Kinder, Partner, Familie, Haushalt und Verpflichtungen rund um die Uhr. Bleibt da überhaupt noch Zeit sich selbst zu verwirklichen; sich seine Herzenswünsche zu erfüllen? Unternehmerin und Erfolgsautorin Susanne Wendel geht dieser Frage auf den Grund und lässt dabei auch Weisheitslehrer Udo Grube zu Wort kommen. Ein spannender Beitrag, der dich möglicherweise tatsächlich „erleuchten“ wird.

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Heute komme ich zuerst: selbstverwirklicht Leben und Lieben

Ist Selbstverwirklichung möglich, wenn man eine Frau ist? Alle reden heutzutage über Selbstverwirklichung und wie wir Sinn, Berufung und vielleicht sogar Erleuchtung finden. Doch ist das wirklich realistisch, wenn man in einer Partnerschaft lebt oder eine Familie und Kinder hat? Irgendwo habe ich mal gelesen, es sei sehr leicht, Gott nahe zu sein, solange man in Ruhe meditieren könne und sich nicht mit anderen Menschen herumärgern müsse...

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit den Themen Gesundheit und Sexualität, habe diverse Bücher veröffentlicht, bin Rednerin und Coach. Ich führe mit meinem Mann zwei Unternehmen in München und Kapstadt und bin Mutter von zwei Kleinkindern (6 und 3). Bleibt da noch Zeit für Selbstverwirklichung? Definitiv nein. Braucht es aber auch nicht, denn das IST Selbstverwirklichung. Für mich jedenfalls, denn ich lebe genauso wie ich es mir immer gewünscht habe. Doch dahin zu kommen war nicht ganz einfach, und dabei zu bleiben ist jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung. Nachfolgend einige Impulse für Schritte in Richtung selbstverwirklichtes Leben. Zunächst wichtig zu wissen: Selbstverwirklichung war für Frauen über Jahrhunderte und Jahrtausende kein Thema, der Sinn des weiblichen Lebens erschöpfte sich in Heirat und Kindergroßziehen. Während die Männer die Welt eroberten, verharrten die Frauen zu Hause mit den immer gleichen Aufgaben. In den letzten 50 Jahren hat sich vieles fulminant geändert, heute verdienen Frauen ihr eigenes Geld und können selbst über ihre Familienplanung bestimmen. Doch die meisten entscheiden sich dennoch für ein Leben nach den alten Mustern, weil die Vorbilder fehlen und frau gar nicht weiß, wie denn nun ein weibliches, selbstverwirklichtes Leben aussehen könnte.

Mein Tag ist voll; wie soll ich mich da selbst verwirklichen?

In meinem aktuellen Buch „Heute komme ich zuerst“ befasse ich mich intensiv mit der Frage der (weiblichen) Selbstverwirklichung  und habe dafür einige sehr spannende Menschen interviewt, unter anderem Udo Grube, den Gründer der Horizonworld.

„Das Hauptproblem auf dem Weg zur Selbstverwirklichung ist dein Ego, dein Selbstbild“ erklärt Udo. „Dein Ego wird dir zum Thema Selbstverwirklichung immer sagen: Bei mir geht das nicht. Ich habe Verpflichtungen, ich muss die Kinder in den Kindergarten und in die Schule bringen, dann muss ich arbeiten, und dann noch um den Haushalt kümmern. Ich stehe um 6 Uhr auf und mein Tag ist voll, ich muss dieses und jenes. Ich kann ja noch nicht mal zum Yoga gehen, weil ich keine Zeit dafür habe.“

Diese Gedanken kennen wir wahrscheinlich alle. Doch damit kommen wir nicht weiter. Denn das Ego ist kein guter Ratgeber. Der erste Schritt muss sein, sich überhaupt mal Zeit zu nehmen und mit dem Thema zu beschäftigen. Ein Buch lesen. Einen Film schauen. Sich selbst Fragen stellen.

Jeder kann sich selbst verwirklichen“ ist Udo überzeugt. „Die Frage ist erst mal: was bedeutet das denn überhaupt für dich, Selbstverwirklichung? Wenn das für dich bedeutet, am Strand zu liegen und zu surfen, dann hast du ein Problem, denn das ist unter Umständen sehr weit weg von dem wie du lebst.

Aber trotzdem, wenn das wirklich dein Ding ist, kannst du es auch hinkriegen. Es beginnt damit, nach innen zu schauen, dir klar zu werden was du überhaupt wirklich willst.  Zu Beginn brauchst du 20 Minuten am Tag. Diese Zeit musst du ganz strikt organisieren. Keine Kinder, kein Arbeiten, kein Telefon. Diese Zeit brauchst Du. 20 Minuten am Tag ist nicht viel und dennoch erfordert es viel Disziplin, diese Zeit wirklich zu blocken. Manche Leute, die es wirklich ernst meinen, stehen früher auf und definieren diese Zeit „Das ist meine Zeit“. Wenn dann deine Zeit beginnt schaust du nach innen, stellst dir Fragen, machst bestimmte Übungen. Das ist die Zeit für dich. Und wenn dir dann klar wird, du willst wirklich surfen gehen, dann musst du die Zeit zum Surfen für dich auch organisieren.  Das heißt beispielsweise, du fährst  zweimal im Jahr für eine Woche ans Meer und gehst surfen. So bringst Du das was du dir wünschst in dein Leben und schaust, wie es sich für dich anfühlt und ob es wirklich dein Ding ist. Das kannst du mit allem machen, auch mit Yoga oder was auch immer du wirklich brauchst. Wenn es dir bewusst wird, was zu deiner Selbstverwirklichung gehört dann musst du es organisieren. Wie ein Manager. Wenn du ständig den Gedanken im Kopf hast,  dass du am Meer leben willst, dann musst du es ausprobieren. Dann geh zwei Wochen ans Meer und lebe dort. Wenn du dann merkst dein Herz geht auf, dir geht es besser, du bist glücklicher, dann ist es doch klar, dann ist der nächste Schritt zu organisieren, dass du öfter am Meer sein kannst. Es geht ums tun, ums spüren. Doch eines musst du beachten: Du nimmst dich immer selbst mit. Der Ortswechsel allein reicht nicht, es geht auch um eine Weiterentwicklung des Bewusstseins.“

Udo bietet auf seiner Finca auf Mallorca regelmäßig Bewusstseinstreffs an, bei denen er passende Übungen lehrt.

Zuerst ich, dann Kinder, Partner, Freundinnen, Eltern ...

Ich persönlich stelle immer wieder fest: als Frau und vor allem als Mutter brauche ich, wenn es um meine Herzenswünsche geht, in erster Linie Disziplin. Uns Frauen fällt es meist leichter, die anderen zuerst kommen zu lassen: Die Kinder, den Partner, die Eltern, die Freundinnen, die Kolleginnen usw. – und die eigenen Bedürfnisse werden an den Schluss gestellt. Dazu kommt: frau wird gesellschaftlich schnell zur Rabenmutter abgestempelt, wenn sie allzu oft ihr Ding macht, und letztlich mischt sich das eigene schlechte Gewissen auch noch ständig ein (nach dem Motto, meine Kinder brauchen mich doch …). Von daher ist es immens wichtig, sich immer wieder mit der Frage des eigenen Lebensstils zu befassen. Wie soll mein Leben sein? Was will ich tun? Mit wem? Wo?  Und dann müssen die eigenen Freiräume organisiert werden – genauso wie die Klavierstunden der Tochter und das Fußballtraining des Sohnes. Die gute Nachricht für Mütter: Den Kindern tut eine entspannte Mutter, die glücklich ist und dafür  ab und zu mal wegfährt, tausendmal besser als eine unentspannte Mutter, die ständig da ist!

Wie wichtig ist der Partner für die eigene Selbstverwirklichung?

Ein aus meiner Sicht wesentlicher Faktor für Selbstverwirklichung ist der eigene Partner. Es macht einen riesengroßen Unterschied, ob man mit jemandem zusammenlebt, der unzufrieden mit dem eigenen Leben hadert, oder mit jemandem, der glücklich ist. Ich kenne viele Menschen, die einen Großteil ihrer Lebenszeit damit verbringen, sich mit ihrem Partner auseinanderzusetzen, zu streiten und selbst kleine Entscheidungen mühsam zu verhandeln.

Ich frage Udo Grube, wie wichtig der Einfluss des (falschen) Partners aus seiner Sicht ist:

„Eine Grundsatzfrage wäre für mich: gibt es überhaupt einen falschen Partner? Denn wir lernen ja von jedem etwas. Wenn du aber einen Partner hast, der selbstverwirklicht oder aufgewacht ist, kann der dir helfen, dass du selbst aufwachst. Denn dieser Partner wird authentisch sein, er wird sich nicht irgendwo hinziehen oder drücken lassen, sondern immer das machen, was für ihn stimmig ist. Beispiel: Wenn  mein Kumpel anruft und mir sagt, hey Udo, lass uns segeln gehen am Wochenende. Dann würde ich meine Partnerin fragen: Du, ich gehe am Wochenende mit meinem Kumpel segeln. Und sie würde sagen: okay, klasse, wollt ihr allein oder kann ich auch mit? Dann frage ich meinen Kumpel ob seine Frau mitkommt, doch er meint, nein lieber mal nur unter Männern. Dann sage ich das meiner Frau und sie würde antworten: Okay, mach das, habt viel Spaß! Und sie würde für sich schauen, worauf sie selbst Lust hat. Jeder würde dem anderen seinen Spaß gönnen. Schade ist nur: Die Aufgewachten gibt es leider so selten.“

Selbstverwirklicht in der Partnerschaft: Power Couples machen „ihr“ Ding!

Je bewusster Menschen werden, desto eher können sie kraftvolle Beziehungen leben. In „Heute komme ich zuerst“ führe ich einen intensiven Dialog mit Udo über das Thema Partnerschaft und Bewusstsein. Des Weiteren schreibe ich in einem Kapitel über Power Couples, Beziehungen, in denen beide Partner selbstverwirklicht oder auf dem Weg dahin sind. Diese Beziehungen sind selten, aber möglich. Die Grundvoraussetzung dafür ist, dass beide Partner in keinem Bereich voneinander abhängig sind, weder finanziell noch emotional. Sie sind zusammen, weil sie es wollen und weil sie einander lieben, nicht weil sie irgendwas vom anderen brauchen. Jeder kann seine eigene Beziehung dahingehend überprüfen: was brauche ich von meinem Partner? Liebe? Anerkennung? Sex? Finanzielle Versorgung?  Bei den meisten fängt es schon damit an, dass sie regelmäßige WhatsApp-Nachrichten vom anderen brauchen und nervös werden, wenn sie nicht gleich eine Antwort bekommen! Eine weitere Voraussetzung für eine selbstverwirklichte Power-Couples-Beziehung  ist, dass der gewünschte Lebensstil beider Partner in den wichtigsten Punkten übereinstimmt. Wenn einer von beiden Luxus liebt und der andere Reichtum verachtet, wird es schwierig. Wenn einer unbedingt  Kinder möchte und der andere nicht, ebenfalls. Auch dahingehend kann jeder seine Beziehungen überprüfen. Fragt euren Partner mal: Wenn alles möglich wäre, wo würdest du gerne leben? Welche berufliche Tätigkeit gibt dir am meisten Erfüllung? Wie würde dein idealer Tag aussehen?  Power Couples sind häufig Unternehmer- oder Künstler-Paare, die im gleichen Feld tätig sind und beide volle Pulle ihr Ding machen. Es lohnt sich, hier zu forschen und sich selbst und dem Partner einmal andere Fragen zu stellen als „Wie war dein Tag?“ und sich dann über den gegenseitigen Frust auszutauschen.

Für alle, die neugierig sind, wie sie ihren passenden Power-Couples Partner finden oder ihre angehende Power Couples Beziehung auf ein nächstes Level bringen können, biete ich im Raum München Workshops und Coachings an – schreib mir unter [email protected]

Buchtipp: Gesundgevögelt von Susanne Wendel
Für Paare und alle, die es werden wollen!
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Über den Autor

Susanne Wendel gilt als Deutschland spritzigste Gesundheitsexpertin. Die diplomierte Oecotrophologin und Erfolgsautorin hält seit 2001 Vorträge, leitet Workshops zu Gesundheitsthemen für Unternehmen und organisiert Veranstaltungen im Gesundheitsbereich. Ihr aktuelles Thema ist "Work-life-fun-balance".

Die Autorin von u.a. "Gesundgevögelt" und "Wie wär's mit uns beiden" absolvierte eine internationale Leadership- und Coaching-Ausbildung und gründete zusammen mit ihrem Lebenspartner die Health & Fun GmbH, die ihre Bücher und Vorträge vermarktet und ab 2013 bundesweite Lesungen, Vortragsevents und Seminare organisiert.

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