und Mediziners Dr. Eckart von Hirschhausen hat in Zusammenarbeit mit dem Rheingold-Institut eine einjährige Studie in Auftrag gegeben und das Ergebnis

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am 8. Oktober 2013 offiziell vorgestellt. Die erschreckende Erkenntnis: In den deutschen Kliniken ist die Menschlichkeit und damit ein wesentlicher Faktor zur Gesundwerdung abhanden gekommen!

In der Studie wurden insgesamt 120 Betroffene (Ärzte, Patienten und Pflegepersonal) mit Hilfe eines speziellen und von Psychologen geführten „Tiefeninterviews“ über ihre Situation befragt. Die Studie beschreibt es konkret so:

„Die Patienten erleben das Krankenhaus als Schicksalsmühle. Für die Pflegekräfte ist das Krankenhaus ein Ort der Schicksalsintensivierung. Die Ärzte wiederum sind angetreten mit der Fiktion, das Schicksal bekämpfen zu können.“

Wer in eine Klinik muss (freiwillig gehen wohl die Wenigsten), hat ja erst mal nichts zu lachen. Allerdings haben auch Pflegepersonal und Ärzte das Lachen und „menschliche“ Eigenschaften wie Empathie, Zuwendung oder Achtsamkeit weitgehend verlernt: Der Alltag einer Klinik, die seelischen Belastungen und die dadurch entstehende Dramatik einer Erkrankung und Therapie lassen tatsächlich keinen Spielraum für das, was in einem Heilungsprozess genau wichtig ist wie Operationen oder Tabletten: Die seelische und psychische Aspekte eines Menschen.

Bei den Interviews mit den Patienten kam unter anderem heraus, dass sie als Persönlichkeit wahrgenommen werden möchten, dass über Therapien klar kommuniziert werden soll und dass Trost und Zuwendung genau so wichtig sind wie die Kompetenz eines „Weißkittels“. Das Umfeld einer Klinik sollte zudem so gestaltet sein, dass eine Verhaltensumstellung wie gesündere Ernährung und mehr Sport aktiv unterstützt werden kann.

Nicht umsonst werden Ärzte als „Halbgott in weiß“ bezeichnet: Das Gefühl, Menschen das Leben zu retten und medizinische Wunder zu vollbringen wird sonst eher biblischen Gestalten zugesprochen. Doch das Spannungsfeld zwischen Wunderdoktor und Ohnmacht oder Versagen hinterlässt seine Spuren. Eine realistische Auseinandersetzung kann nicht stattfinden, denn fleißige Betriebsamkeit, Routine und der alltägliche Stress lassen dies nicht zu. Sie werden irgendwann „immun“…

Die Pflegekräfte als „Schicksalsbegleiter“ befinden wie im Sandwich genau dazwischen! Und auch das ist kein Zuckerschlecken, sondern eine Gratwanderung zwischen Helfen und Mitfühlen, zwischen schlechter Bezahlung sowie mangelnder Wertschätzung und persönlicher Berufung. Sie tragen viel Verantwortung – werden aber gleichermaßen von Ärzten oder Patienten wieder „entmündigt“.

Es ist das System „Krankenhaus“, das krank macht und seinem Namen alle Ehre erweist, denn es ist durch Ökonomisierung, Standardisierung, Formalisierung und Hierarchisierung bei weitem kein Ort, um gesund an Körper, Geist und Seele zu werden!

In der Studie heißt es weiter: „Die fehlende Sinn- und Entwicklungsperspektive von Ärzten und Pflegern stellt eine  Zeitbombe für das System da.“

Das Team um Dr. Hirschhausen hat schlussfolgernd elf Empfehlungen für einen menschlichen und heilsamen Klinikalltag herausgearbeitet:

1.   Paradigmenwechsel

2.   Sinnvollen Rhythmus etablieren und kommunizieren

3.   Etablierung von Ritualen

4.   Personalisierung der Beziehung zum Patienten

5.   Respektvoller Umgang mit Patienten

6.   Unmittelbarkeit der Ansprache

7.   Wirklicher Austausch zwischen Pflege und Ärzten

8.   Mehr Kompetenzspielraum – Perspektive für Ärzte und Pflegekräfte

9.   Ausrüstung sichern

10. Zeit zum Luftholen

11. Förderung von Humor

 

Die komplette Studie kann hier nachgelesen werden.

Auch in anderen Bereichen unserer Gesellschaft wäre es dringend notwendig, Seelenhygiene zu betreiben und den Menschen als ganzheitliches Wesen zu begreifen. Der Einfluss auf Leistung und gewinnbringende Ergebnisse darf auch hier nicht unterschätzt werden – egal ob in Unternehmen oder in der Schule…

Quellen:
www.rheingold-marktforschung.de
www.humorhilftheilen.de

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