Am Sonntag, den 26.09.2021 ist es wieder so weit, dann werden alle wahlberechtigten Bürger des Landes zur Stimmabgabe gebeten, um den Bundestag für die nächsten vier Jahre zu wählen. Eigentlich ist alles wie immer, es wird auf allen Kanälen viel geredet, debattiert und noch mehr versprochen. Aber abgesehen von der Corona-Krise, die die ganze Welt in Atem hält, ist Bündnis 90/Die Grünen eine weitere Besonderheit der Wahlperiode. Der Trend der Nachhaltigkeit machte die Partei in Umfragen zuletzt wieder populär, sodass die Aussichten auf einen erfolgreichen Wahlausgang dieses Mal überragend sind. Nachhaltigkeit, Arten- und Naturschutz, Ökologie, Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit sind liberal-grüne Werte, die Frage ist nur, ob die Partei diese noch vertritt?

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„Früher war mehr Lametta“ sagte einmal der deutsche Schauspieler und Schriftsteller Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, alias Loriot. Gemeint ist, dass es früher einfach allgemein besser war, ein Satz, den man oft hört, wenn man sich an die alte Zeit erinnert. Lässt man aber die melancholische Gefühlswelt außer vor, sieht die Vergangenheit gar nicht mehr so rosig aus. Der Kalte Krieg, militärische Aufrüstung, ein drohender dritter Weltkrieg samt Atomwaffen und die Spaltung der Welt in Ost und West – das alles klingt gar nicht so einladend. Mittendrin im Geschehen war das wirklich durch eine Mauer getrennte Deutschland, die BRD und die DDR, zwei Nationen, die neben dem internationalen Hick-Hack zudem viele nationale gesellschaftliche, soziale, ökonomische als auch ökologische Herausforderungen zu meistern hatten.

Aus Protest gegen die vielen verschiedenen Missstände der Nachkriegszeit, die nur allzu gerne vergessen werden, formte sich langsam aber sicher eine politische Bewegung. Ende der Siebzigerjahre stemmten sich vor allem junge Menschen gegen das alt-eingesessene politische Etablissement, das einen Scheinwohlstand geschaffen hatte, den man sich nur auf Kosten der Natur sowie durch die Ausbeutung anderer Nationen leisten konnte. Ein Status quo, denn die junge Generation nicht mehr akzeptieren wollte und mobil machte. Aus Umweltverbänden, verschiedenen Friedens- und Anti-Atom-Bewegung, Dritte-Welt-Hilfsorganisationen sowie Fraueninitiativen wurde aus Protest gegen das etablierte System eine neue politische Alternative geschaffen – Die Grünen.

Der 53-Parteien-Einheitsbrei

Aus der revolutionären Partei Die Grünen wurde nach der Wiedervereinigung Bündnis 90/Die Grünen, welche schnell mit Turnschuhen und Strickpullover in den gesamtdeutschen Bundestag einzog. Erkennen konnte man die Parteimitglieder sofort, zumindest an ihrer äußeren Erscheinung, der frische Wind, mit dem sie die festgefahrene Politik aufwirbeln wollten, legte sich aber schon sehr bald. Aus der Protestbewegung wurde eine Oppositionspartei, die aber immer mehr Regierungsverantwortung wollte und dafür bereitwillig ihre Visionen aufgab.

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Über die Zeit etablierten sich die Grünen im Bundestag und passten sich den Normen der Politik an, aus rebellierenden Aktivisten wurden Abgeordnete, die in den offenbar bequemen Sitzen ihr Engagement verloren haben. Heute ist der Ruf nach Nachhaltigkeit und mehr Bewusstsein für die Umwelt wieder laut. Wir leben in einer Zeit, in der es überall auf der Welt brennt, Berichte über Umweltkatastrophen die Nachrichten füllen und Freiheit keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Es scheint beinahe so, als würde sich die Geschichte wiederholen. Jetzt müssten eigentlich die Grünen aufwachen und merken, dass genau das gefordert wird, was die Partei früher einmal ausgemacht hat. Aber kann man das Parteiprogramm von heute mit den Werten von damals vergleichen?

Das Wahlprogramm der Grünen für die kommende Bundestagswahl beinhaltet viele schöne Szenarien und lobenswerte Punkte. Das Leben in der Stadt als auch auf dem Land, die Digitalisierung und der globale Handelswettbewerb sollen nachhaltiger werden. Für das Gesundheitssystem soll es neue Finanzierungspläne geben und es wird eine gerechte sowie tolerante Gesellschaft beschrieben, die aufgeklärt als auch gebildet ist, was ihr nicht nur Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch ein gutes Image in der Welt geben soll. Das 258-seitenlange Bundestagswahlprogramm der Grünen nennt jede Menge grün-liberale Ansätze, die man aber recht einfach zusammenfassen kann: Der Wohlstand soll bleiben, muss aber klimagerechter und frei von Plastik werden.

Wirklich revolutionär oder originell ist das Programm auf keinen Fall, vor allem sind die genannten Forderungen aber kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Es sind noch weitere 52 Parteien zur Bundestagswahl zugelassen und einige von ihnen legen sogar deutlich mehr Fokus auf exakt die Werte, welche die Grünen vor langer Zeit so ansprechend haben. Außerdem machen nun auch Parteien mit ökologischen Programmen Wahlkampf, die man sonst eher weniger mit Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht hat. Selbst die CDU/CSU, der Liebling der Automobillobby, möchte ein Stück vom grünen Stimmkuchen abhaben und präsentiert sich als ein überzeugter Kapitalist, der weder Klimaerwärmung noch Klimaflüchtlinge mag – beinahe so wie die FDP, die der festen Überzeugung ist, dass der Markt die ökologischen und ökonomischen Krisen von ganz allein regeln wird.

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Die Zeit machte die Grünen blass

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Es ist vielleicht schon zu lange her, dass aus engagierten Anti-Atom-Aktivisten und liberalen Weltverbesserern ganz normale Politiker wurden, die nicht mehr die ursprüngliche Vision verkörpern. Unter Umständen hat die damals radikale Bewegung das starre politische System auch einfach unterschätzt und ist unvorbereitet unter die Räder von internationalen Vorschriften geraten. Was es auch gewesen sein mag, der Parteikurs ist schon lange nicht mehr provokant, das Protestimage bröckelt seit Joschka Fischers Verteidigung des Bundeswehreinsatzes im Kosovo im Jahr 1999 immer weiter ab. Die grüne Utopie hat also nicht erst seit gestern ihren rebellischen Glanz verloren, so viel steht fest.

Allerdings muss man fair bleiben, da auch in anderen Wahlpaketen nicht das drinnen ist, was draufsteht. Während die SDP nur noch sehr wenig mit sozialen Werten zu tun hat, könnte man bei der CDU vermuten, dass der Name für Club Deutscher Unternehmer steht. Nicht nur die Grünen sind wie eine Schachtel Pralinen, allgemein muss sich die deutsche Parteiwelt einem Imageverlust vorwerfen lassen. Dennoch ist vor allem der Unmut ehemaliger grüner Mitstreiter nachvollziehbar, die Erwartungen an die Bewegung waren einfach zu hoch. Heute erscheint die Partei wie eine von vielen, ohne einem attraktiven Image oder klaren Forderungen, die den idealistischen Werten von damals auch nur nahekommen.

Trotz des eher bedauerlichen Werdegangs von Bündnis 90/Die Grünen kann man vielleicht eine positive Entwicklung feststellen. Sowohl die Wahlprogramme der meisten Parteien als auch die gesellschaftlichen Forderungen sind grüner geworden. Auf allen Ebenen wird immer mehr über Nachhaltigkeit gesprochen. Die Partei selbst mag ihr Gesicht verloren haben, nicht aber die grüne Bewegung, die sich damals wie auch heute noch gegen Ungerechtigkeit, Umweltverschmutzung, Krieg und Rassismus und für eine bessere, gerechtere Welt für alle Menschen einsetzt. Es ist ein und dieselbe Vision, welche auch heute noch die Menschen dazu motiviert, aufzustehen und für ihre Rechte einzustehen. Man verändert die Welt nicht unbedingt durch ein Kreuz auf einem Stimmzettel, aber mit Sicherheit durch Eigeninitiative und soziales Engagement.

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Quellen:

https://www.gruene.de/unsere-gruene-geschichte

https://taz.de/Gruene-Politik-zu-Abschiebungen/!5786402/https://cms.gruene.de/uploads/documents/Wahlprogramm-DIE-GRUENEN-Bundestagswahl-2021_barrierefrei.pdf

https://www.bundeswahlleiter.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2021/14_21_1bwa-entscheidung.html

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