Das Volumen der Sonne berechnen zu können, mag gut sein, bringt unseren Kindern im alltäglichen Leben allerdings nicht sehr viel. Das dachte sich vielleicht auch Ernst Fritz-Schubert, welcher bereits seit 2007 das Fach „Glück“ an seiner Schule unterrichtet. Sein Ziel: Lebensfreude vermitteln und den Schülern dabei helfen körperliche und seelische Gesundheit zu erlangen.

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Selbst-Bewusstsein mit Dr. Gerald Hüther
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mit Dr. Gerald Hüther
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Glück als Schulfach an deutschen Schulen

Als Jugendlicher hat man es nicht leicht. Pubertät, Stress in der Schule, Ärger mit den Freunden oder der Freundin und dazu noch der gesellschaftliche Druck, immer der Beste sein zu müssen. Unsere Jugend weiß heutzutage gar nicht mehr worauf es im Leben wirklich ankommt. Woher auch…in den meisten Fällen wird es ihnen nie vermittelt. Das soll sich jetzt jedoch ändern. Das Schulfach Glück, welches 2007 vom Oberstudiendirektor Ernst Fritz-Schubert in Heidelberg entwickelt wurde, soll Veränderung bringen und den Schülern beibringen, die positiven Dinge im Leben zu schätzen und vor allem zu sehen. Bereits in sechs Bundesländern wird das Schulfach von fortgebildeten Lehrern unterrichtet. Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und nun auch in Berlin.

Ziel des Unterrichts ist es, den Schülern Zufriedenheit und Lebenskompetenzen zu vermitteln. Die Schüler lernen den Sinn in verschiedenen Dingen des Lebens zu finden, Geborgenheit zu geben und zu erfahren, wie soziale Beziehungen funktionieren. Aber auch selbstbestimmtes Handeln, sich selbst zu akzeptieren, mit der Umwelt richtig umzugehen und sich persönlich weiterzuentwickeln, sind Teile des Projektes. Eingehen sollen die Schüler auf die verschiedenen Felder, indem sie Fragen beantworten wie:

Wer bin ich? Was brauche ich? Was kann ich? Und, was will ich?

Genau zu diesem Thema gibt es ein interessantes Gespräch mit Gerald Hüther auf maona.tv – dem TV-Sender mit Sinn. Es ist wichtig, den Schülern beizubringen, ihre Träume und Bedürfnisse bewusst wahrzunehmen, um daraus Ziele zu erschaffen und Wege zu finden, diese Ziele auch zu erreichen. Allerdings geht es im Schulfach „Glück“ nicht prinzipiell nur um das Thema Glück. Die Schüler gehen ebenfalls auf das Thema „Scheitern“ ein. Und zwar, wie sie am besten damit umgehen. Wie kann ich verhindern, dass mich ein Scheitern oder eine Niederlage nach unten ziehen? Die Schüler lernen, mit Ausnahmesituationen besser umzugehen, um in Zukunft bestimmte Herausforderungen gelassener angehen zu können.

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Wie sieht so ein Unterricht in der Praxis aus?

In der Praxis sieht der Unterricht meist so aus, dass die Lehrer psychologische Erkenntnisse mit praktischen Übungen und Spielen kombinieren. So soll sich das Erlernte besser im Gehirn verankern. Es geht zum Beispiel darum, sich gegenseitig nette, aufbauende Dinge zu sagen. So sollen die Schüler lernen, was durch ein solches Kompliment ausgelöst wird. Wohlbefinden, Ausgeglichenheit oder auch Zugehörigkeit. Diese Gefühle sorgen dafür, dass Schüler ein Empfinden dafür entwickeln, was gut ist und was schlecht. So soll beispielsweise Mobbing an deutschen Schulen reduziert und Empathie vermittelt werden. So der Grundgedanke…

Und da ist auch etwas dran. Denn wissenschaftliche Begleituntersuchungen haben ergeben, dass die Schüler tatsächlich ein stärkeres Selbstwertgefühl entwickeln. Darüber hinaus sind sie verständnisvoller, gehen offener auf andere zu, trauen sich selbst mehr zu und folgen ihren Zielen optimistischer.

Das Projekt „Schulfach Glück“ wird bundesweit von Ellen Scheiter geleitet, die den Unterricht als „Schnittmenge zwischen Philosophie und Psychologie“ bezeichnet. Es geht darum, sich der wohl schwersten Aufgabe unseres Menschendaseins zu widmen, und zwar der Auseinandersetzung mit uns selbst.

Jetzt mögen manche vielleicht ganz lapidar sagen, „ich beschäftige mich jeden Tag mit mir selbst“.

Laut einer DAK-Studie haben sich die psychischen Krankheiten in den letzten 20 Jahren jedoch verdreifacht. Depressionen gelten mittlerweile als Volkskrankheit und zählen zu den dritthäufigsten Diagnosen in Verbindung mit Arbeitsunfähigkeit. Und das betrifft bei Weitem nicht nur die ältere Generation. Schon in der Schule geben 43 % der Schüler an, sich überfordert zu fühlen.

Von der heutigen Jugend wird viel zu viel verlangt und dieser Leistungsdruck begrenzt sich nicht nur auf die Schule. Denn in Zeiten von Facebook, Instagram und Co. scheint es für junge Menschen noch viel schwieriger, mithalten zu können. Influencer die mit einem perfekten Leben auf Instagram werben, immer die neusten Trends tragen und dazu auch noch perfekt aussehen. Doch anstatt sich der Frage, „wer kann da schon mithalten?“, hinzugeben, sollten die jungen Leute von heute lieber lernen sich der Frage, „muss ich da überhaupt mithalten?“, anzunehmen.

Das Schulfach „Glück“, welches man durchaus auch als Schulfach der Achtsamkeit bezeichnen könnte, lehrt den Jugendlichen, sich selbst zu hinterfragen und oberflächliche „Happiness“ und Zurschaustellung, wie sie auf Instagram oft der Fall ist, von den wichtigen Dingen und dem echten Glück im Leben zu unterscheiden.

 

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Quellen:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/pilotprojekt-an-drei-schulen-berliner-schueler-lernen-das-fach-glueck/20668904.html

https://www.deutschland.de/de/topic/wissen/glueck-als-schulfach-in-deutschland

https://www.focus.de/familie/schule/politik-schulfach-glueck_id_8692751.html

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