Minimalismus ist die bewusste Beschränkung auf das Nötigste, das absolute Minimum, das zu erreichen ist. Diese Bewegung gibt es seit 1960 in der bildenden Kunst, seit 1980 in der Architektur, seit geraumer Zeit in der Musik und jetzt auch für die private Anwendung. Ganz unterschiedliche Bereiche also, dennoch ist das Ziel gleich, die vollständige Zufriedenheit einer Person durch den Verzicht von überflüssigen Dingen und Reizen. Was zunächst simpel klingt, kann eine effektive Methode sein, um Ordnung im Haus als auch im Leben und im Kopf zu schaffen.

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Die KonMari-Methode

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Der Begriff Minimalismus lässt bei jedem ganz unterschiedliche Vorstellungen im Kopf entstehen. Das Stilmittel ist, wie bereits erwähnt, in vielen Lebensbereichen und Kunstarten wiederzufinden. Den meisten fehlt aber der praktische Bezug und es ist nicht ganz klar, was ein minimalistisches Leben zu führen genau bedeutet. Zumindest noch nicht, denn dieser Lebensstil liegt voll im Trend, weil es unter anderem einen positiven Effekt auf den Minimalisten hat.

Was Minimalismus bedeutet und wie man die Praktiken in den Alltag integrieren kann, hat eine Frau in einem Buch erklärt, das 2011 unter dem Titel „Magic Cleaning“ veröffentlicht wurde. Marie Kondo ist ein international anerkannter Life-Coach aus Japan und zeigt, wie man sein Zuhause neu organisiert, indem man Dinge einfach wegwirft und seine Umgebung ordentlich hält. Aufräumen ist zwar ein Lernprozess, den man seit Kindertagen durchmachen muss, allerdings gehen die KonMari-Methode und besonders der Minimalismus noch um einiges weiter. Der Fokus liegt darauf, dass man sich von materiellen Lasten trennt und nur das behält, was man für seine innere Zufriedenheit braucht.

Was Dich nicht glücklich macht, kann weg

Das Ziel beim Minimalismus ist also nicht nur die Ordnung im Wohnraum, sondern was die äußere Ordentlichkeit im Inneren auslöst. Wenn man nur die Sachen behält, die einem wirkliche Freude bereiten, fühlt man sich automatisch besser und erleichtert. Des Weiteren beruht die KonMari-Methode auf einem nachhaltigen Lebensstil, da man nur die Dinge behält oder neu kauft, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Minimalismus strebt prinzipiell nach einer schematischen Logik, die aber mit einem übermäßigen Konsum nicht zu vereinen ist. Das beste Beispiel für das Paradoxon ist der Kleiderschrank, der aus alles Nähten platzt und dennoch das Gefühl aufkommt, dass man nichts zum Anziehen hat. Der Blick in den vollen Kleiderschrank lässt bei uns Stress und alles andere als Freude oder Zufriedenheit entstehen, obwohl er voller schöner Besitztümer ist.

Während in unserer modernen Konsumgesellschaft die Folge davon ist, dass man sich neue Klamotten kauft und sich noch mehr Last aufbindet, ist das Gegenteil die simplere, günstigere und nachhaltigere Lösung für das „ich habe nichts mehr zum Anziehen“ Problem. Der bewusste Verzicht ist also durchaus eine Gegenbewegung zu unserem Konsumwahn und dem Materialismus. Das minimalistische Prinzip hat also gleich mehrere positive Effekte auf uns und unser Umfeld.

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Maximales Glück durch minimale Ansprüche

Wer hätte geahnt, dass man mit weniger viel glücklicher und gesünder leben kann, obwohl wir seit jeher auf mehr und mehr Konsum indoktriniert wurden? Dabei kann ein erfülltes Leben so einfach und günstig sein, denn wenn man weniger besitzt, muss sich auch um weniger kümmern. Das spart wiederum viel Zeit und schafft neuen Platz für andere immaterielle Dinge, die uns Freude bereiten. Außerdem muss man seine alten Sachen nicht einfach unbedacht in den Müll werfen, sondern kann sie verschenken und spenden. Während man also Platz für sich selbst schafft, macht man etwas Gutes für andere Menschen, die nicht im Überfluss leben und verkleinert seinen ökologischen Fußabdruck.

Das Ausmisten schafft Struktur und mehr freien Platz, was gleich mehrere positive Effekte hat. Es steigert das eigene Wohlbefinden sowie das Aktivitätspotenzial in den eigenen vier Wänden und führt zu einer Stressreduzierung. Behält man diesen Lebensstil bei, macht sich das auch im Geldbeutel bemerkbar.

Mehr Zeit für Dich

Der Prozess geht aber noch weiter und kann dabei helfen, eine ganz andere Art von Ballast abzuwerfen. Die Menschheit hat über die Zeit verschiedene Zwänge entwickelt, die dazu geführt haben, dass wir immer mehr wollen, aber gleichzeitig Angst vor Verlust haben. Dadurch fällt es uns schwer, uns von Dingen zu trennen, auch wenn wir sie nicht brauchen oder sie sogar negative Effekte auf uns haben. Das können materielle Sachen und auch Menschen in unserem Leben sein, die man nach und nach loslässt.

Es fängt mit alten Klamotten an, geht mit nutzlosen Gegenständen weiter und kommt bei uns selbst zu einem Ende. Die Ordnung im Wohnraum spielt sich bald schon im Kopf und Herzen wieder, wo negative Emotionen und Erlebnisse einfach keinen Platz mehr haben. Alles, was uns mental strapaziert, kommt für immer weg. Das Aufräumen wird zu einem meditativen Prozess, bei dem innere Ruhe, Zufriedenheit und Entspannung entstehen. Das schafft viel Platz für neue Dinge, die uns echte Freude bereiten. Mehr Raum für ein unbeschwertes, achtsames Leben ohne viel materiellen Ballast, dafür aber mit viel neuer Energie und Zufriedenheit.

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Quellen:

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Minimalismus 2.0: Die Entdeckung der Einfachheit

Ordnung schaffen mit der KonMari-Methode & Co

Ist weniger wirklich mehr?

Ulrike Sammer – Verlustangst und wie wir sie überwinden. Klett-Cotta, 2010
ISBN 9783608861037

Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert. Rowohlt, 2013
ISBN 978-3-499-62481-0

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