Studien haben ergeben, dass exzessiver Umgebungslärm nicht nur unsere Lebensqualität und kognitive Funktionen verringert, sondern auch unsere Lebensdauer. Die guten Nachrichten: Zeit in Stille zu verbringen, kann diese Effekte umkehren.

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Wenn du das Leben einer durchschnittlichen Person führst, dann wachst du zum Geräusch deines Alarms auf. Dieser Alarm schickt dich ins Badezimmer, wo du dich schnell für deinen Arbeitstag fertig machst. Wenn du Zeit hast, isst du vielleicht etwas, bevor du in dein Auto springst, um dann Musik oder Radio zu hören, während du im Verkehr auf dem Weg zur Arbeit bist.

Wenn du dorthin kommst, gibt es nur noch Menschen, Kunden, Mitarbeiter, Autos, LKWs, Flugzeuge, Rasenmäher, Bauarbeiten, Anrufe, und Aufgaben für die nächsten 8 Stunden. Diese Geräusche, welche die meisten von uns im Übermaß erfahren, bringen unsere Körper in Stresszustände, was wiederum unsere Lebensqualität verringert und potenziell unsere Lebensdauer reduziert. Es scheint so, als ob Geräusche, im Übermaß, nicht gesund für uns Menschen sind. Stille wiederum, kann enorme Vorteile bieten, aber lasst uns erst mal den Schaden erforschen, welcher durch Lärm verursacht wird, bevor wir zu den Vorzügen der Stille kommen.

Die Studien

Neben den sehr offensichtlichen Erfahrungen, die wir tagtäglich machen, gibt es wissenschaftliche Beweise, welche die Hypothese der negativen Effekte von Lärm auf unsere Gesundheit unterstützen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führte hierzu eine Studie durch, welche 340 Millionen in West-Europa lebende Menschen involvierte. Die Ergebnisse waren, dass Bewohner kumulativ ungefähr eine Million Jahre durch Lärm verloren. Das ist durchschnittlich eine von drei Personen, die ein gesamtes Lebensjahr verlieren, weil sie zu viel Lärm ohne Ausgleich ausgesetzt sind.

Eine Studie, welche 2011 in Psychological Science veröffentlicht wurde, betrachtete die Effekte von München’s Flughafen auf die Gesundheit und Kognition von Kindern. Professor Gary W. Evans der Cornell Universität vermerkte, dass Kinder, welche Lärm ausgesetzt waren, eine Stressreaktion entwickelten, wodurch sie Geräusche zu ignorieren lernten. Diese Kinder ignorieren nicht nur schädigende Geräusche, sondern auch reguläre Reize, welche wichtig sind, wie z. B. Sprache. Fragst du dich, warum Menschen so viele Probleme haben, aufmerksam zu sein? Ein Grund könnte sein, dass wir zu viel Lärm und zu vielen verschiedenen Geräuschen ausgesetzt sind.

Diese Studie ist eine der stärksten, wahrscheinlich der eindeutigste Beweis, dass Lärm – selbst bei Pegeln, die keine Gehörschäden verursachen – Stress verursacht und schädlich für Menschen ist. – Professor Gary Evans

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Mein ganz persönlicher Eindruck ist, dass ich mich unkomfortabler in Städten fühle, ein Gefühl von Enge, verbunden mit dem Phänomen, welches schon in der Studie beschrieben wurde. Ich mache sensorisch zu und nehme weniger wahr, während das mit allen Sinnen anwesend sein mir in ruhigeren Gegenden wesentlich leichter fällt. Es gibt sicherlich auch Menschen, die in solchen Umgebungen gedeihen können. Verschiedene Studien zeigen aber, dass die lärmerfüllte Stadt-Umgebung durchschnittlich eher schädlich, als nährend wirkt.

Wer bewusst eine laute Umgebung aufgrund anderer Vorteile wählt oder einfach momentan nicht die Möglichkeit hat, seinen Wohnort zu wechseln, der sollte sich den Gefahren von zu viel Lärm bewusst sein und ebenso bewusst etwas tun, um einen Ausgleich zu schaffen.

Stille

Denk an die Momente zurück, als du ganz alleine warst, vielleicht auf einer einsamen Hütte oder an einem anderen stillen Ort. Ist dir aufgefallen, wie oft du die Stille BEMERKT hast? Nicht nur das, wahrscheinlich hast du dich nach nur 3 bis 4 Stunden dort um einiges besser gefühlt.

Es ist nicht nur die sauberere Luft oder Zeit fernab der Arbeit, es ist die Ruhe und Abwesenheit von Ablenkungen. Das kann ganz klar beobachtet werden, wenn du in der Hütte laute Musik spielst oder dort ununterbrochen Party feierst. Du wirst bemerken, dass es nicht entspannen ist, sondern einfach eine weitere Ablenkung. Wenn du beiden Erfahrungen vergleichst, werden die Effekte klarer.

Eine interessante Studie beobachtete die Effekte von Lärm, Musik und Stille auf das Gehirn. Die Studie wurde im Journal Heart veröffentlicht und zeigte, dass die 2 Minuten Pause, welche zwischen der „entspannenden Musik“ in der Studie platziert wurden, viel entspannender für das Gehirn waren, als die entspannende Musik. Je länger die Stille, desto mehr positive Effekte erfuhren die Teilnehmer. L. Bernardie, Autor der Studie, fand heraus, dass diese „irrelevanten“ Pausen der wichtigste Aspekt der Studie waren. Stille wird durch Kontrast verstärkt.

Was kannst du konkret tun?

Was kannst du also tun, wenn du viel Lärm um dich rum hast und diese vermeiden willst oder einfach eine Pause brauchst? Erstens: die guten Nachrichten sind, dass das Gehirn nach einiger Zeit wieder regenerieren kann. Der „Aufmerksamkeits-Restaurations-Theorie“ zufolge, können die endlichen kognitiven Ressourcen des Gehirns anfangen sich zu regenerieren, wenn du in einem Umfeld mit einem niedrigeren Level von sensorischen Eindrücken bist. In der Stille fährt das Gehirn die sensorische Schutzmaßnahmen zurück und stellt einiges von dem wieder her, was durch zu viel Lärm „verloren“ gegangen ist.

Ganz praktisch gesehen, kann dies so aussehen, dass du dir Raum nimmst, um in Stille zu sein. Das heißt, keine Musik, Filme, Freunde, Konversationen, Handybenachrichtigungen, etc., auch wenn es nur 30 Minuten am Tag sind. Mach es zu einem täglichen Ritual. Ein Ritual für dich und deine Gesundheit.

Und wenn du die Möglichkeit hast, nimm mal eine längere Auszeit, miete dir eine Hütte im Wald oder in den Bergen. Und verbringe dort deine Zeit in Stille. Mache keine Pläne. Lebe simpel. Koche, putze, gehe spazieren, sitze einfach nur da, freunde dich mit der Stille an. Und du wirst sehen, welche Wunder ungesehen in ihr zu verweilen.

Dies erlaubt es dir nicht nur, kognitive Funktionen wie Kreativität wiederherzustellen, aber sie kann dir auch die Möglichkeit geben, runterzukommen, deine Batterien wieder aufzuladen und mit dir in Verbindung zu kommen.

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Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1860846/

https://www.apa.org/monitor/2011/07-08/silence

http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0008/136466/e94888.pdf

https://www.fceia.unr.edu.ar/acustica/comite/whatisn.htm

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