Unsere schnelllebige Gesellschaft verändert zwangsläufig auch die Rollen, die wir als Kind, Mutter oder Vater „spielen“ – nur dass es sich in Wirklichkeit für viele nicht wie ein Spiel anfühlt. Widersprüche und Neufindung stehen auf der Tagesordnung in heutigen Familien.

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Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der Zeitschrift ELTERN mehr als 100 Väter zwischen 20 und 55 Jahren zu ihrer aktuellen „Lage“ befragt. Im Januar 2014 hat das Magazin die Ergebnisse veröffentlicht.

Es zeigt sich, dass sich die Väter von heute unter Druck fühlen. Sie sind auf der einen Seite – immer noch ganz klassisch – die Haupternährer und Versorger der Familie. Und gleichermaßen auch die betreuenden und fürsorglichen Väter, die sich aktiv in den Alltag der Kindererziehung- und Betreuung einbringen möchten.

Dies ist zumindest ihr Wunsch.

Der Vater 2014: Vollzeit im Job und Teilzeit in der Familie

Was noch in den Fünfzigerjahren ganz klar aufgeteilt war:  Die Frau kümmert sich um Hausfrau und Kinder und der Mann kommt abends in eine blitzblank geputzte Wohnung, wo ihm die Kinder freudestrahlend entgegenspringen, das ist heute ganz anders: Väter wollen (oder müssen?) sich beteiligen und mit erziehen, sich um Schulnoten oder das Windelwechseln kümmern. Doch warum? Man könnte sogar fragen, warum tun sie sich diesen Stress an, obwohl meist die Frau zu Hause bleibt?

Schauen wir auf die Zahlen und Ergebnisse:

Das Magazin ELTERN schreibt:

Für 58 Prozent der Väter ist  ihr Leben dank der Geburt ihres Kindes „glücklicher und erfüllter“ geworden.

57 Prozent der befragten Männer geben an, dass sie weniger Sex haben als früher, bei den jungen Vätern mit Kindern bis sechs Jahre sind es sogar 63 Prozent.

Von den Vätern unter 40 geben 39 Prozent an, sie hätten kaum noch Zeit für sich.

58 Prozent geben an, sie seien bei Babygeschrei nachts aufgestanden.

27 Prozent der Männer geben an, ungefähr die Hälfte der Hausarbeit zu erledigen.

89 Prozent der Väter arbeiten in Vollzeit, nur vier Prozent in Teilzeit.

24 Prozent der befragten Männer fühlen (oder fühlten) sich den neuen Anforderungen durch die Geburt des Kindes nicht immer gewachsen.

 

Wenn man die Väter unter die Lupe nimmt, müssen doch im gleichen Atemzug auch die Mütter genannt werden. Denn die Rolle der Frau hat sich in den letzten Jahrzehnten sicher am meisten verändert – doch in welche Richtung?


Eine gute Schul- und Ausbildung, Studium und ausreichend Berufserfahrung sind heute für Frauen selbstverständlich.

Frauen entscheiden sich bewusst für ein Kind und bekommen dies – rein statistisch – erst um das 30. Lebensjahr herum.

Frauen versuchen, Kind und Beruf miteinander zu vereinbaren und möglichst früh wieder Fuß im Job zu fassen.

 

Die Mutter 2014: Im Minijob und Vollzeit in der Familie

Und:

Frauen kämpfen immer noch um ihren Wert und ihre Anerkennung.

Frauen verdienen durchschnittlich weniger – besonders in den klassischen Frauenberufen.

Alleinerziehende Frauen leben oft an der Armutsgrenze.

 

Kindererziehung findet keine wirkliche Anerkennung – weder durch Unternehmen, die Mütter bevorzugt einstellen (es gibt wenige, aber sie sind noch dünn gesät) noch durch die Gesellschaft, die Müttern ein Grundeinkommen gewährt.

Vielleicht sind ja die Männer heute deswegen unter Druck, weil in erster Linie die Frauen so „druckvoll“ um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen. Solange das Mutterdasein nicht den Wert erhält, den es tatsächlich hat, solange fühlt sich eine Mutter am Rande der Gesellschaft. Sie hat schon fast ein schlechtes Gewissen, nicht „nebenher“ noch zu arbeiten.

Da wir zudem immer flexibler sein sollen, gibt es wenig Spielraum für soziale Bindungen. Großeltern wohnen weit weg, ständige Umzüge wegen dem Job verhindern langjährige Freundschaften.

Tatsächlich gibt es da (immer noch) so viele Widersprüche. Eine neue Definition der „Rollen“  ist da gefragt.

Oder eine komplette Auflösung von Denkmustern und Vorstellungen. Dafür aber müsste eine ganze Gesellschaft mitziehen.

 

Quelle:
www.sueddeutsche.de
www.eltern.de

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