In der Spiegelausgabe Ende Juli gibt es einen provokanten Artikel: „Erlösung ohne Erlöser – Forscher enthüllen die wahre Herkunft der indischen Spiritualität“. Sinngemäß: Yoga wurde eigentlich von einem Bodybuilder „erfunden“

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und die indische Spiritualität ist eine angepasste Erfindung für den „Westen“!

Yoga boomt – vor allem in den Großstädten, aber auch in den Firmen- und Manageretagen. Yoga ist gesund für Körper, Geist und Seele und bedient so ein Gesamtpaket mit Körperübungen aber auch als Balsam für die stressgeplagte Seele.

Religionswissenschaftler wie Mark Singleton (Buchveröffentlichung „Yoga Body“ – nur auf Englisch) und der Anthropologe und erfahre Wissenschaftler Peter van der Veer (Honorarprofessor für Ethnologie und Kultursoziologie sowie
Direktor am MPI zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften) kennen sich aus und erklären das, was wir doch für unumstößlich und jahrtausendealt gehalten haben, für eine „maßgeschneiderte Yoga-Scheinwelt“ für westliche Augen und Ohren!

Ursächlich dafür war die Rede des indischen Möchs Swami Vivekananda, der im Jahr 1893 erstmals in den USA auftauchte und von da an seine eher geistig geprägte „Lehre der indischen Spiritualität“ im Westen, aber auch in Europa bekannt machte und das – wie es van der Veer ausdrückt – als „erstaunliche Verkehrung“.

Unser fernöstliche Sichtweise ist also stark (oder sogar einzig?) geprägt durch Vivekanandas „Spiritualität light“. Und die Aussicht auf „Erlösung im Dieseits ohne Erlöser“ (der christlich geprägten Welt) schien durchaus verlockend und anziehend. Schließlich gab es Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine Art von Protestbewegung in Literatur, Kunst und Philosophie, die sich eher der „Esoterik“ als der Kirche zuwandte.

Die alten und bekannten Schriften erklären die Körperübungen des Yoga als Hilfe zur Atemkontrolle bei der Meditation und als Korrektiv, um lange still sitzen zu können! Tatsächlich hat der Erfinder des Bodybuilding – Eugen Sandow – auf einer Reise nach Indien mit seinem atheltischem Körper die Inder sehr beeindruckt... Damit begann also eine neue Epoche der Körperkultur! Und letztlich waren die asketisch wirkenden, willensstarken und mit Atemtechniken erprobten Yogis für den Ernstfall eines Kampfes vorbereitet und standen tatsächlich im Dienst der indischen Herrscher.

Ob es etwas ändert am Yoga-Boom oder an der Wirkung?
Ob das wirklich „wahr“ ist, wer weiß das ganz genau?

 

Quelle: Der Spiegel, Ausgabe 31 vom 29.07.2013

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Noch mehr Yogathemen finden Sie hier.

 

Hier der Buchtipp:

 

buch_karma yogaKarma-Yoga und Bhakti-Yoga
ISBN 9783894276065
Vivekananda, Swami
Verlag Aquamarin

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