Die Schulzeit ist keine einfache Phase im Leben. Wenn der Ort des Geschehens dann auch noch in einem sozialen Brennpunkt liegt und sogar die einst ambitioniertesten Lehrer aufgegeben haben, kann jeder Schultag zum Horror werden. Es folgen soziale Differenzen, eine geteilte Gesellschaft und die Kinder haben aufgrund der schlechten Bildungschancen kaum Perspektiven auf ein besseres Leben. Um Klassen besser zeigt einerseits die hässlichen Facetten dieser Ungerechtigkeit. Auf der anderen Seite steht eine junge engagierte Mutter, die sich von rein gar nichts abhalten lässt, das zu ändern.

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Die traurige Realität

Um Klassen besser- Systemkritik mit Charme Um Klassen besser- Systemkritik mit Charme

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Die Lehrer von Malias Schule waren einst engagierte, motivierte Pädagogen. Heute sind sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Ähnlich wie die Schüler vollbringen sie nur das Nötigste, bis die Schulglocke alle von dem täglichen Trauerspiel erlöst. Das Bildungsministerium unternimmt ebenfalls nichts gegen die chaotischen Verhältnisse und verweist darauf, dass jedes Kind eine Chance auf gute Bildung hat. Stimmt, aber nur, wenn man sich das auch leisten kann. Diese Lösung ist also nicht für jedermann gedacht. Das ist die eine Sache, auf die der Film aufmerksam machen will.

Die andere Sache ist, dass man hin und wieder selbst die Dinge in die Hand nehmen muss, wenn sich etwas ändern soll. Genau das macht Malias alleinerziehende Mutter Jamie (Maggie Gyllenhaal) dann kurzerhand auch. Zuerst alleine, später mit Verstärkung der Lehrer Nona (Viola Davis) und Michael (Oscar Isaac), nimmt sie Kraft zusammen, um gegen die Missstände vorzugehen. Getrieben von der Liebe zu ihrem Kind und dem Wunsch, dass Malia es einmal besser haben sollte, ist kein Hindernis zu groß und keine Instanz zu mächtig. Der Kampf von David gegen Goliath beginnt.

Um Klassen besser ist ein Film, den wir nicht ohne Grund bei maona.tv aufgenommen haben. Mit viel Charme nimmt das Drama Bezug auf ein schwieriges Thema, das auf keinen Fall weit hergeholt ist. Zum einen basiert die Handlung des Films auf einer wahren Begebenheit. Zum anderen sind schlechte Bildungschancen auch heute noch eine traurige Realität. Es wurde ein Schulsystem geschaffen, in dem Kinder, die nicht in die vorgegebene Form passen, meist chancenlos zurückgelassen werden. Was dann überhaupt in den Klassenzimmern gelehrt wird, ist wieder eine ganz andere Frage. Freie Entfaltung, kreatives und kritisches Denken gehören jedenfalls nicht zum Lehrplan.

Die bewegende Story des mit Hollywoodjuwelen besetzten Films kurz und knapp: Die junge Malia (Emily Alyn Lind) hat es allgemein schwer in der Schule. Vor allem das Lesen und Schreiben bereitet ihr große Probleme, Malia leidet an Legasthenie. Sie bräuchte eine individuelle Förderung von einem qualifizierten Therapeuten. Das Einzige, was Malia aber erhält, ist der Hohn der Mitschüler sowie die nutzlose Kritik ihrer desinteressierten Klassenleiterin.

Es passiert nichts, wenn nichts passiert

Gute Bildung ist für viele unerreichbar. Die passende Schule ist teuer, zu weit weg oder es fehlt das pädagogische Fachpersonal. Das Dilemma besteht aus vielen kleinen Ungereimtheiten und führt letztendlich in eine Abwärtsspirale. Reale Beispiele gibt es dafür mittlerweile mehr als genug! Die Zeit ist gekommen, dass sich etwas ändern muss. Und das fängt bei uns selbst an. Es geht darum, selbst aktiv zu werden und andere wachzurütteln. Nur den Kopf in den Sand stecken und darauf zu warten, dass sich alles von selbst zum Guten wendet, ist keine Lösung.

„Wir müssen die Veränderung sein, die wir gerne hätten“

Der originale Filmtitel Won´t Back Down spiegelt Jamies mitreißenden Kampf gegen die Ungerechtigkeit etwas stärker als die deutsche Version wieder. Jamie geht keinen Schritt zurück, es gibt es nur eine Richtung, und zwar nach vorne. Ganz egal, wer ihr Steine in den Weg legt und wie groß diese Steine sind. Trotz aller Rückschläge kämpft sie unermüdlich für ein besseres Leben ihrer Tochter, und behält dabei immer ihr Lächeln im Gesicht. Ihr Streben, ihre Positivität und ihre unerschrockene Art, mit den Hindernissen umzugehen, sind motivierend und inspirierend. Sie wird schnell zu einem überregionalen Vorbild für all diejenigen, die etwas bewegen wollen. Sie zeigt, dass es ganz egal ist, wer man ist, was man macht und woher man kommt. Jeder hat eine Stimme, die es wert ist, gehört zu werden.

Fazit

Um Klassen besser zeigt Missstände, gegen die scheinbar niemand etwas unternimmt und verpackt das schwierige Thema in einem schönen Film. Die Liebe einer Mutter, die sie dazu bringt, ganze Berge zu versetzen. Die systematische Ungerechtigkeit gegenüber Menschen, die durch schlechte Bildung keine Chance auf einen sozialen Aufstieg haben. Auch die lahme Bürokratie kommt unter die Räder.

Daniel Barnz macht in seinem vierten Werk gleich auf mehrere Kritikpunkte aufmerksam. Er verdeutlicht aber auch, dass jeder Einzelne von uns eine große Veränderung schaffen kann. Mit dem Herzen am rechten Fleck und dem Drang, eine bessere Welt für uns alle zu schaffen, wird man vielleicht selbst der erste Stein sein, der eine ganze Bewegung ins Rollen bringt.

Der Trailer zum Film:

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