Technologie kann uns zwar verbinden, aber wenn wir nicht aufpassen, kann sie uns auch kontrollieren. Digitale Verbindung ist heute wichtiger denn je. Und es gibt zahllose nützliche Erfindungen, die digitale Welt zu nutzen. Lernen aus der Ferne, Meetings aus der Ferne, Kontakt zu Freunden und Familie... Doch schnell kann das „Nur mal kurz nachschauen“ in stundenlanges Scrollen ausarten. Wie können wir unsere Zeit am Bildschirm gesünder und produktiver gestalten?

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Wie ist Dein Umgang mit Deinem Smartphone?

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Screened Out ist ein Dokumentarfilm in Spielfilmlänge, der untersucht, wie soziale Medien, Smartphones und Tablets und deren Plattformen die Art und Weise, wie wir kommunizieren und handeln, grundlegend verändert haben. Es ist an der Zeit, unsere Zeit und Aufmerksamkeit zurückzugewinnen und eine gesunde Beziehung zu der Technologie zu entwickeln, die so viel in der Welt bewegt.

Ein Wort taucht in dem Film immer wieder auf: Dopamin. Der Neurotransmitter sendet Signale an andere Zellen, entlang von Bahnen, die mit Vergnügen und Belohnung verbunden sind. Die Idee, dass Smartphones unsere Vergnügungszentren stimulieren ist nicht neu, aber Screened Out zeigt, wie die Geräte absichtlich so konzipiert wurden. Wir werden süchtig gemacht, unsere Gehirne werden verändert, und wir verlernen, uns sozial zu verhalten. Aus neurochemischen Gründenderen kann man den ständigen Verlockungen nicht widerstehen, die eine neue Nachricht, ein neues Like, ein neuer Kommentar uns bieten. Depressionen und Einsamkeit verstärken sich mit eröhter Bildschirmnutzung, und das obwohl man meinen könnte, dass man zum Beispiel durch Soziale Netzwerke verbundener ist. Der Film zeigt den Schaden, den es für unsere Gehirne, unsere Kinder und unsere Kultur bedeutet, so viel Zeit mit Bildschirmen zu verbringen, und er deutet auch darauf hinm dass es gesund und wichtig sein könnte, die ein oder andere App ganz zu löschen.

Gut ist, dass der Film besonders die Kinder hervorhebt! Kinder, die zu wenig Aufmerksamkeit durch ihre Eltern bekommen, weil diese süchtig nach ihrem Smartphone sind, Kinder, die selbst süchtig sind, Jugendliche, die wegen ihrer Sucht kurz vor dem Suizid standen – Wir müssen uns dringend Gedanken über die nachfolgenden Generationen und einen gesunden Umgang mit Smartphones machen!

Zwar meinen wir, vieles, was in dem Film besprochen wird bereits zu wissen, jedoch ist die Digitale Welt für uns inzwischen so selbstverständlich geworden, dass es ganz normal scheint, nach dem Aufwachen und vor dem Einschlafen direkt in einen Bildschirm zu schauen.

Mit Smartphoneabhängigkeit ist der zwanghaften Drang gemeint, ein Smartphone zu bedienen. Sie kann außerdem einhergehen mit der Angst davor, keinen Zugang mehr zum Internet zu haben, und äußert sich oft in einem ständigen „Aufs-Smartphone-Schauen“. Ohne Handy herrscht Nervosität und man fühlt sich, als ob man etwas verpasst.

Geringere Aufmerksamkeitsspanne als ein Goldfisch

Der Facebook-Visionär Sean Parker erklärt im Film, dass es das Ziel von Facebook sei, „so viel von Ihrer Zeit und bewussten Aufmerksamkeit wie möglich zu verbrauchen“ und dabei eine Schwachstelle der menschlichen Psychologie auszunutzen. Oder, wie es einer der anderen Experten ausdrückt: „Unternehmen tun alles, was sie können, um den freien Willen zu untergraben und uns vergessen zu lassen, dass wir ihn überhaupt jemals hatten.“

Im Gegensatz zu einem Buch, einem Film oder einem Musikstück gibt es in den Sozialen Medien kein Ende. Wir scrollen also endlos nach unten, und setzen immer wieder ein bisschen Dopamin frei, wenn wir ein Like bekommen. Auch wenn wir nicht erkennen, dass es sich dabei nur um eine Simulation der Verbindung handelt, hat dieser Prozess unsere Aufmerksamkeitsspanne tatsächlich von 12 Sekunden auf 8 Sekunden reduziert, also eine Sekunde weniger als ein Goldfisch. Das ist eine dramatische Entwicklung!

Ironisch ist, dass ein Film uns durch einen Bildschirm zeigen muss, warum Bildschirme uns schaden können. Doch gerade jetzt, in Zeiten der Lockdowns, ist es besonders wichtig, einen achtsamen Umgang mit der Nutzung der Technologie zu pflegen.

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Der Regisseur Jon Hyatt sagt über den Film:

„Ich habe mich schon in jungen Jahren mit Technologie beschäftigt. Ich wuchs in einer technikaffinen Familie auf, und meine Eltern kauften uns einige der ersten Personal Computer. Meine Brüder und ich verbrachten Stunden damit, den Umgang damit zu lernen und wir waren immer neugierig auf den nächsten Schritt, den die Technologie machte.
In den 2000er Jahren wurden die sozialen Medien geboren und unsere persönlichen Geräte wurden zu einer Erweiterung von uns selbst. Ich hatte das beste Telefon, war so begeistert davon, mich mit Menschen zu verbinden und meine persönlichen Erfahrungen mit anderen auf der ganzen Welt zu teilen. Ein Jahrzehnt später war ich rund um die Uhr auf mein Gerät und die Plattformen angewiesen, und das in einer Welt, in der Kinder schon früh an Bildschirme geklebt werden. Ob zu Hause, in der Schule, bei der Arbeit oder im Urlaub, wir hingen immer an unseren Bildschirme. Wenn Eltern an ihren Geräten sind und damit auch ihre Kinder und Teenager, verändert das die Familiendynamik komplett. Ich wurde dazu gezwungen, endlich tief zu graben und meine eigenen Gewohnheiten mit meinem Smartphone zu betrachten und zu erkennen, dass ich selbst nicht besser war. Ich war völlig versklavt von meinem Telefon, verbrachte Stunden auf Plattformen und meine Kinder bekamen alles mit. Unplugging schien unmöglich.
Dann erfuhr ich, dass diese riesigen Tech-Unternehmen ihre Produkte bewusst so gestalten, dass sie süchtig machen, dass sie uns durch Social Engineering süchtig nach unseren Geräten machen. Es handelt sich hier also nicht um ein Problem der Millennials; wir sind alle süchtig nach Technologie, und das ist so gewollt.
Für diesen Film bin ich viel gereist und habe mich mit vielen besorgten Tech-Insidern aus dem Silicon Valley, Verhaltenswissenschaftlern, Reha-Kliniken, Patienten, Kinderärzten und Kinderpsychologen, Eltern und Interessengruppen getroffen. Mit Screened Out wollen wir die breite Öffentlichkeit und Familien überall informieren und befähigen, gesunde Entscheidungen für unsere Gemeinschaften zu treffen.“

Experten im Film

Beeindruckenden Experten teilen in diesem Film einige wichtige Informationen, um die Hintergründe der Smartphone-Sucht besser zu begreifen.

Jim Steyer
Geschäftsführer, Common Sense Media, amerikanischer Anwalt für Kinder, Bürgerrechtler, Professor und Autor. Er ist vor allem für die Gründung von Common Sense Media bekannt, einer Organisation, die sich für die Verbesserung von Medien und Unterhaltung für Kinder und Familien einsetzt.

Dr. Nicholas Kardaras, Ph.D., LCSW-R, ausgebildeter Psychologe, Bestsellerautor, international anerkannter Redner und Experte für psychische Gesundheit, Sucht und die Auswirkungen unseres digitalen Zeitalters.

Dr. Dimitri Christakis ist Direktor des Seattle Children’s Research Institute’s Center for Child Health, Behavior and Development, Professor für Kinderheilkunde an der University of Washington School of Medicine und Kinderarzt am Seattle Children’s Hospital.

Adam Alter ist außerordentlicher Professor für Marketing an der New York University’s Stern School of Business, mit einer angegliederten Berufung in die Psychologieabteilung der New York University. Adam ist der New York Times-Bestsellerautor von zwei Büchern: Irresistible (März 2017), das sich mit der Frage beschäftigt, warum so viele Menschen heute süchtig nach so vielen Verhaltensweisen sind, von der unaufhörlichen Smartphone- und Internetnutzung bis hin zum Spielen von Videospielen und Online-Shopping, und Drunk Tank Pink (2013), das untersucht, wie verborgene Kräfte in der Welt um uns herum unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen formen.

Nir Eyal schreibt, berät und lehrt über die Schnittmenge von Psychologie, Technologie und Wirtschaft. Die M.I.T. Technology Review bezeichnete Nir als „The Prophet of Habit-Forming Technology“. Nir hat seit 2003 zwei Tech-Unternehmen gegründet und lehrt an der Stanford Graduate School of Business und dem Hasso Plattner Institute of Design in Stanford.

Dr. Hilarie Cash, PhD , Gründerin und Chief Clinical Officer des reSTART Center for Digital Technology Sustainability, seit über 30 Jahren als Privatärztin im Bereich der psychischen Gesundheit tätig. In den letzten 20 Jahren hat sie sich auf das aufstrebende Gebiet der Internet- und Videospielsucht spezialisiert und arbeitet mit Familien und Einzelpersonen, die mit Problemen im Zusammenhang mit Pornografie und romantischen Chats, Videospielen, Surfen, sozialen Netzwerken usw. zu kämpfen haben.

Melanie Hempe ist die Gründerin und Geschäftsführerin von Families Managing Media, einer nationalen Non-Profit-Organisation, die einen gegenkulturellen Ansatz zur Beseitigung der Bildschirmabhängigkeit in der Kindheit bietet.

Lisa Pont ist Erzieherin und Therapeutin im Gambling, Gaming & Technology Use Team (ehemals Problem Gambling Institute of Ontario) am Centre for Addiction and Mental Health (Camh).

Jean M. Twenge, Professorin für Psychologie an der San Diego State University, ist die Autorin von mehr als 140 wissenschaftlichen Publikationen und Büchern. Dr. Twenge hält häufig Vorträge und Seminare über das Lehren und Arbeiten mit der heutigen jungen Generation, basierend auf einem Datensatz von 11 Millionen jungen Menschen.

Dr. Alex Pang, Ph.D., Autor von drei Büchern, darunter Rest: Why You Get More Done When You Work Less und The Distraction Addiction. Er hat einen Doktortitel in Wissenschaftsgeschichte von der University of Pennsylvania. Seine Arbeiten sind in Scientific American, The Atlantic Monthly, American Scholar, der Los Angeles Times und vielen wissenschaftlichen Zeitschriften erschienen.

Michael Rich, MD, MPH, ist außerordentlicher Professor für Kinderheilkunde an der Harvard Medical School, außerordentlicher Professor für Sozial- und Verhaltenswissenschaften an der Harvard T.H. Chan School of Public Health und praktiziert Jugendmedizin am Boston Children’s Hospital.

Der Trailer zum Film:

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