Walter Kohl, der Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl schrieb über seinen Lebensweg als „Sohn vom Kohl“. Ehrlich schildert er dort, wie er sich erst allmählich, nach einer existenziellen Lebenskrise, mit seiner Rolle

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und seinem Vater versöhnen konnte, indem er die Kraft der Vergebung entdeckte.

Besonders einschneidend war für ihn der Tod seiner Mutter, als er kurz darauf selbst mit dem Gedanken spielte, sein Leben zu beenden. Die Liebe zu seinem Sohn brachte ihm von diesem Entschluss ab. Das Buch bewegt, weil hier ein Mann ehrlich einen inneren Wandel beschreibt – ein Wissen, das er heute auch gerne in Vorträgen und Seminaren weitergibt

Als Sohn im Schatten des großen Politikers haderte er zunächst immer wieder mit seinem Schicksal:

„Lange gab es für mich nur zwei Möglichkeiten, um dieser schier unüberwindlichen Herausforderung zu begegnen: Kampf oder Flucht. Erst mit der Zeit entdeckte ich einen dritten Weg. Heute kann ich sehr gut damit leben, den Namen Kohl zu tragen – und gleichzeitig ich selbst zu sein. Vielleicht hätte ein anderer an meiner Stelle es früher geschafft. Ich brauchte dazu Hilfe: Schicksalsschläge, die mich erst aus der Bahn warfen und dann auf neuen Kurs brachten, sowie persönliche Erfolge, die ich mir vorher nicht zugetraut hätte und die mir zeigten, dass auch ein Mensch wie ich wertvolle Talente hat...

Das Entscheidende aber war, dass ich etwas entdeckte, das mein Leben von Grund auf heilte und erneuerte. Es war das kostbarste Fundstück auf einem langen und gewundenen Weg und führte mich schließlich zu mir selbst: Versöhnung. Ich weiß, es klingt ausgesprochen gefühlsbetont, vielleicht sogar ein wenig kitschig in manchen Ohren, aber für mich steckt darin die Chance, mit dem Unabänderlichen seinen Frieden zu machen und den eigenen Weg zu gehen. Versöhnung ist nicht nur die Kraft, die Menschen zueinander führt, sondern auch die Kraft, die einen Menschen zu sich selbst bringt.

Endlich begriff ich, dass jede wirkliche Wandlung immer im eigenen Innern beginnen muss. Das war der Moment, in dem ich den Wert der Versöhnung für mein Leben erkannte. Dass sie nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich von Bedeutung ist, wenn Menschen miteinander im Streit liegen, sondern mindestens ebenso sehr im Innerpsychischen, nämlich für den einzelnen Menschen, der mit sich selbst im Streit liegt. Versöhnung hilft, heilt und wandelt von innen her. Indem ich dieses Buch schreibe, halte ich mir selbst den Spiegel vor. Indem ich meine Geschichte erzähle, schaue ich mir mein bisheriges Leben genau an. Und es wird mir selbst klarer, welche Kraft es bewirkte, dass ich endlich leben kann, ohne gelebt zu werden.“

 

Quelle: Auszug aus dem Buch „Leben oder gelebt werden“ von Walter Kohl

 

buch-leben oder gelebt werdenLeben oder gelebt werden
ISBN 9783778792049
Kohl, Walter
Verlag Integral

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